Einen Zacken zugelegt haben verschiedenste Compliance-Abteilungen von grösseren Schweizer Banken in Sachen russische Vermögen: Kundengelder von über 25 Millionen müssen einer verstärkten Prüfung standhalten, und ein «Njet» wäre keine Überraschung: In der Westschweiz wurden schon so genannte Russian Desks zugemacht.

Aufgepasst auf Ihre Pensionskassengelder: Eine auf KMU spezialisierte Sammelstiftung hat per Ende September 2011 eine Minusperformance von 10,59% erreicht. Nun wird die schlechte Börsenstimmung auch auf Ihr Altersguthaben direkte Konsequenzen haben. Fragen Sie nach, wie es um Ihre Anlagegelder steht: Die Erfolgsbilanz der Pensionskassen wird 2011 stark eingetrübt sein und die komfortablen Ausschüttungen werden für absehbare Zeit der Vergangenheit angehören.

Keine Erholungstendenz in Sicht beim Modekonzern Charles Vögele: Der Kurs hat sich seit Jahresanfang halbiert und weiterhin bleiben die grossen Investoren an der Seitenlinie. Ein Kauf drängt sicher erst unter 22 Franken auf (aktuell: 25.75; weiterhin abwarten).

Der Kursdruck auf die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse wird sicherlich bis zum UBS Investors Day vom kommenden Donnerstag, 17. November 2011, anhalten. Spannend ist in diesem Zusammenhang, welche Stossrichtung das Investmentbanking nimmt, das viel wertvolles Kapital bindet und für wenig positive Nachrichten in der letzten Vergangenheit gesorgt hat.

Stark finde ich den Clariden Barrier Reverse Convertible (Valor 13626418) mit Nestlé, Credit Suisse und Roche. Der Coupon von 10% in Schweizer Franken aufs Jahr überzeugt. Bei einer Barriere von 55% sollte da nichts anbrennen (buy).

Gut gefällt mir die COSI-Struktur der EFG Financial Products (Valor 14081007) mit Aargauer Touch: ABB, Syngenta und Zürich Versicherung. Hier wartet ein netter Coupon von 10,25% und eine Barriere von 55% auf dem Beipackzettel. Die Chance eines Barrierebruchs über die Laufzeit schätze ich als gering ein (buy).

Es wird leider Frühling 2012 werden in Sachen Investitionen bei Von Roll: Die Neuausrichtung des Traditionsunternehmens muss greifen, bevor es an der Börse aufwärtsgehen kann. Damit ist die im Sommer 2011 angedachte Idee, im Herbst 2011 einzusteigen, obsolet. Sorry! (Warten auf Frühling 2012)

Schritt für Schritt geht es bergab mit dem Thuner Solarproduzenten Meyer Burger. Mein dumpfes Gefühl hinsichtlich der Übernahme von Roth&Rau hat sich mehr als bestätigt. Warten Sie weiterhin ab. Ich sehe die Aktien nochmals um einiges tiefer – gegen 15 Franken (aktuell: 18.65).

Wie lange Österreich seine Staatsanleihen noch mit einem AAA-Rating schmücken kann, steht erstmals in den Sternen: Die Expansion der Banken Richtung Osteuropa mit scheinbar billigen Hypotheken-Krediten in Schweizer Franken sorgt für immer mehr Bauchschmerzen. Ungarn lässt grüssen.

Weiterhin nicht von Fleck kommt das Basler Unternehmen Lonza: Der Umbau des Konzerns in zukunftsweisende Technologien speziell im Biochtech-Bereich wurde bis anhin an der Börse nicht honoriert. Erschwerend kommt darüber hinaus hinzu, dass die Ergebnisse aus dieser Sparte starken Schwankungen unterworfen sind (abwarten).

Richtig ruhig wurde es um die Kioskbetreiberin Valora, die in neue Geschäftsfelder vorstösst. Ich bin gespannt, ob die hohe Dividendenrendite von 6,3% aufrechterhalten werden kann. «Der Verwaltungsrat hält an der Dividendenpolitik fest und will weiterhin 50% des Gewinnes ausschütten», wie am 28. Oktober 2011 gegenüber AWP festgehalten wurde. Die Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 40% verloren (langfristiger Kauf).

Bald fallen die Würfel in Bezug auf die Hypothekenfinanzierung, denn ab 2012 werden neue Richtlinien festgelegt. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass es mit der goldenen Finanzierungsregel von 20% Eigenkapital und 80% Fremdfinanzierung vorbei ist.


Haben Sie fragen an den Geldberater?

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!