Bereits im Vorschulalter sind rund ein Prozent aller Kinder depressiv. Im Grundschulalter sind bereits zwei Prozent betroffen und in der Pubertät sind sogar drei bis zehn Prozent aller Jugendlichen depressiv. Von leichten Verstimmungen bis hin zu schweren Depressionen: Es kann auch Kinder treffen. Die ersten Symptome können sich bereits mit fünf bis sechs Jahren zeigen. Doch selbst für Experten ist es oft schwierig, diese richtig einzuordnen. Denn das Erscheinungsbild ist stark abhängig vom Alter, dem Temperament und der Fähigkeit des Kindes, die eigene Welt in Worte zu fassen.

Ängstliches und auch aggressives Verhalten
Bei depressiven Kleinkindern können Ein- und Durchschlafschwierigkeiten ein Hinweis sein. Auch schlecht Essen, Klammern und häufiges Weinen sind mögliche Anzeichen. Bei Spielen sind sie oft teilnahmslos und uninteressiert. Selbststimulierendes Verhalten wie exzessives Daumenlutschen kommen häufig vor. In vielen Fällen sind diese Kinder auch in der Entwicklung etwas verzögert.
Sind Kinder im Vorschulalter depressiv, so fällt oft auch eine verringerte Mimik und Gestik auf. Die Kinder wirken traurig, introvertiert und gehemmt. Die Stimmungslage kann manchmal sehr instabil sein, was in ängstlichem und oft auch aggressivem Verhalten resultiert. Ess- und Schlafstörungen sind auch bei depressiven Vorschulkindern ein Symptom.

Ab dem Schulalter zunehmend ähnlich wie Erwachsene
Sobald die Kinder etwas älter sind, werden die Symptome ähnlicher wie bei depressiven Erwachsenen. Die Kinder reden dann offen darüber, dass sie traurig sind und wieso. Oft sind solche Kinder sozial isoliert, da sie ängstlich sind und Hemmungen im Umgang mit anderen verspüren. Zudem haben depressive Schulkinder oft Mühe, sich zu konzentrieren. Häufig treten Kopf- oder Bauchschmerzen ohne körperliche Ursachen auf.
In der Pubertät fühlen sich Betroffene innerlich leer, haben starke Selbstzweifel und Stimmungsschwankungen. Manche Betroffene äussern gar Suizidgedanken. Zusätzlich ist die Diagnose in diesem Alter aber noch erschwert, da in der Pubertät öfters negative Gefühle vorkommen und auch entsprechend geäussert werden.

Sicherheit und Geborgenheit
Für Kinder sind stabile Lebensverhältnisse und gute soziale Netzwerke sehr wichtig und vermitteln ihnen Sicherheit und Geborgenheit. Ausserdem sollte Kindern ein gesundes Selbstwertgefühl vermittelt werden. So sind diese am besten geschützt vor Depressionen. Auch das Umgehen mit Enttäuschungen, Niederlagen und Frustrationen muss erlernt und toleriert werden.

Wenn das Kind doch depressiv wird
Genauso wie für Erwachsene gibt es auch für Kinder die Möglichkeit für stationäre oder ambulante Therapien. In der Regel handelt es sich hierbei um Psychotherapien, wobei bei schweren Fällen zusätzlich mit Medikamenten behandelt wird. Jede Therapie muss aber das Alter, den Entwicklungsstand, die familiäre Situation und die allgemeinen Lebensumstände des Kindes berücksichtigen. Die Eltern werden fast immer miteinbezogen in den Therapieprozess.