Eine wachsende Zahl institutioneller Investoren verlangt nach Anlagestrategien ohne Bankentitel. Die Angst vor neuen Riesenbussen aus Amerika und auch das weiterhin sehr kostspielige Investmentbanking sorgen für diesen Meinungsumschwung. Setzen Sie nicht auf die Credit Suisse und UBS, beide werden im Sommer 2014 noch tiefere Notierungen sehen. Die Zeichen der Zeit erkannt hat die UBS: Seit kurzem kommt es in Opfikon Süd wieder zu punktuellen Entlassungen. Interessanterweise trifft es dieses Mal die Ranghöchsten, die Managing Directors im Investmentbanking, also die Kategorie der Angestellten, die mit allen Vergütungen mehr als ein Bundesratssalär nach Hause trägt.

> Der Sturzflug des Internet-Reiseportals Bravofly Rumbo geht weiter: –17,08% innerhalb Wochenfrist. Der Frischling an der Schweizer Börse mit einem Geburtsgewicht von 48 Franken am 15. April 2014 hat grosse Startschwierigkeiten, aktuell bringt der Neugeborene nur noch Fr. 33.25 auf die Waage. Von einem Kauf auf diesem optisch tiefen Niveau ist weiterhin abzuraten. Nächste Wegmarke ist die Bekanntgabe der Quartalszahlen am 16. September 2014. Mein Bauchgefühl, dass die Aktie noch weiter fällt, traf bislang voll zu. (Hände weg)

> Der Derivate-Anbieter Leonteq ist auch in dieser Berichtswoche nicht zu stoppen: +5,91%. Mit einer aktuellen Jahresperformance von +246,82% ist nun die Euphorie fast schon grenzenlos. Unterschreitet der Höhenflieger die Marke von 188 Franken (aktuell: Fr. 199.20), sollten der Titel abgestossen werden. (Verkaufsempfehlung mit Ausrufezeichen)

> Der norwegische Lachszüchter Marine Harvest, der dank der prominenten Berichterstattung in dieser Kolumne nicht mehr als Geheimtipp figuriert, ist weiterhin auf Erfolgskurs: +47,27% innerhalb Jahresfrist. 2015 wird zum absoluten Rekordjahr. Ich gehe von einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von
unter 8 Punkten aus (!). Daher weiterhin – wie hier bereits wiederholt gesagt – die glasklare Devise: Kaufen Sie die Aktie, und verschreiben Sie gleichzeitig einen gedeckten Call auf dreimonatiger Basis.

> Time to say good bye, heisst es hier erstmals in Sachen Wunderprodukt der UBS, dem zweifach gehebelten Index Tracker (ISIN: US90267L5084) auf den Russell 1000 Growth Index. Mit einem Zugewinn von +45,22% innerhalb der letzten zwölf Monate in Lokalwährung wurde der gängigere Leitindex S&P 500 um 23,90% geschlagen. (Verkaufen auf dem Höchststand; grazie, Sergio Ermotti)

> Martin Ebners Strategie geht auf beim Genfer Bankensoftware-Haus Temenos. Seit der Ankündigung des Aktienrückkaufprogramms kommt es zu einer Gewinnverdichtung, die dem Titel im Hinblick auf das Jahr 2015 zusätzlichen Schub verleihen sollte.

Der Zuwachs von +38,2% seit Anfang 2014 spricht Bände. Speziell der asiatische Bankenmarkt wird künftig verstärkt angepeilt, somit sollte die Erfolgsgeschichte noch nicht zu Ende sein. (Halten)

> Kurzfristig wurde die Verkaufslimite beim italienischen Börsenhengst Cosmo Pharmaceuticals bei 155 Franken ausgelöst. Hintergrund war eine reduzierte Umsatzschätzung der Credit Suisse. Bei einer Rendite von +82,90% seit 1. 1. 2014 können Sie diese Position getrost zu den Akten legen. (Erreichen der Verkaufslimite)

> Der Sinkflug bei der Bank Vontobel geht in die nächste Runde: –16,91% seit Anfang Jahr. Weiterhin würde ich nicht zukaufen, wie schon vor Wochen empfohlen. Aktuell überzeugt die Konstellation auf dem Schweizer Bankenplatz nicht. Der Zwist zwischen der Zürcher Privatbank und dem Bündner Banken-Torero Pierin Vinzenz kennt momentan nur einen Sieger: Raiffeisen. (Abwarten)

> Beim Warendistributor DKSH mit starkem Fokus auf Asien ist aktuell nichts zu holen. Speziell die Besitzer von hochspekulativen Warrants (Optionsscheine) auf steigende Kurse haben momentan das Nachsehen. Der Zeitwert der Warrants fällt in sich zusammen, da die Aktie keinen Wank nach oben macht. Bei der aktuellen Jahresperformance von –2,53% ist die Rechnung schnell gemacht. Also, abwarten ist angesagt!

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.

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