Von Melanie Caduff (16 Jahre)

Das Freiberger Pferd ist eine fast zwei Jahrhunderte alte, aus dem Jura stammende Rasse. Heutzutage wird sie in der ganzen Schweiz gezüchtet. Der Freiberger wurde vom leichten Zugpferd zu einem vielseitigen, beliebten und robusten Freizeitpartner mit geschmeidigen und sicheren Gangarten entwickelt. So ist er fürs Kutschenfahren und fürs Reiten gut geeignet. Er hat einen gutmütigen Charakter, ist gesellig und ruhig, weshalb er als ein sehr geeignetes, modernes Familienpferd gilt.

Ob beim Reiten oder im Fahrsport, der Freiberger ist leistungsfähig und furchtlos. Da der Freiberger robust, frühreif und genügsam ist, ist der Aufwand für seinen Unterhalt nicht sehr gross. So lässt er sich recht einfach im Freilaufstall oder auf der Weide halten. Als zuverlässiges und ausgeglichenes Tier bringt er ideale Voraussetzungen als Therapie-Pferd mit. Der Freiberger lernt schnell. Dank seinem starken Willen kann er ohne die Ruhe zu verlieren unterschiedlichste Situationen meistern.

Jedes Jahr, am zweiten Wochenende des Monats August, findet in Saignelégier der Marché-Concours statt. Dieses Fest dauert drei Tage. Zehntausende stellen sich dann ein, um der einmaligen Pferdeschau, einem berühmten volkstümlichen Umzug und originalen ländlichen Pferderennen sowie dem nationalen Pferdemarkt beizuwohnen. Jährlich werden zwei Gastkantone ausgewählt. Als im vorletzten Jahr die Gastkantone Glarus und Graubünden an der Reihe waren, durfte ich mit dabei sein.

Am Freitagmorgen des 9. Augusts, um neun Uhr, traf ich mich mit allen Festteilnehmern in Landquart, wo die zirka zwanzig Pferde in Transportfahrzeuge verladen wurden. Wir fuhren mit einem Bus in den Jura.

In fünf grossen, langen Ställen, wo schon viele Freiberger aus der ganzen Schweiz standen, platzierten wir auch unsere Pferde. Wir waren zu siebt da, drei Erwachsene und vier Mädchen, samt den drei Pferden und einem Fohlen. Eine der Erwachsenen war meine Reitlehrerin, der die Pferde gehörten, mit denen wir da waren.

Während des Festes fanden viele verschiedene Vorstellungen statt. Mir gefiel die Fohlenschau besonders, an der Fohlen mit ihrer Mutter vorgezeigt wurden. Wir traten mit einer Stute und ihrem Fohlen auf. Die Stute zog zwei Baumstämme hinter sich her. Zwei Reiter eines grossen Reiterhofs aus dem Engadin fuhren mit Schlittedas, also Schlitten auf Rädern, die von Freiberger Pferden gezogen wurden. Und schon waren wir nochmals dran, verkleidet als eine Gruppe von Säumern. Wir zeigten eine Show, in der wir, also die Säumer, die Postkutsche überfielen und ausraubten. Nach unserem gespielten Raubüberfall traten zwei Männer auf, die auf Rollerblades über Traktoren sprangen.

Mehr Infos über Freiberger Pferde und den Marché-Concours gibts auf der Website des Freiberger Verbandes: www.fm-ch.ch

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