In der Ausgabe vom 9. Januar 2011 schrieb ich «Hände weg» vom Westschweizer Mäuseproduzent Logitech. Seit dem freitäglichen Kurssturz ist allen klar, dass der «No go»-Status mehr als gerechtfertigt war. Bei einem Kursstand von unter 14 Franken ist die Aktie weiterhin kein Schnäppchen. Noch spannender finde ich die Statistik der Kauf-/Verkaufstransaktionen von höhergestellten Mitarbeitern, die über die in Amerika gehandelten Logitech-Aktien in den letzten vier Monaten stattgefunden haben (erstmaliger Kauf bei 13 Franken).

«Trotz eines veritablen Kurshörsturzes von mehr als 18% in den letzten beiden Monaten bleiben die Aktien der Sonova (Ex-Phonak) überteuert und sollten gemieden werden» (Zitat «Sonntag» vom 9. Januar 2011). Der Kurs wurde schon lange künstlich hochgehalten und nun kam die teure Offenbarung. Schaut man sich den Kursverlauf von ausgewählten Optionsscheinen (Warrants) an, wird einem klar, dass noch weitere Trittbrettfahrer zugeschlagen haben. Insbesondere die gigantischen Transaktionen um den 2.März2011sind ein eindeutiges Zeichen.

Mit einwöchiger Verspätung ist die US- Bewertungsperle Weatherford mit Handel an der Schweizer Börse durchgestartet: +13,31% in einer Woche. Jetzt hat die Aktie aufgrund meines quantitativen Modells noch 15% Platz nach oben, bevor erste Verkäufe einsetzen werden (halten).

Der weltweit grösste Lachsproduzent Marine Harvest sorgt für eine weitere positive Überraschung und erhöht ausserplanmässig die Dividende um weitere 30%. Damit ist die aktuelle Dividendenrendite von 11,6%, die im Börseninformationssystem Bloomberg angezeigt wird, falsch. Nützen Sie diesen Informationsvorsprung. Laut meinen Modellen gehe ich neu von einer Dividendenrendite von 14% aus (halten).

In Topform befindet sich unsere letztwöchige Empfehlung, die kleinkapitalisierte Schaffner Holding, mit einem Wochenplus von 6,27%. Nun gilt es, erste Teilgewinne zu realisieren (verkaufen).

Steil nach oben gehts beim Thuner Solarproduzenten Meyer Burger mit einem Zuwachs von allein 12,57% in dieser Börsenwoche. Insbesondere der Bankengigant HSBC kauft wie wild diese Titel für seine Kunden ein. Mit einer Monatsperformance von 34,59% ist speziell die UBS happy, die schon früher zu den grossen Fans dieses Titels zählte (halten bis auf 44.15 Franken).

Nicht zu halten ist der Zuger Schraubenkönig Bossard: +43,91% seit dem 1. Januar 2011. Die Aktie ist weiterhin zu billig im internationalen Kontext, und eine feindliche Übernahmeofferte würde mich nicht überraschen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 bleibt die Aktie ein «must buy». Der Kurszuwachs von 113,52% über die letzten 12 Monate spricht Bände (halten).

Fundamental zu billig ist der Klimageräthersteller Zehnder aus Gränichen, der vor einem weiteren grösseren Kurssprung steht. Mit einer Ebit-Marge von 11% kann die Firma positiv in die Zukunft blicken. Insbesondere deutsche Anleger finden sich unter den Käufern. Für die nächsten drei Monate sehe ich ein Kurspotenzial von 12% (erstmaliger Kauf).

Erneut nimmt die Swiss Re Anlauf auf das Kursziel von 60 Franken. Versicherungsanalysten gehen davon aus, dass höhere Preise nach der Nuklearkatastrophe in Japan durchgesetzt werden können. Auch ist der US-Grossinvestor Warren Buffet wieder einmal in den Startlöchern, um Anteile am Rückversicherungsgiganten zu erwerben (halten).

Gratisflug nach Wien: Die neu gegründete Ostschweizer Airline Peoples Viennaline (www.peoples.ch) offeriert bei einem gebuchten Wien-Flug von Altenrhein aus mit Flugdatum April 2011 ein Gratisticket in der gleichen Buchungsklasse, das bis Ende 2011 einlösbar ist.

Der Finanzplatz Schweiz ist immer wieder für eine Überraschung gut: Michael Reichstein sucht Kapitalanleger für seinen Pferderennfonds. Laut «Hedgeweek» wird der Fonds über die SGGG Fexco Fund Services Malta gesteuert, Bankdienstleistungen werden von der UBS in Zürich offeriert. Zielrendite des exotischen Investments ist 12% pro Jahr. Nun wartet man auf die Zustimmung der maltesischen Finanzbehörden und dass die notwendigen 5 Millionen Euro Anlagekapital eingesammelt werden.


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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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