Letzte Woche haben wir an dieser Stelle die Aktien der Bossard Holding zum Verkauf empfohlen. Nun landete der Titel tatsächlich am Tabellenende: –7,41% ist die Wochenbilanz, das ist fast so schwach wie der aktuell letzte Platz des EV Zug in der Swiss Hockey League, wo der Schraubenproduzent als Namensgeber des Eishockey-Tempels auftritt (kaufen erst wieder unter 108 Franken).

Urbanes Börsen-Wohngefühl für höhere Performance Ansprüche: Die Aktien des Metropolitan-Bauherrn Implenia steigen auch diese Woche fadengerade nach oben. Trotz eines Wochenplus von nahezu 5% ist das Kurspotenzial noch nicht ausgereizt. Ich gehe davon aus, dass der Baukonzern für das Jahr 2012 mit einem Rekordgewinn aufwarten wird (halten, Kurspotenzial von 8%).

Die Chemie bei EMS stimmt auch für die Anleger: Nimmt man die Dividendenausschüttung von 7 Franken vom August 2012 hinzu, erreicht das Wertpapier mit dem freitäglichen Schlusskurs von 194 Franken mein Kursziel von 200 Franken (sorry, time to say good bye to Magdalena Blocher).

Volltreffer auf dem Basler Börsenparkett: 351.50 Franken lautet das Resultat auf dem Swiss-Stock-Exchange-Totomat für Syngenta. Nun hat der Basler Saatgutkönig mein Kursziel von 350 Franken locker übertroffen und konnte somit mehr als 31% Zugewinn in diesem Jahr realisieren (halten, neues Kursziel 358 Franken).

Auf Kurs Richtung 100 Franken: In Trippelschrittchen geht es mit der Basler Kantonalbank nach unten. Die Ausrichtung des Bankmanagements stimmt, doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen keinen Höhenflug zu. Und die Altlasten müssen noch abgearbeitet werden (abwarten, Deutsche Investmentbank sorgt für weiterhin tiefere Kurse).

Aussteigen beim Uri-Express: +58,33% innert Jahresfrist ist auch für mein Gusto bei der Dätwyler Holding übers Ziel hinausgeschossen. Die Geschäftsleitung hat einem Topjob gemacht und das Unternehmen auf Erfolgskurs gebracht. Jetzt gilt es, die Gewinne zu kassieren. Das Wertpapier ist kein Schnäppchen mehr (verkaufen).

Die Zürichsee-Fondsfontäne: +52,82% beträgt die Rendite seit Jahresanfang bei BB Biotech. Doch dies ist nicht das Ende der Erfolgstory. Aufgepasst: Der Bewertungsabschlag beträgt hohe 26%, und das wird die Arbitrageure der ganzen Welt wie Motten anlocken, bis sich die Differenz auf unter 20% zurückbildet. Unter dem Motto «de Schnäller isch de Gschwinder» können Sie 6% innert Wochenfrist machen. Zusätzlich lauert die Bank Vontobel darauf, sich dieses Vehikel zum Discountpreis unter den Nagel zu reissen (kaufen, kurzfristiges Schnäppchen).

Exit beim Flughafen Zürich: Die Aktien bekommen langsam Probleme mit der Höhenluft. Das kann man ihnen nicht verargen – nach einem Zuwachs von über 21% seit Jahresbeginn. Wie ich erfahren konnte, wird die Swiss in Bälde Druck auf die Landegebühren machen. Das ist nicht gut für die Betriebsrechnung (vorzeitiger Verkauf mit grossem Gewinn).

On hold: Drehen Sie noch eine Warteschleife bei den Bankaktien. Die UBS wird wieder unter 10.50 Franken (aktuell: 11.46 Franken) interessant, bei der Credit Suisse liegt der Kaufkurs bei unter 18 Franken. Seien Sie sich bewusst: Die Umsetzung von MIFID II (verstärkter Anlageschutz, beste Ausführungen für Kunden) wird im Jahr 2015 die Gewinne dieser beiden Banken um je 320 und 250 Millionen Franken schmälern.

Wird Umsatzquelle gestoppt? 1 Lidschlag = 10 000 Aufträge. Halten Sie das für möglich? Ja, die Swiss Exchange kann es. Der elektronische Schweizer Börsenplatz wird zum Tummelfeld von grossen Spekulanten, die minimalste Kursschwankungen ausnützen, um in Sekundenbruchteilen wieder ihre Aktienpositionen abstossen. Kaufen, verkaufen, kaufen – schneller, als das menschliche Hirn denken kann. Mit hochgezüchteten Computern werden Markt-Ineffizienzen ausgenützt und umgesetzt. In der EU werden nun Stimmen laut, solche Geschäfte zu verbieten. Damit könnte die SWX zum Ausweichplatz dieses Geschäfts werden, das nichts Ruchbares an sich hat.

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!