Von Anchalai Ashokapathman und Elvin Philip (beide 16 Jahre)

Wir beide meinen: Heutzutage nehmen manche Jugendliche alles zu locker, obwohl die Schule und die Lehre eine ernste Sache sind. So gibt es viele Jugendliche, die auch jetzt, knapp ein halbes Jahr vor Schulschluss, noch keine Lehrstelle haben oder diese schon kurz nach Lehrbeginn wieder aufgegeben haben.

Uns dünkt, dass sich viele Jugendliche keine oder zu wenige Sorgen darüber machen, wenn es um ihre eigene Zukunft geht. Es gibt junge Leute, die kein Durchhaltevermögen haben. Viele Jugendliche von heute sind auch zu faul. Viele zum Glück nicht, denn sie wollen etwas erreichen. Etwas erreichen kann man nur, wenn man durchhält, was man sich vorgenommen hat, und wenn man weiss, was man will.

Viele geben sich in der Schule zu wenig Mühe. Sobald sie eine Lehrstelle haben, denken sie, sie könnten tun und lassen, was sie möchten. Das Gegenteil ist der Fall: Sobald man eine Lehrstelle hat und der Lehrvertrag unterzeichnet ist, sollte man gleich viel arbeiten wie vorher – oder gar noch mehr! Sich für den Rest des Schuljahres zurücklehnen, das liegt sicher nicht drin. Sonst verpasst man zu viel Stoff, den man später gut gebrauchen könnte. Bei vielen Abschlussklassen-Schülern ist es jedoch so, dass ihre Leistungen sinken. Einige haben einfach keine Lust mehr zu arbeiten. Deshalb sitzen sie lieber zu Hause und «chillen». Dass sie es in der Lehre dann doppelt schwer haben werden, gute Leistungen zu erbringen, daran denken sie nicht im Geringsten.

«Man muss sich sehr früh für einen Beruf entscheiden», erklärte uns Marcel Boltshauser, der technische Leiter des Autohauses Willi. Marcel Boltshauser wuchs als Sohn eines Garagisten auf. Schon als kleiner Junge schraubte er immer gerne an etwas herum. Für ihn war es klar, dass er den Beruf des Automechanikers erlernen würde. Doch seine Eltern wollten, dass er die Kantonsschule besuche. Er hat dann seinen Traumberuf erlernt und arbeitet nun auch als Lehrlingsausbildner.

In dieser Funktion hat er eine prima Idee entwickelt, wie er die Automechaniker-Lehre besonders schmackhaft machen will. Weil er möchte, dass die Lernenden bei ihm auch noch neben der eigentlichen Arbeit etwas Spannendes zu tun haben und sich nicht langweilen, bietet er ihnen an, in der Freizeit ein geeignetes Auto im gesetzlichen Rahmen zu tunen. Der Kleinwagen, der schon in der Tiefgarage bereitsteht, soll innen mit Stangen verstärkt werden, und es sollen mehr Pferdestärken aus dem Motor herausgeholt werden. Am Schluss soll das ganze Team mit dem aufgemöbelten «Rennwagen» nach Italien fahren, um ihn dort auf einer Rennstrecke auf Herz und Nieren zu testen.

Mit seinem Projekt, dessen Dauer Marcel Boltshauser vorerst auf ein Jahr beschränken möchte, will er bewirken, dass sich die Lernenden fit halten für die Lehre und vollen Einsatz zeigen.

Wir meinen: Man sollte unbedingt durchhalten in der Lehre und Schule. Egal, wie schwer die Probleme manchmal sind, man findet immer eine Lösung. Die Lehrstelle ist etwas vom Wichtigsten im Leben. Es bringt uns nichts, wenn wir die Lehre abbrechen, weil wir dann umsonst die neun oder mehr Schuljahre absolviert haben. Im Leben kann man immer alles erreichen, sobald man weiss, was man will!

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