Von Joelle Müller und Katarina Nemcek (beide 15 Jahre)

Mit dem «langsamsten Schnellzug der Welt», dem Glacier-Express, gings um 10.33 Uhr in Thusis los in Richtung Zermatt. Die erlebnisreiche Fahrt dauerte sechs Stunden und dreissig Minuten und sie führte durch 91 Tunnels, über 291 Brücken und durch die Rheinschlucht.

Das Ziel nahte: Schon bald hätte sich das Matterhorn ins Blickfeld rücken sollen. Leider spielte das Wetter nicht richtig mit. So konnten wir das schöne Naturschauspiel auf der Hinfahrt nicht beobachten. Auch als wir in Zermatt ankamen, konnten wir das Matterhorn wetterbedingt nicht sehen.

Wie zwei Touristen aus einem fernen Land zogen wir, die Kamera um den Hals gehängt, den Rucksack geschultert, ins Hotel Derby, unweit des Bahnhofs.

Nach dem Einchecken führte uns eine freundliche Hotelfachfrau ins Nebengebäude. Dort wurden wir sehr positiv überrascht: Wir bekamen nämlich kein «normales» Hotelzimmer, nein, sondern ein kleines, kuschelig eingerichtetes Appartement mit einer kleinen Küche.

Sobald wir uns gemütlich eingerichtet hatten, erkundigten wir uns an der Rezeption, wann der beste Zeitpunkt sei, um das Matterhorn bei Sonnenaufgang zu fotografieren und von welchem Standpunkt aus dies am besten geschähe. Die nette Dame erklärte uns, dass wir der Hauptstrasse entlanglaufen, bei der Kirche links abbiegen und hinunter auf die kleine Brücke gehen sollten. Nach dieser Information gingen wir zu Abend essen. Das Personal war sehr freundlich, nett und das Essen exzellent.

«Düt, düt, düt …» weckte uns am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr der Wecker. Nach dem Frühstück standen wir um Punkt 7 Uhr auf der kleinen Brücke, um uns das Matterhorn bei Sonnenaufgang anzuschauen und zu fotografieren. Da es nicht so schönes Wetter war, konnten wir jedoch nicht viel sehen. Trotzdem schossen wir ein paar Bilder.

Einige Touristen aus Amerika hatten sich auch eingefunden und fragten uns, wo denn das Matterhorn zu erkennen sei. «Wegen des ziemlich schlechten Wetters kann man den weltberühmten Berg wahrscheinlich nicht rot leuchten sehen», erklärten wir überzeugt. Die Amerikaner gaben sich damit zufrieden, wollten aber trotzdem wissen, welcher Berg denn nun das Matterhorn sei. Also zeigten wir auf einen kleinen Berggipfel, den man von der Brücke aus gut sah.

Langsam ging die Sonne auf, das Wetter wurde besser und auch wir fragten uns, wo denn die Sonne aufgehe. Als wir es herausgefunden hatten, kam auch bei uns die Frage auf, warum denn das Matterhorn nicht rot leuchte.

Um 8.45 Uhr sassen wir wieder ganz fröhlich und munter im Glacier- Express. Als wir aus dem ersten Tunnel draussen waren, fragte Katarina: «Du Joelle, ist das dort hinten nicht das Matterhorn?» Joelle schaute zurück, dann blickte sie Katarina ganz entsetzt an und sagte: «Upps! Wir haben glaub ich den falschen Berg fotografiert!»

Nachdem wir unsere Peinlichkeit bemerkten hatten, fingen wir an zu lachen. Ja, es ist ein wenig dumm gelaufen. Ein spannendes und schönes Wochenende ging zu schnell vorbei.

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