Ein begeisterter Skisportathlet

Rasende Fahrt auf der Rennpiste: Marco Karrer ist voll in Form. Foto: Stefan Michael

Rasende Fahrt auf der Rennpiste: Marco Karrer ist voll in Form. Foto: Stefan Michael

Als Jungjournalist auf der Spur eines talentierten Nachwuchssportlers.

Von Tim Niederdorfer (15 Jahre)

Marco Karrer, ein 15-jähriger Oberstufen-Schüler, mit dem ich in Cazis die Schulbank drücke, liebt den alpinen Skisport über alles. Er ist begeistert von der Technik, von Tempo und Schnee. So verbringt er im Winter viel Zeit auf den Ski, im Sommer mit Konditions- und Ausdauertraining.

Schon früh zeichnete sich ab, dass für Marco Schnee eine faszinierende Materie ist. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er schon mit zweieinhalb Jahren auf den Ski stand. Mit sieben Jahren trat er in die Jugend-Organisation (JO) des Skiklubs Beverin ein. Von da an war sein Weg sozusagen vorausbestimmt. Mit viel Fleiss und Ausdauer widmete er sich seinem Hobby. Vom Skiklub erhielt er die nötige Unterstützung. Seine Ausdauer und sein Fleiss zahlten sich vor zwei Jahren aus, als er sich für das Kader des Regionalen Leistungszentrums Mittelbünden qualifizieren konnte.

Heute trainiert Marco im Kader U16 des regionalen Leistungszentrums Mittelbünden Ski alpin. Dies ermöglicht ihm eine gute Abstimmung zwischen dem Besuch der Schule, den sportlichen Trainings und den Wettkämpfen.

Im Kader U16 der Trainingszelle Mittelbünden werden fünfzehn Athletinnen und Athleten im Alter von vierzehn bis sechzehn Jahren betreut. Training und Rennangebot umfassen etwa 80 Trainingstage auf Schnee – in der Vorsaison in der Skihalle oder auf dem Gletscher, im Winter auf den Pisten in der Region –, 24 Renntage, 70 Konditionstrainings in der Halle, im Kraftraum oder im Freien (Konditionswoche), was etwa 200 Stunden entspricht, ungefähr 40 geleitete Individualtrainings sowie Sportuntersuchungen, Materialkunde und Skiservice.

Marco fühlt sich im Kader des regionalen Leistungszentrums sehr wohl. Dies ist für ihn sehr wichtig, da er einen grossen Teil seiner Freizeit mit den anderen Athleten zusammen trainiert. Marco arbeitet zielstrebig und sehr motiviert an seiner Leistung. Sein Trainingsplan beträgt im Winter pro Woche etwa zwei bis vier Stunden Kondition und acht bis zehn Stunden Skitraining sowie im Sommer acht bis vierzehn Stunden Kondition und Koordination.

Die diesjährige Saison endet für Marco Karrer Ende April mit dem internationalen Silvretta-Schüler-Cup in Samnaun. Am heutigen Sonntag nimmt er an den Bündner Meisterschaften in Laax teil. Dabei erhofft er sich die eine oder andere Rangierung in den Top Ten. Überhaupt kann er mit seinen bisherigen Leistungen zufrieden sein, liegt er doch in der Cupwertung des Trainings-Zentrums Mittelbünden mit 80 Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz.

In der Cupwertung des Bündner Skiverbandes ist es ihm im vergangenen Winter nicht immer so gut gelaufen, konnte er doch zwei Rennen wegen Krankheit nicht bestreiten. Mit Rang 17 ist er aber immer noch viertbester Bündner seines Jahrgangs.

Dank guten Rangierungen konnte sich Marco für diverse Interregion-Rennen in Pontresina, Flums, Splügen und Tschappina qualifizieren und weitere wichtige Rennerfahrungen sammeln. Ein Highlight dieser Saison war sicher der erste Rang im Migros Grand Prix Cup in Savognin, wo er sich für das Finale in Arosa qualifizierte.

Marco geht in die zweite Klasse der Sekundarschule und die Berufswahl steht an. Für ihn ist klar, dass er sich im Skisport weiterentwickeln möchte. Deshalb schnupperte er diesen Winter in der Sportschule Davos. Eine weitere Möglichkeit sieht er aber auch in einem handwerklich-technischen Beruf, zum Beispiel als Schreiner oder Zeichner. In der Beruflichen Gewerbeschule in Chur, einer anerkannten Swiss-Olympic-Partnerschule, würde ihm als Athleten im Leistungssport ein gutes Förderprogramm angeboten. Im Frühjahr wird er auch einige Schnuppertage in diesen Bereichen absolvieren.

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