Von Stefanie Lorez und Solange Boucas Flores (15 Jahre)

Ihr Walliser Dialekt gefällt uns sehr. Welcher Schweizer Dialekt gefällt Ihnen am besten?
Stefanie Heinzmann: Dies ist eine schwierige Frage. Der Berner Dialekt gefällt mir ziemlich gut, weil einige meiner Freunde in Bern wohnen. Ich finde es speziell schön, dass in so einem kleinen Land wie der Schweiz so viele verschiedene Dialekte gesprochen werden.

Welcher war Ihr Traumberuf, als Sie noch zur Schule gingen?
Zuerst wollte ich etwas mit Tieren arbeiten, aber ich reagierte allergisch auf sie. Dann wollte ich Stewardess werden, weil ich das Fliegen so interessant fand. Mit 14 Jahren merkte ich, dass ich äusserst gern sang. Ich konnte mir jedoch nicht vorstellen, dass etwas werden würde mit dem Singen, weil man im Wallis nicht so das Gefühl hat: Oh ja, ich singe und mache dies zum Beruf. Man meint halt, dieser Beruf habe keine Hände und Füsse. Da ich Buchhaltung und Mathe mochte, stellte ich mir vor, einmal als Sekretärin zu arbeiten, irgendwo in einem Büro.

Wie kamen Sie zum Singen?
Ja, ich glaube, da muss man nicht wirklich darauf kommen, das spürt man – oder eben nicht. Das ist bei jedem Menschen so. Jeder, der eine Leidenschaft hat, macht sich nicht gross Gedanken, es ergibt sich wie selbstverständlich. Ich glaube, mit diesem Song hat alles angefangen: «My man is a mean man».

Welches war Ihr erstes Album, das Sie herausgaben?
Das erste Album war «Masterplane». Es kam im März 2008 heraus.

Wie haben Ihre Kollegen, Ihre Familie und Verwandten auf Ihren ersten Titel reagiert?
Die haben «ends» cool darauf reagiert, waren mega stolz auf mich und hatten eine riesige Freude.

Wie veränderte sich Ihr Leben, nachdem Sie 2008 in Stefan Raabs «TV Total» erfolgreich waren?
Das ist wirklich die meistgestellte Frage. Mein Leben veränderte sich komplett. Vorher war ich ja Schülerin, danach Sängerin. Ich glaube, grössere Unterschiede kann es im Leben nicht mehr geben. Das Einzige, was ich behalten habe von früher, ist, dass ich noch immer im Wallis bei meinen Eltern wohne und immer noch meine Freunde dort habe. Das ist meine einzige Konstante neben meiner Band, mit der ich seit vorletztem Jahr toure. Dazu gehört auch meine Crew, mit der ich seit sieben Jahren unterwegs bin. Ich bin froh, dass ich so etwas teilen darf mit so tollen Menschen.

Sie haben hier im Seehotel Waldstätterhof mit Ihrer Band das Konzert. Wie kamen Sie darauf?
Das verdanke ich meiner Booking-Agentur. Diese Konzerte organisiere ich nicht selber, das Anrufen, Fragen und Verhandeln. Mein Manager Sascha Ischi sagt mir, wo und wann ein Konzert stattfinden soll. So komme ich dorthin.

In welchen Ländern gingen Sie schon auf Tournee?
Bis jetzt waren wir in der Deutschschweiz, in Deutschland und in Österreich unterwegs. Mal schauen, was die Zukunft noch so bringt.

Lieben Sie die englische Sprache mehr als die deutsche, weil Sie mehr englische Lieder als deutsche in Ihrem Repertoire haben?
Ich unterscheide nicht, ob ich eine Sprache besser mag. Deutsch ist meine Muttersprache. Was ich schön finde am Englischen: Es ist eine weiche Sprache. Sie hat schöne Ausdrücke, eine Art und Weise, die sehr bildhaft ist. Ich habe es gerne, in Englisch zu singen. Es war eine einfache Entscheidung, weil der Walliser Dialekt zum Singen sehr hart tönt.

Was bedeutet für Sie Liebe?
Liebe ist für mich die Welt, Liebe ist für mich das Allerwichtigste. Liebe ist wertungslos. Jeder Mensch hat Liebe verdient. Liebe ist für mich das Einzige, was wirklich zählt. Ich bin ein sehr liebevoller Mensch und liebesbedürftig. Ich liebe die Liebe und habe für alle Liebe, da mache ich keine Unterschiede. Dies finde ich sehr wichtig, auch, dass ich mich selber liebe, was nicht immer einfach war. Dies musste ich lernen!

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