VON BORIS FELDMANN

Weitab vom Radarschirm der Konkurrenz bietet die Zürcher Kantonalbank ein «Wunderprodukt» an, nämlich den ZKB Palladium ETF (Valor: 2979268): Es stieg satte 38,82% seit Jahresbeginn und 112,72% in einem Jahr. Palladium – ein seltenes, silberweisses Metall, das im chemischen Verhalten dem Platin ähnelt – dürfte langfristig teurer werden. Es ist keine Fata Morgana, was die ZKB hier vollbringt. Einer unserer Fernsehhelden der Jugendjahre, Hansi Rosenthal, würde zu seinem legendären Luftsprung ansetzen und jauchzend sagen: «Das war spitze!» Die Managementgebühr beträgt läppische 0,50% pro Jahr. Ein amerikanischer Hedge Fund würde für eine solche Performance mir nichts, dir nichts 25% einsacken (Kauf).

Zu einem Börsenshowdown im Stile von Sergio Leones Italo-Western «Spiel mir das Lied vom Tod» bläst der russische Milliardär Victor Vekselberg. Jedenfalls haben die Spekulanten, die auf eine Zerschlagung des mittelkapitalisierten Unternehmens OC Oerlikon (+10%) setzten, am Freitag eine brutale Niederlage erlitten. Wir haben uns schon letzte Woche gefragt, weshalb der Reverse Convertible (BSOER) bei 97,40% so tief stand, inzwischen liegt das Produkt der Basler Kantonalbank bei 101,53%. Das ist treffsicher wie FCB-Stürmer Alex Frei in seinen besten Zeiten (Halten).

Ein Anlageprodukt der Superlative bietet die UBS mit dem European High
Yield (LU0086177085) an: Satte 70,50% ging es über die letzten 12 Monate nach oben. Da die Ausfallwahrscheinlichkeiten von Unternehmensanleihen immer tiefer werden – als Folge der verbesserten wirtschaftlichen Aussichten –, dürfte das Produkt weiterhin für gute Renditen sorgen. Trotzdem sollte sich der Anleger bewusst sein, dass Bonds mit einem Coupon von fast 15%, wie sie auf dem Höhepunkt im letzten April angeboten wurden, der Vergangenheit angehören. Heute sind schon Coupons von 8% auf den gleichen Schuldner eine Rarität wie das famose Basler «Dübli» (Kauf).

Ein interessantes Phänomen spielt sich seit geraumer Zeit in China ab: Der Aussenhandel verliert an relativer Bedeutung, während die Produktion für die Innenwirtschaft wichtiger wird. Dies bringt Ihren Börsenkolumnisten dazu, auf chinesische Firmen zu setzen, die sich der Wasseraufbereitung und -produktion annehmen, dies sind normalerweise neben Infrastrukturausgaben die Vorboten der industriellen Revolution. Das Zertifikat von Goldman Sachs (ISIN: DE000GS0TCH2) setzt auf elf Aktien dieses Sektors (Spekulativer Kauf für Anleger mit langem Börsenschnauf).

Die Hiobsbotschaft aus Amerika, welche Goldman Sachs betrifft, wird sich auch auf die Schweiz auswirken. Schon werden wieder in Milliardenbeträgen CDO (Collateral Debt Obligations) in der Schweiz gehandelt und Kunden damit beglückt. Hände weg davon! Diese Instrumente werden, falls der Markt wieder einbricht, für eine rote Blutspur in ihrem Portfolio sorgen.

Dass die Gier auf dem internationalen Börsenparkett wieder zurück ist, können wir anhand einer Tabelle der heissesten Aktienmärkte für das erste Quartal 2010 feststellen. Nummer 1 ist die Ukraine mit einer Rendite von 76,3% (umgerechnet in €), auch die litauische Börse mit 40,9% sollte nicht ausser Acht gelassen werden, mit 14,4% performte auch Russland gut.

Eingeschlagen hat auch unser Tipp vom 5. Dezember 2009 auf die Dubai Holding (Coupon 4,75%) bei einem Kursstand von 56%. Heute wird das gleiche Papier zu 78,50% gehandelt – ein Kurssprung von fast 40 Prozent innert fünf Monaten. Verkaufen Sie jetzt – und feiern Sie Ihren Gewinn im Hotel Burj Al Arab in Dubai.

Wir klopfen uns nicht gern selber auf die Schulter, aber wenn ein hier empfohlenes Produkt, der JB Leverage Certificate auf den Euro Stoxx50 Dividenden Future, unter den Zehntausenden von Investments an der Schweizer Börse den 1. Platz in der Kategorie «Hebel Produkte Swiss Derivative Awards 10» erzielt, zeigt dies, dass manch anderen Presseerzeugnissen der «Blick» für das Wesentliche fehlt, nämlich die Performance: +90,20% seit Emission (Halten).

«Fertig luschtig» heisst es für unsere Expedition in die Flug- und Bahnverpflegung. Seit unserer ersten Empfehlung für Gategourmet bei 26 Franken haben unsere Leser 53% hinzugewonnen. Das Bonusprogramm für die Geschäftsleitung ist laut Brokerinformationen des Guten zu viel: Verkaufen!

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Hinweis: Die Kolumne gibt die Meinung des Experten wieder. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung für allfällige Verluste. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.