> So, meine Damen und Herren, es ist nun vollbracht: Die Aktien des Winterthurer Konzerns Sulzer sind unter die neuralgische Marke von 90 Franken gefallen. Ich bin überzeugt, dass die smarten Wirtschaftscracks um Mehrheitsaktionär Viktor Vekselberg einen Plan B haben, um aus dem Schlamassel herauszukommen. Und trotz eines Totalerfolgs mit meiner Kursprognose dürfen Sie sich nicht zu einem Kauf verleiten lassen. (Unter 90 Franken, trotzdem kein Kauf)

> Keinen Einstand nach Mass gibt es für den Ex-UBS-Crack Alexander S. Friedmann als Chef des institutionellen Vermögensverwalters GAM. Wie Sie wissen, bin ich kein Fan dieser Firma – nicht aufgrund ihrer Produkte, sondern vielmehr wegen des Mitarbeiteraktienprogramms, das in gewissen Jahren zum finanziellen Jackpot mutiert. Jetzt, beim aktuellen Kurs von Fr. 14.85, fällt dieser turbomässige Einkommensbeschleuniger wohl aus. Die Devise lautet: Hände weg, obwohl ich Friedmann als Investmentstratege wirklich spektakulär finde.

> Abflug in Wien: Es heisst nun Abschied nehmen vom türkisch-österreichischen Bordverpflegungsgiganten Do & Co: +42,97% in den letzten sechs Monaten. Was wollen Sie als Anleger mehr? Jetzt, wo die grössten Investmentbanken der Welt in diesem Titel herumturnen, ist es höchste Eisenbahn, sich zu verabschieden. Sie kennen das Ikarus-Prinzip. (Verkaufen)

> Ja, das waren Zeiten, als ich bei knapp Fr. 1.40 das Verkaufssignal in Sachen Schmolz & Bickenbach gab. Heute, rund die Hälfte tiefer, ist der luzernische Edelstahlkocher noch nicht in den Startlöchern für eine seriöse Kaufempfehlung. Zuerst müssen die spekulativen Investoren ihre Verluste auf den stark gehebelten Instrumenten verdauen. Und wie ich schon immer gesagt habe, ist die Firma wirklich eine spannende Angelegenheit, aber Nachrennen um jeden Preis? Lieber nicht. (Warteposition)

> Schweren Herzens habe ich mich vom freiburgischen Börsen-Comet verabschiedet. Heute, auch einige Preisgalaxien tiefer, kann ich mich noch nicht richtig für den Technologie-Spitzenreiter erwärmen. Hier macht das Risiko-Rendite-Profil für ein neues Engagement keinen Sinn. (Abwarten)

> Goldgräberstimmung in Basel? Nein! Speziell beim Saatguthersteller Syngenta ist meine einstige Euphorie völlig verschwunden. Das Abbauprogramm am Firmenstandort Basel kann nicht das Mass aller Dinge sein. Unternehmerische Weitsicht ist gefragt, bevor ich den Notizblock wieder für eine Kaufempfehlung zücke. (Wait and see)

> Die Flügel gestutzt bekommen hat der primär in Asien tätige Warendistributor DKSH. Die Firma gefällt mir im Grunde, doch auf diesem reduzierten Niveau würde ich noch nicht zulangen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 ist zu hoch. Bei einem Level von 60 Franken ist ein Engagement vertretbar. (Auf der Beobachtungsliste)

> Langsam taucht die Roche wieder auf meinem Radar auf: Trotzdem kann ich mich für die aktuelle Nr. 2 im Basler Pharmawettstreit nicht erwärmen. Speziell die letzten Käufe über dem Atlantik scheinen mir eher auf der teuren Seite zu sein. Der Branchenkonkurrent Novartis, der die grossen Würfe bevorzugt, steht mehr in der Gunst der internationalen Investoren.

> Die Zeit, um Gewinne mitzunehmen, ist bei Marine Harvest gekommen: Die exponentielle Kurssteigerung des Norweger Lachsproduzenten in den letzten Monaten ist mir des Guten zu viel. Ein bisschen weniger Spielgeld wird auch Ihren Nerven guttun.

> Jetzt komme ich auf die ABB mit Firmensitz in Zürich zu sprechen: Im Dezember 2014 wurden Sie mit Gewinn aus der Angsthasenstrategie herausgehebelt. Damals war der Strike bei Fr. 20.50, aktueller Kurs: Fr. 17.02. Jetzt verstehen Sie die Vorteile der Angsthasenstrategie. Haben Sie noch etwas Geduld. Erst am Wochenende, wenn sich auch der letzte US-Hedge-Funds ausgetobt hat, wird die Luft rein sein. (Abwarten bis Freitag)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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