Mit einer gewaltigen Kletterpartie aus dem Tal der Tränen gestiegen sind die Titel des chinesischen Geländefahrzeugproduzenten Great Wall Motors (Börsensymbol: 2333 HK): +28,91% seit dem 1. 1. 2015. Und meine Leser fragen: Geht der Höhenflug weiter? Die am Freitagmorgen publizierten Quartalszahlen waren überraschend stark: Gewinnwachstum +28,15%. Verkaufen Sie nun einen gedeckten Call mit Ausübungspreis 60 Hongkong-Dollar auf den Juni-2015-Termin, es lohnt sich! Interessant sind auch die Engagements der zwei grössten Schweizer Banken im rund 200 Milliarden Hongkong-Dollar schweren Titel. Auf Platz Nr. 9 der grössten Eigner befindet sich die Credit Suisse, nur auf Platz Nr. 60 reicht es der UBS. Und eines verrate ich Ihnen noch zum Schluss: Meine verschiedensten quantitativen Modelle sind ultra-bullish auf den Titel. (Angsthasenstrategie)

> Mediale Giftpfeile erhielt ich aus dem Hinterhalt, weil ich es wagte, eine Verkaufsempfehlung in Sachen Cosmo Pharmaceuticals abzusetzen, obwohl der Titel nach einem gewaltigen Steigerungslauf von +703% innerhalb von fünf Jahren zum aktuellen Zeitpunkt leicht überbewertet ist. Doch nun kommt der spannende Aspekt: Der Initiant dieser Giftpfeile ist Angestellter eines schweizerischen Fondshauses, dessen Anlageprodukt in einem Gefäss mit rund 11,45% seiner investierten Gelder zum Jahresende 2014 in Cosmo Pharmaceuticals investiert war. Notabene die grösste Position im Fonds. Und wenn nun publizistischer Druck auf verschiedensten Kanälen gemacht wird – «I couldn’t care less». Aber jetzt verstehen Sie wohl, was alles möglich ist auf dem schweizerischen Finanzmarkt.

> Erinnern Sie sich noch, als ich Ihnen im letzten Jahr den Pharmanebenwert Momenta Pharmaceuticals empfohlen habe, in Kombination mit der Angsthasenstrategie? Warum die Angsthasenstrategie? Die Firma machte damals keinen Gewinn, und ein entsprechendes Rückschlagpotenzial war vorhanden. Aufmerksam auf den Titel wurde ich, seit ich in Erfahrung gebracht habe, dass sowohl Blackrock als auch Novartis mit 9% im Aktienkapital der Firma vertreten sind. Wie die Geschichte uns lehrt, hat sich das Engagement mehr als gelohnt: +45,93% im Jahr 2015. Laut meinen Tools macht die Firma im Jahr 2016 erstmals Gewinn – und wir schreiten nun zur Attacke: Kauf der Aktien und gleichzeitiger Verkauf des 16-US-Dollar-Calls auf den September-2015-Termin. Geschätzte Maximalrendite: 11% auf 152 Investmenttage. (Angsthasenstrategie zum Zweiten)

> Die Berichterstattung von Personalmutationen gehört nicht zu meinem Core Business, doch diese Perle möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, speziell weil es eine Frau ist. Darf ich Ihnen vorstellen: Ursula la Roche, neu bei der UBS seit dem 1. 1. 2015 in der Funktion Head Wealth Management, Retail & Corporate Audit. Und vorher? Swiss Financial Market Supervision Authority, Head Supervision UBS.

> Richtig im Saft befindet sich die VZ Holding: +34,71% innerhalb eines Jahres, und die Erfolgsstory ist weiterhin intakt. Auch eine übel geführte Medienkampagne konnte dem Unternehmen nichts anhaben. Der Themenkomplex unabhängige Finanzberatung wird in wachsendem Mass nachgefragt. Nicht mehr nur die Meinung, sprich Empfehlung der Hausbank, ist sakrosankt. (Halten+geniessen)

> Bevor Sie in diesen Tagen eine fixe Hypothek abschliessen möchten, empfehle ich Ihnen, das Angebot der Crédit Agricole Financements (Suisse) SA genauer zu betrachten. Speziell die siebenjährige Festhypothek zu 1,22% finde ich ein umwerfendes Angebot. Es bietet Ihnen wertvolle finanzielle Planungssicherheit.

> Kurzfristig die Gewinne mitnehmen würde ich bei Grifols, dem katalanischen Biotechwert. Die Aktie ist mir in den letzten Tagen zu stark angestiegen. +22,07% seit Jahresanfang ist eine starke Leistung. Speziell das nun sportliche Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26,7 ist mir zu hoch. Ein wiederholter Einstieg nach den Quartalszahlen im Mai könnte sich als goldene Gelegenheit erweisen, denn das Unternehmen hat einige Pfeile im Köcher. Das weckt meinen Jagdinstinkt aufs Neue. (Kurzfristig Gewinne mitnehmen)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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