Von Noëlle König

Ein Indianermädchen, ein Wolf, eine Geige – und die Magie der Musik. Das ist der Film «Shana – The Wolf’s Music» vom Schweizer Regisseur Nino Jacusso. Er bringt damit die Welt der Scw’exmx-Indianer aus Kanada in die Schweizer Kinos. «Ich träumte schon als Kind davon, einen Film mit richtigen Indianern in deren Heimat zu drehen», sagt Jacusso über das Projekt. Der Film basiert auf der Geschichte «Shana, das Wolfsmädchen» von Federica de Cesco.

Eine weite Wiese mit einem Baum, darunter ein Mädchen, das Geige spielt. Ein Wolf, der sich anschleicht, um der Musik zu lauschen. Shana heisst das Indianermädchen. Sie ist musikalisch hochbegabt. Seit vor zwei Jahren ihre Mutter gestorben ist, rührt sie die Geige jedoch kaum noch an. Wenn doch, dann spielt Shana nur unter dem mit Amuletten behängten Ahnenbaum, an den sie jeden Tag einen Brief für ihre Mutter hängt. Sie hofft, ein Zeichen von ihr zu erhalten. Shana fühlt sich allein und ihr alkoholkranker Vater ist keine Hilfe. Erst durch die neue Lehrerin findet Shana wieder Freude am Geigenspiel. Dann verkauft ihr Vater die Wolfskopfgeige ihrer Mutter. Auf einer abenteuerlichen Reise durch den Wald holt sie nicht nur ihre Geige zurück, sondern begegnet auch dem weissen Wolf, den Geistern ihrer Ahnen und findet zwischen Trance und Traum zum magischen Geigenspiel.

«Shana – The Wolf’s Music» bietet eine Klangwelt sondergleichen. Das Geigenspiel von Shana, das Zirpen der Grillen, das Knirschen der Äste und Gräser, wenn der Wolf vorbeistreicht, das Klimpern der Amulette im Wind sind in einer Klarheit herausgearbeitet, dass man das Gefühl bekommt, mit Shana unter dem Ahnenbaum zu stehen. Jacusso erklärt: «Musik und Gesang funktionieren als direkte Kommunikation mit dem Jenseits.» Und in diesem Fall auch als direkte Kommunikation mit dem Betrachter. So fesselt Shana mit ihrer Musik nicht nur die Tiere, sondern auch die Zuschauer.

Shana – The Wolf’s Music. Samstag, 25. 1., 17 Uhr, Reithalle; Montag, 27. 1., 17.30 Uhr, Konzertsaal. Buchautorin Federica de Cesco wird bei der Premiere anwesend sein. Kinostart Deutschschweiz 20.3.

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