Während sich der EV Zug dieses Jahr in der Bossard-Arena mitten im Abstiegskampf befindet, setzten die Aktien des ortsansässigen Schraubenherstellers zum ultimativen Powerplay an der Schweizer Börse an: Der langjährige Captain, CEO David Dean, begeistert seine Anhängerschaft immer wieder aufs Neue. Mit einer Jahresrendite von satten +65,4% hat er sich nun endgültig den goldenen Helm für den treffsichersten CEO im Schweizer Börsenrink verdient: +59,6% durchschnittliche Jahresrendite über die letzten 5 Jahre. Und meine treue Leserschaft weiss einmal mehr: Mittelkapitalisierte Werte sind Trumpf! Das einst utopische Kursziel von 240 Franken ist in Griffweite gerückt. (Halten)

> The party is over: +234% beträgt das Jahrestotal des Struki-Anbieters Leonteq. Jetzt heisst es ganz simpel und einfach, «ciao» zu sagen. Das quantitative Bewertungsmodell findet, dass der famose Schuppen an der Zürcher Brandschenke 90 mit mehr als 300 weltweiten Angestellten fundamental (P/E: 28.2) erstmals überteuert ist. Der Start-Ziel-Sieg der Truppe um Jan Schoch wird nun mit mehr als nur tiefen Sorgenfalten von der Konkurrenz argwöhnisch beobachtet. (Time to say good bye)

> Das Verkaufssignal beim einst als Exotenwert verschrienen norwegischen Lachsproduzenten Marine Harvest hat sich im Nachhinein als goldrichtig erwiesen: –20% seit dessen Höchststand. Jetzt ist es wieder Zeit, am grossen Börsenspiel mit von der Partie zu sein. Es lockt eine schmackhafte Dividendenrendite von 7,3% (!), ein ultratiefes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7.89 und zu guter Letzt eine Aussicht auf tolle Gewinne. Wichtig sind folgende Komponenten: Sie verschreiben einen gedeckten Call mit Ausübungspreis 73.71 NOK auf den Juni-2014-Termin und sichern gleichzeitig über eine Put-Option ihre norwegischen Kronen ab. Diese Mixtur sollte Ihnen rund 12% aufs Jahr einbringen. (Norwegen ist Trumpf)

> Vor einem Jahr war ich ein ganz böser Junge, als ich mich kritisch über im Vorfeld des Jahresabschlusses der Austriamicrosystems (AMS) getätigte Transaktionen äusserte. Nach mehr als 365 Tagen ist die Aufsicht der Schweizer Börse erwacht und untersucht die von mir kritisierten Vorgänge. Kurz nach meinem Artikel meldete sich per E-Mail und telefonisch ein sehr versierter Schweizer Aktienspezialist, der sogar «Ross und Reiter», sprich den Namen einer Investmentbank nannte, welche die Nase im Wind hatte. Dabei kamen wir beide unabhängig voneinander auf den gleichen Namen des Institutes zu sprechen – aufgrund von Analysen auf dem Informationsportal Bloomberg. Ein kleiner Tipp an die Untersuchungsbehörden: Schauen Sie sich gewisse Interviews genauer an, die Anfang 2013 gegeben wurden. Und zu guter Letzt, zu unserer allgemeinen Beruhigung: Weder UBS noch Credit Suisse sind im Spiel.

> BB Biotech war wohl eine ganze starke Medizin aus unserem Anlage-Labor: +73,2% innerhalb von zwölf Monaten. Jetzt bitte ich Sie, von dieser starken Infusion Abstand zu nehmen und die Gewinne in Ruhe zu geniessen. Verneigen wir uns vor dem Asset-Management-Team und sagen: Aufs richtige Pferd gesetzt! Und galoppieren mit unseren Moneten davon. (Verkaufen)

> Vor mehr als zwei Jahren stiess ich mit dem Kopf an und sorgte für Gesprächsstoff, als ich über sonderbare Devisengeschäfte berichtete. Ich wagte mich in die Höhle des Löwen. Heute, mehr als 720 Tage danach, sind verschiedenste Finanzmarktbehörden auf der Spurensuche. Auch unsere Finma ist dabei. Doch als absoluten Primeur kann ich Ihnen den neuesten Skandal präsentieren, der nicht eine grossflächige Suche von Gerichtsakten darstellt. Bei der Durchsuchung der Chatrooms des Devisenhandels im Herbst 2013 wurden neue Verdachtsmomente aufgefunden, die nicht mit Devisen im Zusammenhang stehen. Es handelt sich laut meinen Top-Quellen um den Goldhandel. Insgeheim hoffe ich fest, dass keine Schweizer Bank dabei ist.

> Laut der Gerüchteküche wird der Warendistributor DKSH am 11. März 2014 einen Jahresabschluss hinlegen, der um einiges höher sein wird als die Erwartungen der Analysten. Während der Swiss Performance Index über die Woche 0,6% verlor, gewann DKSH aus dem Nichts 7,1%. Ist das politische Tauwetter in Thailand der einzige Grund für den Kurssprung? Am Dienstag wissen wir mehr. Kleiner Tipp von den Kolporteuren: Die Ländergesellschaften Philippinen und Burma haben besser abgeschlossen, schwächer hingegen Thailand. (Massiver Anstieg vor den Jahreszahlen)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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