Heute Abend könntest du wieder einmal in ein Gewitter geraten. Du weisst, was das heisst: Regen, Blitze und Donner. Ab und zu sorgt ein Gewitter sogar für Hagel. Doch wie entsteht ein Gewitter?

Zuerst einmal muss es auf der Erde ein Gebiet geben, das mehr Wärme abgibt als die Gegend rundherum. Das kann zum Beispiel ein See sein. Die Oberfläche des Sees spiegelt nämlich die Sonne und gibt so wieder viel Wärme ab. Wenn die Sonne nun auf den See scheint, verdunstet auch Wasser. Die Luft ist dadurch sehr feucht. Gleichzeitig ist die Luft wärmer als die Luft an anderen Orten. Darum steigt die Luft auf.

Je höher du gehst, desto tiefer wird die Temperatur. Wenn du zum Beispiel mit einem Flugzeug fliegst, spürst du zwar von der Kälte nichts, aber es wäre draussen kälter als meistens im Winter.

Die Luft, die aufsteigt, ist nun wärmer als die kalte Luft in der Höhe. Wenn kalte auf warme Luft trifft, passiert etwas. Es entstehen die grossen, blumenkohlartigen Gewitterwolken. Weil sie viel Wasser enthalten, kann es nun zu regnen beginnen. Wenn in der Höhe dann auch noch starker Wind herrscht und es elektrisch geladene Eiskristalle gibt, entstehen Blitze.

Gewitter können heutzutage sehr genau vorherbestimmt werden. «Mit der neuen Technik können wir Gewitter in Zukunft wahrscheinlich bis vier Tage im Voraus bestimmen», sagt Heini Wernli. Er ist Professor an der ETH Zürich und beschäftigt sich mit dem Wetter. Zwanzig bis dreissig Minuten vorher könne man ausserdem sagen, wo es zum Beispiel hagelt oder sehr schlimm wird.

Doch wer ist in der Schweiz hauptsächlich von Gewittern betroffen? «Die meisten Gewitter gibt es in den Voralpen», sagt Wernli. Damit gemeint sind zum Beispiel die Regionen im Berner Oberland, im St. Galler Linthgebiet oder auch einige Gebiete im Kanton Luzern. Von dort aus ziehen die Gewitter dann weiter. «Meistens ziehen sie in Richtung Nordosten», sagt Wernli. Dann wandern die Gewitter also weiter in Richtung Aargau, Zürich oder Basel.

Übrigens: Die Blitze sind nicht nur schön anzuschauen, sondern auch sehr gefährlich. Meistens schlagen die Blitze in die höchsten Gebäude oder Bäume ein. Wenn du zum Beispiel während eines Gewitters auf dem offenen Feld bist, gehst du deshalb am besten dorthin, wo es Häuser rundherum gibt. Auf keinen Fall solltest du dann deinen Schirm öffnen.

Sich im Wald zu verstecken, ist nicht immer eine gute Idee. Blitze können auch in Bäume einschlagen und zum Umfallen bringen. Ganz sicher bist du bei dir zu Hause, im Auto oder im Zug. Und meistens dauert ein Gewitter auch nicht allzu lang und ist nach zwanzig oder dreissig Minuten vorbei.

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