> Atemlos nach oben geht es weiterhin für den norwegischen Lachsproduzenten Salmar (Börsensymbol: SALM NO): +76,19% im Jahr 2016, ohne die Dividendenrendite von 3,66% zu berücksichtigen. Doch nun blinken in meinen Computermodellen zaghafte Warnsignale: Erstmals erreicht das Kurs-Gewinn-Verhältnis die Marke von 18,1 Punkten. Obwohl die Ertragsaussichten für das kommende Jahr hervorragend sind, empfehle ich Ihnen, einen Verkaufsauftrag bei 255 NOK (aktuell: 273,80 NOK) zu legen. Der guten Ordnung halber halte ich weiterhin an einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16,2 Punkten per 2017 fest. (Aufpassen: Abstossen bei 255 NOK)

> Lautlos wie ein Tesla-Bolide steigen die Wertpapiere des Zuger Schrauben-Herstellers Bossard Holding (Börsensymbol: BOSN SW): +32,10%. Seit die Liefervereinbarung mit dem US-Elektroauto-Hersteller Tesla bis 2020 verlängert wurde, stehen die Ampeln der Finanzanalysten auf Grün und schrauben die Kursziele auf neue Höchstkurse. Der grosse Vorteil am neuen Mitglied des Schweizer Milliarden-Klubs: Management und Besitzerfamilie arbeiten Hand in Hand. (Halten, aber nicht zukaufen)

> Schwerelos nach oben geht es auch für den IT-Dienstleister ALSO Holding (Börsensymbol: ALSN SW), seit der UBS-Trendradar auf steigende Kurse umgeschwenkt ist. Der weltweit grösste Vermögensverwalter sieht jetzt auch steigende Kurse voraus. Im Hintergrund lauert ein ausländischer Grossinvestor, welcher über ein Fondsvehikel neue Positionen ersteht. Erst knapp unter der Marke von 100 Franken (aktuell: 92.40 Franken), wird das Kaufprogramm gestoppt. Und kleiner Hinweis in die Schweiz: Das Handelsvolumen nimmt überproportionale Züge an. (UBS versus «Schweiz am Sonntag», 0:1)

> Grenzenlos wird die Begeisterung am Montagmorgen sein, wenn der Nationalbankchef Thomas Jordan mit geschwellter Brust und einem Siegerlächeln das dritte Quartalsergebnis 2016 präsentieren wird: Laut meinen Modellschätzungen beträgt der Zugewinn 8,1 Milliarden Franken. Damit wird Jordan für seinen Mut und sein taktisches Schlachtenglück belohnt – entgegen allen Auffassungen, dass die Aktienpositionen signifikant erhöht hätten werden müssen. Und ich kann Ihnen noch ein kleines Geheimnis verraten: Die stark erhöhten Microsoft-Aktienpositionen werden der Nationalbank im vierten Quartal 2016 viel Geld einbringen. Interessantes Detail am Rand: Angespornt durch die Vorreiterrolle von Thomas Jordan hat auch die israelische Nationalbank ihre Aktienpositionen massiv erhöht. Wie gut informierte Gerüchtequellen zu berichten wissen, hat die UBS dabei das Mandat (für die europäischen Aktien) erhalten. Doch damit Sie auch in diesen Abschnitt noch einen Anlagetyp erhalten: Wie die Nationalbank würde ich mir ein paar Aktien von Facebook (Börsensymbol: FB US) zulegen. (Thomas Jordan Superstar)

> Skrupellos agierten die «Besserwisser» in Sachen Logitech (Börsensymbol: LOGN VX). Im Vorfeld der Bekanntgabe der Quartalszahlen kam es zu signifikanten Kauftransaktionen von Papieren des Westschweizer Elektronik-Produzenten an den US-Börsen. Schon seit längerer Zeit gefallen mir diese Aktien, die trotz dem Kurssprung von dieser Woche weiterhin massiv unterbewertet sind. Werden unsere Behörden nun aktiv, oder wird das Feld wieder der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC allein überlassen? Schon einmal wurde die SEC bei Logitech aktiv. Ich vermute, dass externe Mitwisser den Wissensvorsprung ausgenützt haben. (Logitech ist TOP)

> Hemmungslos hoch ist der obligatorische Kreditzins bei Konsumkrediten in der Schweiz. Der Bundesrat hat den Höchstzins in diesem Sommer von 12% auf 10% reduziert. Nun ist Bern gefordert: Jetzt, wo wir Negativzinsen im Schweizer Franken haben, ist die 10%-Marke wirklich ein Relikt vergangener Zeiten. Um den Kreditvermittlungsfirmen ein entsprechendes Zeitfenster für die Umsetzung zu ermöglichen, sollte die Masszahl bei neuen Verträgen auf den Beginn des zweiten Quartals 2017 schrittweise auf 8,5% reduziert werden. Hier kann der Bundesrat beweisen, dass ihm der Konsumentenschutz tatsächlich am Herzen liegt. (Der Bundesrat ist gefordert)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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