Seit Oliver Walker (44) im August 2012 als Finanzchef zur schwächelnden Nobel Biocare gestossen ist, geht es dem Dentalimplantate-Hersteller an der Börse um einiges besser – +61,1% alleine im Jahr 2013. Speziell amerikanische Hedge Funds setzen auf Walker, der schon beim Hörgeräteproduzenten Sonova mit seiner Leistung überzeugt hat und dann mehr oder weniger unsanft vom Stäfener Unternehmen über Bord gekippt wurde – im Nachhinein betrachtet völlig unberechtigt. Die Amerikaner sehen einen mathematischen Wert von Fr. 14.25 pro Aktie (aktuell: Fr. 12.50). Das ist nicht spektakulär, aber immerhin. (Affaire à suivre)

> Keine Sorgen würde ich mir um die Credit Suisse machen, hier hat der fitte und umweltbewusste CEO Brady Dougan alles im Griff. Auch die nicht optimal verlaufende Integration der ehemaligen Privatbankentochter Clariden Leu wird abgehakt, obwohl gewisse Altlasten immer nicht vollends abgetragen sind. Das Investmentbanking ist momentan der Schlüssel zum Erfolg. (Halten)

> Erstmals an prominenter Stelle taucht die St. Galler Kantonalbank in der Hitliste auf. Im zusammengewürfelten Imperium scheinen speziell die zugekaufte Hyposwiss und die ehemals irische Anglo American Bank aus Genf im Fokus zu stehen. Eines ist klar: Im Gegensatz zum epischen Showdown zweier russischer Oligarchen, die sich um ein Milliardenkonto bei der zürcherischen Hyposwiss balgten, wird es in diesem Fall nicht zu einer Einstellung sämtlicher Verfahren kommen. Insbesondere die Compliance-Abteilung der Hyposwiss in Zürich kam damals in Sachen Russen-Showdown über verschiedenste Kanäle ins Gerede.

> Trotz einer kleinen Performance-Delle hält sich Swiss Life ausgezeichnet. Jetzt setzt auch die weltweit führende Grossbank HSBC auf den Titel, nachdem er an dieser Stelle wiederholt empfohlen worden war. Darum können wir beruhigt den Hongkong-Chinesen das Feld überlassen, nach dem Motto von Radiopionier Roger Schawinski: «Isch mini Idee gsii.»

> Nicht sorgen müssen Sie sich um die Mannschaft von David Solo, Chef des institutionellen Vermögensverwalters GAM, wegen des temporären Absturzes an der Börse. Noch ist der Zaubertrank, sprich Rückkäufe, finanziert aus der Firmenkasse oder böser gesagt, Zukäufe über die zweite Handelslinie, nicht vollumfänglich aufgebraucht. Die nächste Ausübungsfrist der Bezugsrechte findet erst Ende April 2014 statt. Ich sehe den Titel Ende April 2014 zwischen Fr. 17.50 und Fr. 18.25 (aktuell: Fr. 16.10).

> Obwohl die EMS Chemie kurz vor der ominösen Marke von 295 Franken haltmachen musste, wird Magdalena Martullo-Blocher noch bis Ende Jahr den Zielkurs von 300 Franken (aktuell: 268 Franken) erleben. Der Verkauf von deutschen Luxusautos nach China läuft auf Hochtouren. Davon profitiert der Autokomponentenhersteller aus dem Bündnerland stark. Auf die älteste Blocher-Tochter ist richtig Verlass, wenn man Geld an den Börsen verdienen möchte. (Halten)

> Nun reagiert Signore Sergio Ermotti, CEO der UBS, postwendend aus dem fernen New York. Via Reuters/Bloomberg beantwortet er eine These in diesen Spalten. «Ja, man baut in gewissen Teilbereichen des Investmentbankings, speziell Aktien und Devisen, aus.» Jetzt fehlt nur noch die offizielle Bestätigung, dass man nicht am Abbau von 10 000 Stellen festhält. In der Zwischenzeit kann ich Ihnen exklusiv vermitteln, dass das UBS-Investmentbanking speziell in Asien richtig grosse Tickets schreibt, dreistellige Millionenbeträge auf einen Schlag und dies nicht alle Schalttage. Ermottis big buddy, Andrea Orcel, steigert den täglichen Value at Risk (möglicher Verlust von Handelspositionen aufgrund historischer Gegebenheiten) signifikant nach oben. Momentan scheint man bei rund 72 Millionen Franken angelangt zu sein, bei Jahresbeginn betrug diese Zahl 55 Millionen Franken und wurde danach auf 62 Millionen Franken erhöht (Angaben Geschäftsbericht und eigene Berechnungen). Geht die Rechnung auf, wird Andrea Orcel zur Nr.-1-Cashcow der UBS. Und verdrängt damit Vermögensverwaltungschef Jürg Zeltner vom Leaderthron. (UBS, volle Kraft voraus – halten)

Haben Sie Fragen an den Geldberater?
Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an:
geld@schweizamsonntag.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!