Von Sina Marugg und Malina Schlatter (beide 14 Jahre).

Am 29. Oktober 2013 war es dann so weit. Um 11.30 Uhr konnte es endlich losgehen! Wir fuhren in die Bundeshauptstadt zum Interview über die 1:12-Initiative. Nach 2¾ Stunden Fahrt und dem anschliessenden Genuss eines Latte macchiato in einem libanesischen Restaurant in der Nähe des Bundesratsbüros betraten wir mit unserem Geschichtslehrer Reto Schaub das Gebäude an der Schwanengasse, in dem die Befragung stattfand.

Unser Lehrer verabschiedete sich von uns und überliess uns unserem Schicksal. Wir waren total nervös. Alle empfingen uns sehr herzlich, doch uns fiel gleich ein grosser Altersunterschied auf. Dadurch wurden wir gar noch einiges unruhiger.

Nachdem wir mit dem Lift zwei Stockwerke höher angekommen waren und den Befragungsraum betreten hatten, mussten wir uns sofort bereitstellen für das Gruppenfoto mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der kurz nach uns eintraf.

Dann konnte es mit der Befragung losgehen. Wir waren noch nervenschwächer als zuvor. Anfangs waren wir fast zu schüchtern, um Fragen zu stellen, doch das legte sich, als eine von uns, nämlich Sina, sich wagte, die erste Frage zu stellen: «Was sind Ihre fünf wichtigsten Argumente gegen die 1:12-Initiative?»

Nach einer ausführlichen Antwort von Herrn Schneider-Ammann stellte auch die Zweite von uns, Malina, eine Frage: «Herr Bundesrat, Sie haben gesagt, die Annahme der Initiative gefährde die Schweizer Wirtschaft. Würde man am 24. November über die Abschaffung der Sklaverei abstimmen, wären Sie dafür oder dagegen?»

Leider wich der Bundesrat in seiner Antwort auf diese Frage ein bisschen aus. Das ganze Gespräch ist in der «Schweiz am Sonntag» vom 3. November erschienen und kann dort nachgelesen werden. Auch die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten spannende Fragen, während Katarina, unsere Nachwuchsfotografin, die Gelegenheit benützte, viele Schnappschüsse zu schiessen. So war die Fragestunde sehr schnell vorüber. Die übrigen Befrager gaben uns das Gefühl, dass wir einen ziemlich guten Eindruck hinterliessen, was uns Freude bereitete. Wir verabschiedeten uns und warteten auf Herrn Schaub, der uns gleich darauf abholte.

Nach einer kurzen Stadtbesichtigung und einem leckeren chinesischen Abendessen fuhren wir zufrieden nach Hause. Der Tag war sehr spannend und erlebnisreich. Erst um ziemlich genau 23 Uhr trafen wir daheim ein. Auch die Nachwuchsfotografin Katarina genoss diesen Anlass sehr. Sie konnte ihr Hobby auf spannende Weise ausüben. Wir hoffen und sind zuversichtlich, dass wir diesen Tag nicht so schnell wieder vergessen werden!

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