Biedere Geschäftslokalitäten und internationaler Glamour vertragen sich nicht. Das zeigt das Beispiel des Modekonzerns Charles Vögele. Dessen Grossaktionärin Migros muss bluten – der bisherige Buchverlust beträgt mehr als 50 Millionen Franken. Die neuen Kreditverhandlungen, die bis Frühling 2012 anberaumt sind, werden zu einem regelrechten Canossagang: Hände weg, auch nach dem Kursminus von 62,72% seit dem 1. Januar 2011. Die Aktie befindet sich im Dauerausverkauf und «Dutti», der legendäre Migros-Gründer, hätte schon aus prinzipiellen Gründen ein solches Engagement nie gewagt.

Warten Sie weiterhin ab in Sachen Bâloise: Obwohl die Versicherungsaktie auf 61.05 Franken abgestürzt ist, würde ich nicht zugreifen. Die Abschreibungen auf europäische Staatsanleihen lasten wie ein Klotz auf die Erfolgsrechnung und die Tendenz ist weiterhin negativ. Speziell die Aktienpositionen machen neuerdings auch keine Freude mehr (abwarten; gut war der Verkauf bei über 70 Franken).

Bewahrheitet haben sich unsere Warnungen in Sachen Mondo Biotech: –28,67% in dieser Woche. Obschon nun die Hälfte der Belegschaft den blauen Brief erhalten hat, sehe ich weiterhin keinerlei Erholungstendenz: Das Geschäftsmodell «verhebt» nicht – trotz blaublütigem Mehrheitsaktionär (weiterhin verkaufen).

Nochmals höher geht es mit dem Coupon-Express von Clariden Leu (Valor: 14132156): 11,25% auf das Duo UBS/Credit Suisse, ausgestattet mit einer komfortablen Barriere von 50% auf die einjährige Laufzeit (einziger Kauf dieser Woche).

Der Sinkflug bei der Liechtensteinischen Landesbank geht weiter: –3,33%. Trotz Jahrestiefstkurs bei 42.50 Franken können Sie getrost abwarten. Einst mussten für den Vermögensverwalter aus dem Ländle fast 130 Franken hingeblättert werden. An diesem Beispiel können Sie sehen, wie sich die Zeiten für die Bankenbranche geändert haben (abwarten).

Orascom Development Holding kann sich auch diese Woche dem Abwärtssog an der Börse nicht entziehen: Seit dem IPO hat das Papier 90% an Marktkapitalisierung verloren. Und das Geld in der Kasse befindet sich auf einem neuen Tiefststand. Nun machen erste Börsengerüchte über eine Kapitalerhöhung die Runde, um die Expansion im Hauptmarkt ausserhalb Ägyptens voranzutreiben (abwarten bis zum 30. März 2012).

Nicht auf der Erfolgsstrecke in diesem Jahr ist der begnadete Polospieler und smarte Value-Investor Adriano Agosti mit seinem Investment im Kioskbetreiber Valora: –45,18%. Zu einem Bonus für das Management sollte es reichen, der allerdings kleiner sein dürfte als in den vorangegangenen Jahren: Erst beim Kursstand von 148.50 Franken (aktuell: 171.90) kommt der Long-Term-Plan in die Verlustzone – und die Verluste werden dann von der Gesellschaft übernommen, wie ein diesbezüglicher Bericht der «SonntagsZeitung» von 5. Dezember 2010 vermittelt (abwarten). Eines ist klar: Unter 150 Franken werden die ersten Grossinvestoren wieder mitmischen und die Firma näher unter die Lupe nehmen.

Nun wurde die Aktie der Credit Suisse unter die Marke von 20 Franken geprügelt. Und damit wächst zusätzlich der Druck, den längst angekündigten Stellenabbau zu vollziehen – mit Fokus auf das Investmentbanking. Wie schon an der dieser Stelle erwähnt: Die Personalkosten in diesem Bereich sind exorbitant und das Fussvolk, das in den Filialen einen Topjob macht, versteht die Welt nicht mehr. (Brady D., it’s high time to cut the expensive Investmentbankers!)

Schnell müssen meine Leser dieses Mal sein, um über die Website www.vornesitzen.de in der Business Elite der Delta Airlines ab Frankfurt für knapp 1300 Franken nach New York hin und zurück zu fliegen! Das Angebot läuft nur bis zum 30. November 2011 (must fly to Big Apple).

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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