Tausende Menschen beobachteten diese Woche in Rom ein Chämi. Auf dem Petersplatz warteten Katholiken darauf, dass aus dem Schornstein einer Kapelle weisser Rauch aufsteigt. Am Mittwoch war es so weit. Die Menschen auf dem Platz jubelten, denn sie wussten: Ein neuer Papst ist gewählt. Er heisst Jorge Mario Bergoglio und kommt aus Argentinien. Franziskus, wie sich Bergoglio fortan nennt, ist nun der oberste Chef der Katholiken. Das sind mehr als eine Milliarde Menschen.

Sie glauben an einen Gott, der vor 2000 Jahren seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde geschickt habe, um seine frohe Botschaft zu verkünden. Andere Christen glauben auch an diesen Gott und an Jesus, den Papst akzeptieren sie aber nicht als Oberhaupt. Mächtige Männer – Frauen gab es bisher in einem solchen Amt offiziell nicht – gibt es auch in anderen Religionen. So verehren zum Beispiel die Buddhisten aus Tibet einen Mönch, den sie Dalai Lama nennen. Der Dalai Lama wird nicht wie der Papst gewählt und dann mit weissem Rauch angekündigt, sondern bereits als Kind auserkoren. Die Buddhisten glauben nämlich an die Wiedergeburt. Und als der Vorgänger des heutigen Dalai Lamas starb, machten sich Mönche auf die Suche nach dem Kind, als das er gemäss ihrem Glauben wiedergeboren wird.

Nach der Legende liessen sich die Mönche von Visionen leiten und fanden so den Bub Lhamo Döndrub. Im Alter von fünf Jahren war er bereits das religiöse Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. Heute ist er 77 Jahre alt und reist um die ganze Welt. Er gibt seinen Anhängern Ratschläge, wie man das Nirvana erreichen kann. Das ist ein Zustand, in dem man keine Ängste, aber auch keine Wünsche mehr hat.

Auch die Buddhisten lassen viel Rauch aufsteigen. Nicht durch ein Chämi in Rom, sondern an Zeremonien mit Räucherstäbchen.

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