Siebträgermaschinen sind fast immer halbautomatische Kaffeemaschinen, bei welchen die abnehmbaren Siebträger mit gemahlenem Kaffee gefüllt werden und mittels eines sogenannten Bajonettverschlusses wieder unter die Maschine geschnallt werden. Solche Geräte sind gerade in der Gastronomie sehr beliebt, da beispielsweise der Mahlgrad, die Menge und die Stärke der Kompression des Kaffeemehls vom Bediener beeinflusst werden können, um so ein exquisites Ergebnis zu erreichen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersuchte nun drei dieser Siebträgermaschinen, wobei zwei von drei durch eine hohe Bleifreisetzung auffielen, nachdem eine Entkalkung gemäss Vorschrift durchgeführt wurde. Die Konzentrationen lagen direkt nach der Entkalkung teils bis zu 100fach über dem technischen Richtwert. Auch einige Tage danach, waren die Werte noch zu hoch. Es wird vermutet, dass das Blei wohl aus den verunreinigten Bauteilen des Gerätes stammt und durch die aggressiven Entkalkungsmittel herausgelöst wird.

Gesetzliche Grenzwerte sind noch nicht vorhanden
Blei – ein giftiges Schwermetall – soll Nieren und Nerven schädigen und vor allem schwangere Frauen gelten als besondere Risikogruppe. Blei kann nämlich die Plazentaschranke passieren, was zu Schäden in der Gehirnentwicklung des Kindes führen kann. Doch bis anhin fehlen gesetzliche Grenzwerte für die Metallfreisetzung aus Materialien im Kontakt mit Lebensmitteln, was es nicht möglich macht, gegen die Hersteller der Espressomaschinen vorzugehen.

Welche Modelle untersucht wurden, wurde zudem auch nicht publiziert. Das BfR begründet seine Zurückhaltung darin, dass es sich um ein Forschungsprojekt handle und es noch weit mehr als die drei untersuchten Modelle auf dem Markt gibt, weshalb die Untersuchung als nicht repräsentativ gilt.

Wer nun aber nicht auf Kaffee verzichten möchte, der muss das glücklicherweise auch nicht tun. Es empfiehlt sich aber bei Siebträgermaschinen nach dem Entkalken etwas Wasser für längere Zeit einfach ablaufen zu lassen, bevor der nächste Espresso zubereitet wird. Denn es zeigte sich in den Untersuchungen, dass die Bleilässigkeit in den Folgetagen sank – dennoch waren die Werte immer noch über dem Freisetzungsrichtwert. Wem das zu heikel ist, der muss wohl oder übel auf Kaffeepad- oder Kapselgeräte wechseln. Bei den Untersuchungen lag der Bleiabgabewert solcher Maschinen nämlich im unbedenklichen Bereich.