Der Meteoritenregen vom vergangenen Freitagmorgen in Russland kann einem ganz schön Angst einjagen. Mit gegen 20 Kilometern pro Sekunde raste der Meteorit auf die Erde zu. Als der Himmelskörper in der Atmosphäre explodierte, gab es einen lauten Knall und es folgte ein Meteoritenregen. Der grosse Brocken aus dem All war 10 bis 20 Meter gross.

Ein Meteoriteneinschlag mit solchen Auswirkungen ist extrem selten. Dennoch schätzt man, dass pro Jahr rund 190 000 Meteoriten auf die Erde stürzen. Sie sind viel kleiner als jener in Russland. Viele dieser Meteoriten fallen ins Meer oder landen in unbesiedelten Gebieten wie der Wüste, wo es niemand bemerkt. Manchmal werden solche Gesteinsbrocken erst Jahre oder Jahrhunderte später gefunden. Die meisten Meteoriten stammen aus unserer nächsten Nachbarschaft, zumindest wenn man in kosmischen Dimensionen denkt. Es handelt sich nämlich um Bruchstücke von Asteroiden und diese stammen meistens aus unserem Sonnensystem. Solche Asteroiden bewegen sich ähnlich wie die Erde um die Sonne. Sie sind aber viel, viel kleiner als zum Beispiel unser Mond. Nur die allerwenigsten erreichen einen Durchmesser von einigen 100 Kilometern. Insgesamt schätzt man die Zahl der Asteroiden auf über eine Million. Bislang sind fast 600 000 Asteroiden bekannt.

Sobald ein solcher Asteroid wegen seiner Grösse eine eigene Schwerkraft hat, entwickelt er über Jahrmillionen eine runde Form gleich jener der Erde. Ein solches Objekt nennt man Zwergplanet.

Erst am vergangenen Freitagabend ist der Asteroid 2012 DA14 mit einem Durchmesser von rund 50 Metern in einer Entfernung von weniger als 28 000 Kilometern an der Erde vorbeigeschrammt. Zum Vergleich: Die kleinste Entfernung des Mondes zur Erde beträgt 356 410 Kilometer. Das liegt daran, dass die Umlaufbahn des Mondes um die Erde nicht kreisrund ist, sondern elliptisch wie ein Ei.

Zusammenstösse von kleinen Gesteinsbrocken sind im All keine Seltenheit. Wenn zwei solcher Brocken aufeinanderprallen, splittern kleine Gesteinsbrocken vom Asteroid ab. Die schwirren dann bis zu einige Millionen Jahre im All umher, bis sie als Meteoriten auf die Erde prallen. Weil die Erde eine schützende Atmosphäre hat, verglühen viele dieser Brocken, bevor sie den Boden erreichen.

Meteoriten sind eigentliche Perlen für die Wissenschaft und von unschätzbarem Wert. Sie enthalten nämlich das älteste Material unseres Sonnensystems, das vor 4,56 Milliarden Jahren entstanden ist. Damit können die Forscher quasi aus nächster Nähe die Entstehung unseres Sonnensystems untersuchen.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!