Von Mandy Ott (14 Jahre)

Im Beruf täglich auf Achse zu sein, dabei die Umgebung in der Region, in der Schweiz oder gar im Ausland zu erleben und viele Menschen kennenzulernen, das ist mein Traum. Aufträge planen, aufladen und Kunden beliefern, die Fahrstrecke wählen, Fahrzeiten berechnen und Transportpapiere kontrollieren, entladen, Reinigungs-, kleinere Unterhalts- und Reparaturarbeiten am Fahrzeug durchzuführen, stelle ich mir all das sehr spannend vor. Deshalb nahm ich mir kürzlich von der Schule einen Jokertag, um wieder einmal mit meinem Vater im Lastwagen mitzufahren.

Am Morgen dieses speziellen Tages schaute ich im Kaffeeraum bei Galliker Transport Logistik AG, Filiale Landquart, zum Fenster hinaus, um die Mitarbeiter zu beobachten: Sie waren eben dabei, Bahnwagen auszuladen und die Palette im Lagerhaus an den richtigen Ort zu stellen. Die Disponenten übergaben die Lieferscheine den Chauffeuren, die neu Strassentransportfachmänner heissen. Sie sortierten die Lieferscheine, holten die Lastwagen vom Parkplatz und beluden sie. Wenn sie fertig waren mit dem Beladen, belieferten sie die Kunden. Mein Vater und ich fuhren ins Prättigau und nach Chur.

Um etwas mehr über den Beruf zu erfahren, interviewte ich Gian Niggli, den Verantwortlichen für die Logistik.

Herr Niggli, wie sind die Arbeitszeiten für die Strassentransportfachmänner in der Filiale Landquart?
Gian Niggli: Der Arbeitsbeginn ist um 5 Uhr 30. Je nach Arbeitsaufträgen dauert die Arbeitszeit bis zum Mittag oder bis 17 oder gar 18 Uhr. Chauffeure haben eine 46-Stunden-Woche.

Wie viele Fahrzeuge sind in der Filiale Landquart stationiert?
Wir haben hier fünf Mercedes Actros 18-Tönner, vier Mercedes Atego 12-Tönner, einen Mercedes Sprinter mit Anhänger von sieben Tonnen Tragkraft und einen Mercedes Sprinter mit 3,5 Tonnen.
Wie viele Mitarbeiter sind in der Filiale Landquart bei der Galliker Transport AG beschäftigt?
Siebzehn Mitarbeiter samt Disponenten.

Wie viele Galliker-Niederlassungen gibt es in der Schweiz und im Ausland?
Der Hauptsitz befindet sich in Altishofen LU. Es gibt total 17 Filialen.

Wie sind die Karrieremöglichkeiten bei Galliker?
In Altishofen ist das Ausbildungszentrum. Es gibt Ausbildungen – sowohl für Männer wie Frauen – in den Bereichen Strassentransportfachmann, Automobil-
assistent, Automobilfachmann, Automobilmechatroniker, Fahrzeugschlosser, Logistiker, Kaufmann, Fachmann für Betriebsunterhalt.

Welches sind die Vor- und Nachteile des Berufes einer Strassentransportfachfrau?
Die Sonnenseiten sind: Selbstständiges Arbeiten, man ist viel unterwegs und trägt eine grosse Eigenverantwortung. Die Schattenseiten sind: Es gibt doch sehr viele Risiken und Gefahren auf der Strasse.

Welches sind die Aufgabenbereiche einer Strassentransportfachfrau?
Dazu gehören das Beladen und Verteilen diverser Güter im ganzen Kanton und im angrenzenden Rheintal.

Welche verschiedenen Funktionen gibt es in Ihrem Betrieb in Landquart?
Es gibt zwei, nämlich die Verantwortlichen für die Plattform, also die Disponenten, welche den Chauffeuren die Touren zuteilen und die Fahrer.

Welches ist Ihr Kundenkreis?
Zu unsern Kunden gehören Garagen, Hotels, Lebensmittelläden, Kunden diverser Güter, der Baustoffhandel und dessen Verarbeitung, Fahrzeugbau und Reparaturwerkstätten sowie Chemie verarbeitende Betriebe.

Welche beruflichen Voraussetzungen braucht es, um bei Ihnen zu arbeiten?
Voraussetzungen sind der Führerausweis Kat. C, eventuell E, technisches Verständnis und Kontaktfreudigkeit.

Welche schulischen Voraussetzungen braucht es, um den neuen Beruf der Strassentransportfachfrau zu erlernen?
Es braucht technisches Geschick, Freude am Fahren, Zuverlässigkeit und Verantwortung.

Welchen Verantwortungsbereich hat eine Strassentransportfachfrau?
Sie muss die Ladung sichern können, die verschiedene Vorschriften des ADR kennen und umsetzen können, wie die vorgeschriebenen Pausen einhalten, die Verkehrsgesetze genau kennen und einhalten und sich im Verkehr angepasst verhalten.

Könnten Sie mich als Strassentransportfachfrau in einem Ihrer Lastwagen vorstellen?
Generell sicher, da es immer mehr Frauen in diesem Beruf gibt und du über deinen Vater schon viel Einblick in diese Berufswelt erhalten hast. Es ist jedoch mit vierzehn Jahren doch noch eher früh, um eine Berufsentscheidung zu treffen, aber durchaus vorstellbar.

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