Das künstliche Koma ist ein durch Medikamente herbeigeführter Zustand zwischen Schlaf und Narkose. Auf diese Weise soll der Stoffwechsel von verletzten Patienten verlangsamt werden, um so weitere Schäden zu verhindern. Der Sauerstoffverbrauch wird genau so weit gesenkt, dass die Hirnzellen gerade noch überleben können. Darüber hinaus sollen sie aber nicht auf Reize – weder im noch aussen vom Körper – reagieren müssen. Genau in diesem Zustand befindet sich zurzeit Michael Schumacher seit seinem Skiunfall am 29. Dezember. Nachdem er mit dem Kopf gegen einen Fels geprallt war, erlitt er ein schweres Schädelhirntrauma.

Das künstliche Koma ist dazu da, damit sich der Körper nach grossen Operationen oder schweren Unfällen besser erholen kann, indem er auf Sparflamme gesetzt wird. Es handelt sich dabei neben der operativen Entlastung des Hirndrucks um eine der wichtigsten Massnahmen bei traumatischen Hirnverletzungen. In solch einem «Dämmerzustand» benötigt das Gehirn weniger Sauerstoff und Glukose. Das künstliche Koma ist vergleichbar mit einer Vollnarkose – die Patienten werden dabei mit Propofol oder Barbituraten in einen Tiefschlaf versetzt, aus welchem sie jederzeit wieder geweckt werden können. Bei einem echten Koma ist das hingegen nicht möglich.

Das echte Koma ist eine Schutzfunktion unseres Körpers. Bei schweren Krankheiten oder Verletzungen wird dieser Zustand von unserem Körper ausgelöst, damit wir starke Schmerzen oder Todesangst, welche wir nicht aushalten würden, nicht mehr wahrnehmen. Aus solch einem Koma lässt sich ein Patient nicht einfach wecken. In der Regel dauert es einige Tage oder Wochen, bis sich der Zustand bessert. In manchen Fällen kann auch der Hirntod eintreten.

Ein künstliches Koma kann unterschiedlich lange dauern – zwischen wenigen Stunden bis hin zu einem Monat kann dieses dauern. Es ist wichtig, dass sich in diesem Zeitraum eine Besserung einstellt, denn der Körper wird immer empfindlicher auf die Vollnarkose reagieren, da sich ein Gewöhnungseffekt entwickelt. Ist eine Besserung sichtbar, so wird das Narkosemittel reduziert. Die Dauer der Aufwachphase ist abhängig von der Tiefe des Komas. Patienten, welche das Bewusstsein wieder erlangen, reagieren sehr unterschiedlich. Einige sind verwirrt und können sich oft an die Ursache des Komas – beispielsweise den Unfall – nicht mehr erinnern. Welche Folgen das Koma und der Unfall für Michael Schumacher haben werden, ist noch offen und kann auch von den behandelnden Ärzten nicht prognostiziert werden.