Die Valoren des Basler Pharmakonzerns Roche legen zu. Die lang ersehnte Vitaminspritze hat in dieser Berichtswoche endlich stattgefunden: +5,15%. Der Gigant mit einer Marktkapitalisierung von 231 Milliarden Franken profitierte von inländischen institutionellen Käufern, die sich schon fast panikartig von schweizerischen Finanzwerten verabschiedeten. Beeindruckend ist der Kursverlauf über die letzten zwanzig Jahre: +480,19% bei reinvestierten Dividenden in die Wertpapiere. Bei dieser Kurshistorie brauchen Sie kein Valium von Roche. (Halten)

> Kursziel erreicht: Die ambitionierte Marke von 139 Franken (aktuell: 137.40 Franken) bei den österreichischen Sensorspezialisten von AMS (ehemals Austriamicrosystems) wurde in der Spätlesung am Mittwochabend erreicht. Jetzt können Sie aus der Ferne das Kursgebaren von einem dicken Geldpolster aus beobachten. (Kursziel von 139 Franken erreicht)

> Anschnallen, bitte: Der freiburgische Börsen-Comet ist nicht zu bremsen. +19,28% seit Jahresanfang. Hier stimmt einfach alles. Der Titel ist weiterhin unterbewertet. Ab Mitte Juni 2014 werden die Ausländer beim mittelkapitalisierten Wert eine Hatz auf die wenigen frei verfügbaren Titel machen. (Halten)

> Alles perfekt bei der Zurich Versicherung: Weiterhin findet zwar eine mediale Schlammschlacht gegen den Versicherungskonzern statt. Hier heisst es einfach, einen kühlen Kopf zu behalten. Der Zahlenkranz des 1. Quartals 2014 war Spitzenklasse. Die überproportionale Dividende von 6,47% ist weiterhin auf sicher. (Halten)

> Merken Sie sich Feintool, den Automobilzulieferer aus Lyss. Eine Marktkapitalisierung von nur 405 Millionen Franken bringt der bislang unentdeckte Nebenwert auf die Waage. Doch dahinter steckt eine Gewinnperle, die 2015 glänzen wird. Laut meinen Modellen findet zwischen dem Berichtszeitpunkt 2014 und 2015 ein Gewinnsprung pro Aktie von 42% statt. Wichtig: Das Handelsvolumen ist auf täglicher Basis sehr gering. Operieren Sie mit klar definierten Kurslimiten: maximal 92.75 Franken dürfen Sie bezahlen. (Neu auf der Kaufliste)

> Eine starke Woche hat die Aktie mit Optionencharakter des Stahlkochers Schmolz & Bickenbach hinter sich. Nächste wichtige Wegmarke sind die Quartalszahlen vom 22. Mai 2014. Danach wissen wir wohl mit grosser Wahrscheinlichkeit, ob die Operation Weihnachtsgans 2014 erfolgreich über die Bühne gehen kann oder es nur zu einem Schmorbraten reicht.

> Nach langem Suchen im Internet fand ich die letzten Quartalszahlen der Pflästerlihersteller IVF Hartmann. Und wie erwartet bestätigt sich mein Riecher: Prädikat sehr gut. Leider ist die Marktkapitalisierung relativ gering, das verhindert eine aggressivere Positionierung. (Halten)

> Mit allen möglichen Mitteln nach oben gestossen wurde der Novize SFS, Der Heerbrugger Schraubenhersteller wurde mit zu grossen Hoffnungen an die Börse gebracht. Speziell die spekulativen Instrumente wie Warrants, die auf steigende Kurse setzen, werden für diese Investoren ein unerfreuliches Wagnis sein. Der Vergleich mit Autoneum, unserem Favoriten 2013, hinkt auf ganzer Linie, obwohl die SFS Group wie Autoneum im Autozuliefer-Sektor tätig ist.

> Dieser Trip macht keine Freude. Beim Internet-Reiseportal von Bravofly Rumbo ging es allein diese Woche 5,01% nach unten. Sorry, wenn ich mich negativ zu dem Titel äussere. Mit Konkurrenten wie Kayak.com, Expedia.com oder Priceline.com kommt es zu einem gnadenlosen Verdrängungskampf im World Wide Web – das bedeutet sinkende Margen und gigantische Technologiekosten, um Traffic zu gegnerieren und damit Kundschaft anzuziehen. In meinen Augen wollten ein paar Gründungsaktionäre ganz einfach Kasse machen. (Hände weg)

> Auf der Flughöhe von 7661 m ü. M., bei ausgezeichnetem Service der Air Berlin, stiess ich auf das amerikanische Pharmaunternehmen Momenta. Nichts Spektakuläres – herrschte in der Besitzerstruktur nicht eine ungewöhnliche Konstellation: 9,71% der Aktien gehören Blackrock und 8,93% der Basler Novartis. Daher müsste ich Momenta eigentlich empfehlen – aber die Firma wird möglicherweise erst 2015 Gewinne ausweisen. Auch die Marktkapitalisierung von 630 Millionen Franken spricht gegen eine Kaufempfehlung. Falls Sie trotzdem dabei sein wollen: gedeckter Call mit Ausübungspreis 10 US-Dollar auf den Dezember-Termin 2014. Aber wie gesagt, sehr spekulativ. (Blackrock und Novartis gross im Rennen)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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