Ole Kirk Christiansen war bereits 41 Jahre alt, als er eine Idee hatte, die nicht nur weltbekannt werden sollte, sondern auch die Kindheit von zahlreichen Generationen prägte. Im Sommer 1932 entwarf der Schreiner Spielzeug wie Autos oder Enten aus Holz. Zwei Jahre später suchte er noch einem passenden Namen für seine Firma. Er setzte die beiden dänischen Wörter «leg» (spiel) und «godt» (gut) zusammen und taufte seine Firma «Lego». Heute ist der Name 80 Jahre alt und jedes Kind weiss, was Legos sind: rechteckige, farbige Plastiksteine mit Noppen auf der Oberseite oder kleine Männchen mit gelben Köpfen und dicken Schuhen.

Lego ist heute ein riesiges Unternehmen, bei dem rund 10 000 Erwachsene unzählige Steinchen und Männchen herstellen. Bis vor 8 Jahren produzierte Lego noch in Willisau im Kanton Luzern. Doch dann zog die Fabrik nach Tschechien um.

Jedes Jahr werden in verschiedenen Fabriken 340 Millionen Legomännchen produziert. Das sind über 40-mal so viele, wie Menschen wie in der Schweiz wohnen. Stellt man alle diese Lego-Figuren der Reihe nach auf, reicht die Männchen-Kette von der Schweiz bis nach China.

Doch Lego ist viel mehr als nur kleine Klötzchen und Männchen mit gelben Köpfen. Es gibt Züge, Autos, Bauernhöfe oder Pflanzen, die man aus Lego bauen kann. Oder echte Vergnügungsparks mit Wasserbahnen, wo man in Boote sitzen und durch Legolandschaften fahren kann: Legoland heissen diese Parks. Da gibt es auch Pommes frites, welche die Form von Legosteinen haben. Aber die sind aus Kartoffeln und schmecken gut. Ein solches Legoland liegt sogar in Deutschland in der Nähe von Ulm, das ist gar nicht so weit weg von der Schweiz. Da dürfen Kinder Dinge tun, die sonst nur Erwachsene machen, wie zum Beispiel einen Führerschein machen, ein eigenes Kanu steuern oder ein Ritterturnier bestreiten.

Oder kennt ihr die Krimis von Philipp Maloney, die am Sonntagmorgen am Radio gespielt werden? Der Luzerner Joel Richard hat eine dieser Geschichten mit Lego-Männchen nachgespielt. Er hat dafür die einzelnen Figürchen genommen und sie fotografiert, ein klein wenig bewegt und wieder fotografiert. Wenn man das ganz oft macht und die einzelnen Bilder dann nacheinander laufen lässt, dann entsteht ein Film und die Lego-Männchen rennen durch die Gegend.

Nicht nur Kinder spielen mit Lego, sondern auch Erwachsene wie Joel Richard, der schon fast 30 Jahre alt ist. Ein englischer Fernsehmoderator hat sich vor drei Jahren sogar mal ein zweistöckiges Haus aus Lego gebaut, sogar die Dusche war aus Legosteinen. Für dieses farbige Haus hat er 816 Millionen einzelne Steine zusammengesetzt – natürlich nicht alleine, 1000 freiwillige Helfer haben ihm dabei geholfen. Allerdings wohnte er nur ein Wochenende darin, dann musste er es wieder abreissen.

Ob gross oder klein, mit Lego spielen macht einfach Spass. Und das schon seit 80 Jahren.

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