UBS, Morgan Stanley, Credit Suisse sind sehr positiv gestimmt in Sachen Bravofly Rumba, dem Internet-Reiseportal. Und siehe da, trotz der übermächtigen Unterstützung der Anlage-Goliaths verliert der Titel satte 3,74 Prozent allein in dieser Woche. Bedenkt man, dass sowohl UBS, Credit Suisse als auch Morgan Stanley den Titel vor kurzem an die Schweizer Börse gebracht haben, stehen viele Fragen im Raum. Aber angeblich gibt es ja sogenannte «Chinese Walls», wo Analyse und Investmentbanking unabhängig voneinander ihre Entscheidungen treffen ...

> Und noch einmal David gegen Goliath. Ich bin wohl ein ganz Böser, weil ich nicht in die allgemeine Euphorie betreffend einen baslerischen Biopharmatitel einstimmen mochte. Doch je länger, je mehr bestätigt die Börse den kritischen Befund. Dagegen setzt mein italienischer Biotechtitel Cosmo Pharmaceuticals seinen Höhenflug unverdrossen fort: +65,59 Prozent seit Jahresanfang, während der Basler Liebling der gesamten Bankenwelt mit +3,23 Prozent im gleichen Zeitraum im Besenwagen hinterherzuckelt. Noch spannender wird die Angelegenheit, betrachtet man den stetigen Fluss an neuen strukturierten Produkten, welche auf diesen Titel herausgegeben werden. Credit Suisse, Leonteq, UBS oder auch Julius Bär sind mit von der Partie. Sogar der neue Chief Investment Officer der Basler Kantonalbank, Sandro Merino, ist in einem seiner ersten Interviews in der «Handelszeitung», bullish auf den Titel.

> Nochmals zuschlagen sollten Sie bei den österreichischen Höhenfliegern, der AustriaMicroSystems (AMS). Das Wertpapier ist scharf unterbewertet. Neue, technologisch hochstehende Produkte sind in der Entwicklungsphase, und dies verspricht nochmaligen Aktionärsgenuss. Trotz eines Kurswachstums von +35,31 Prozent seit Jahresanfang müssen sie zuschlagen: Nochmaliges Strong buy. Neues Kursziel: 162 Franken. (Aktuell: Fr. 146.80)

> Lassen Sie sich beim Backwarenproduzenten Aryzta nicht abschütteln: +22,08 Prozent seit Jahresanfang, und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Ich bin begeistert vom Management dieses Unternehmens, mit sekundengenauer Präzision geht der «Börsenteig» richtig auf. (Halten)

> Den freiburgischen Börsen-Comet stoppt auch diese Woche nichts und niemand: +7,84 Prozent. Und – aufgepasst, jetzt kommt Stimmung in die Bude– das gehandelte Volumen beträgt 10 066 Aktien an einem Tag! Noch nie in der aktuellen Geschichte der von uns vor Jahren entdeckten Bewertungsperle wurden an einem Handelstag so viele Aktien umgesetzt. Mein Bewertungsmodell sieht den Titel bei 670 Franken (aktuell: 605 Franken) oder kurz und bündig «affaire à suivre». (Strong buy mit Kurslimite bei 612 Franken)

> Einen netten Luftsprung hat diese Woche der Thalwiler GPS-Entwickler U-Blox gemacht, +5,68 Prozent. Hier ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Das Produkt, das Management und die Bewertung sind Spitzenklasse. Am Freitag, 5. September 2014 sollten neue Rekordumsatzzahlen bekannt gegeben werden. Speziell in Asien stösst die Positionssoftware auf immer stärkere Nachfrage. (Halten)

> Nun steigt die UBS mit grossem Elan ins US-Hypothekengeschäft ein: Laut top informierten Quellen sollte die Vergabe von Hypotheken an die dort ansässige Kundschaft die ominöse Marke von 10 Milliarden Franken in diesem Jahr durchbrechen. Anführer der schlagkräftigen Truppe ist Robert J. «Bob» McCann, CEO Wealth Management Americas. Für das Geschäftsjahr 2014 wird er sich mit Andrea Orcel ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, wer den grössten Zahltag abholen wird. Für einmal nur den 3. Platz in dem Ranking wird Sergio «Fabuloso» Ermotti, seines Zeichens CEO und Baumeister der neuen UBS, einnehmen. Meine Schätzung der Lohnhöhe für den neuen Topverdiener liegt bei 13,6 Millionen Franken. (+2,2 Millionen gegenüber 2013)

> Langsam wieder auf Touren kommt der norwegische Tiefseebohrer Seadrill: Die Quartalszahlen wurden freudig aufgenommen, und mit einer Dividendenrendite von 10,59 Prozent ist ein guter Anfang gemacht. Wichtig, schreiben Sie auf gedeckter Basis dreimonatiger Call-Optionen mit Ausübungspreis von 230 NOK. (Halten, gedeckte Calls schreiben)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.

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