Um das Risiko für den plötzlichen Kindstod zu minimieren, gibt es einige allseits bekannte Grundsätze: Schlafen auf dem Rücken und auf einer festen Matratze, eine rauchfreie Umgebung und das Vermeiden von Überwärmung beziehungsweise das Verzichten auf eine Bettdecke und ein Schnuller ohne Zwang sind wohl die wichtigsten zu nennenden Massnahmen. Die Schweizerischen Gesellschaften für Pädiatrie (SGP) und Neonatologie fügen nun zusammen mit der Schweizerischen Stiftung zur Förderung des Stillens neue Empfehlungen hinzu. Die Kernbotschaft lautet, dass Eltern ihre Neugeborenen während des ersten Lebensjahres strikt im eigenen Bett schlafen lassen und die Säuglinge nicht mit ins Elternbett nehmen sollten – also kein sogenanntes «Bedsharing» pflegen sollten.

Rauchende Eltern sollten sich strikt daran halten
Die Zahlen für den plötzlichen Kindstod sind seit Jahren konstant und betreffen etwa 1-2 Kinder pro 10'000 Geburten. Um allenfalls diese Zahlen weiter zu senken, sollten Eltern die Empfehlungen der SGP tatsächlich umsetzen und auch das Gesundheitsfachpersonal an einem einheitlichen Strang ziehen und diese Empfehlungen mittragen. Allerdings ist Bedsharing nicht strikte verboten, da dies kaum sinnvoll und vor allem nicht umsetzbar wäre. Als eine sinnvolle Alternative zum Bedsharing gilt zum Beispiel ein Kinderbett, welches an das elterliche Bett angedockt werden kann. Falls das Neugeborene doch im elterlichen Bett schläft, ist es wichtig, dass ein Säugling genügend Platz zum Schlafen und eine feste Matratze als Unterlage hat. Wenn die Eltern nun aber Raucher sind oder vorher Alkohol, Schlafmedikamente oder Drogen eingenommen haben oder auch krank oder übermüdet sind, sollte Bedsharing unbedingt unterlassen werden, da es so mit einem wesentlich höheren Risiko für einen plötzlichen Kindstod einhergeht. Generell gilt aber auch für nichtrauchende Eltern, dass Bedsharing zumindest in den ersten drei Lebensmonaten komplett unterlassen werden sollte.

Stillen halbiert das Risiko
Eine neuere Metaanalyse zeigte, dass das Risiko für den plötzlichen Kindstod durch das Stillen um 50% reduziert wird und bei voll gestillten Kindern sogar um 75%. Es ist jedoch noch unklar, ob und wie das Stillen den Zusammenhang zwischen dem plötzlichen Kindstod und dem Bedsharing beeinflusst.

Ein Artikel von: www.fragdenapfel.com – die Suchmaschine für Ihre Gesundheit