Von Maris Carroccia (13 Jahre)

Trüffel in der Schweiz? Natürlich gibt es diese, und zwar in erstaunlich grosser Zahl. Sie zu finden, ist jedoch nicht ganz so einfach. Da braucht es zuerst einmal viel Geduld und Erfahrung – und einen Hund, der die Trüffel findet. Das Trüffeln mit einem Hund kann man als Jugendlicher in einem Lager lernen.

Ich habe einen solchen «Trüffelhund». Er heisst Frio. Frio ist ein bald zweieinhalbjähriger Lagotto Romagnolo. Das sind die Hunde mit der besonderen Fähigkeit, Trüffel zu finden. Deshalb werden sie in Italien seit je zum Trüffelsuchen eingesetzt. Der Lagotto hat aber auch einen guten Charakter und ist ein ausgesprochener Familienhund.

Wie wir zu unserem «Trüffelhund» gekommen sind? Meine Mutter ging einmal auf die Website des Lagotto Clubs Schweiz. Da waren Fotos der Hunde und verschiedene Websites von Züchtern aufgeführt. Eine solche Züchterin besuchten wir dann. Sie versprach uns einen Hund, den sie jedoch schon einer anderen Familie verkauft hatte.

Also suchten wir weiter. Wir fanden eine gute Züchterin, Jacqueline Egger aus Rehetobel AR. Sie besitzt selber sechs solche Hunde, die es bei ihr sehr schön haben. Wir verbanden unsern Sonntagsausflug dorthin mit Baden im Säntispark. Danach durften wir Jacqueline besuchen. Damals war Friano noch ein sehr scheuer, fünf Wochen alter Welpe. Er hielt sich immer ganz weit weg von den anderen vier Hunden des Wurfes auf. Wir durften alle streicheln, herumtragen und mit ihnen spielen. Die Vorfreude auf einen der fünf Welpen war gross, da wir ja nicht wussten, welchen wir bekommen sollten.

Einige Zeit später fuhren meine Eltern an einem Samstag nach Rehetobel und kehrten mit einem Welpen zurück. Es war Friano, aber der Name war uns zu lang. Wir studierten eine geraume Zeit daran herum, wie wir unseren neuen Hund nennen sollten. Jetzt heisst er Frio.

Frio musste sich zuerst noch an die neue Umgebung bei uns zu Hause gewöhnen. Er hat seinen Ort, an den er sich zurückziehen kann. Entweder schläft er, spielt oder läuft herum. Im Herbst hatten wir ein Welpen-Treffen. Die Zeit verging wie im Fluge – da war es schon Winter. Am 2. Dezember wurde Frio zwei Jahre alt. Frio liebt den Schnee. Er liebt es auch zu schmusen.

Der Herbst und Winter ist am besten geeignet, um zu trüffeln. Trüffel gibt es in schwarzer und weisser Art. Die Trüffel sind sehr kostbar. Schwarze Trüffel gehen wir nach Schaffhausen suchen. Die Trüffel ist ein Pilz, der im ersten Moment eklig riecht. Zum Essen ist er aber gar nicht eklig.

Zum letzten Mal waren wir am 31. Dezember mit Jacqueline Trüffel suchen. Wir zogen in einen Wald hinein. Die Hunde gruben. Jeder Führer hatte einen Hund. Ich hatte Joja. Mit ihr fand ich einen hohlen Trüffel. Nach vier Stunden Trüffeln waren alle am Ende der Kräfte und hatten kalt. Trüffel suchen mit Hunden macht mir grossen Spass. Ich mag es kaum erwarten, bis es wieder losgeht. Die Trüffel beginnen im frühen Frühling zu reifen. Bis sie reif sind, dauert es wenige Monate bis ein Jahr.

Auch in den letzten Sportferien war ich bei Jacqueline Egger und ihren Hunden. Kaum angekommen, durfte ich schon mit den zehn Wochen alten Welpen in den riesigen Garten zum Spielen gehen. Ich werde von Kollegen oft gefragt, ob wir Frio nur wegen der Trüffel gekauft hätten. Das ist aber nicht so. Wir wollten einen Hund, der gut in unsere Familie passt. Die Lagotto sind einfach spezielle Hunde.

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