VON BORIS FELDMANN

Eine Spekulation bleibt eine Spekulation. Aber diese hier ist ziemlich sicher: Setzen Sie auf den Börsentitel des besten Schweizer Manager-Exports nach Deutschland, auf Josef Ackermann aus dem glarnerischen Mels. Sofern die Deutsche Bank nicht auf 42 Euro taucht (aktueller Kurs: 57 Euro), ist Ihnen dank Bonuszertifikat (ISIN: DE000SG1J4M0) eine annualisierte Rendite von 13 Prozent gewiss. Letzter Beobachtungstag, ob die Barriere gebrochen wird, ist der 25. Juni 2010. Wir erheben schon heute die Finger zu Joes Victory-Zeichen und empfehlen: Kaufen.

Bis zum letzten Rappen wollten die Währungsspekulanten auf einen stärkeren Franken setzen. Zu guter Letzt gesellte sich die UBS mit einer Prognose eines Euro-/Franken-Kurses von 1.40 ins Boot der Spieler. Mit dem starken Niveau von 1.4385 geht man ins Wochenende und wer auf den Devisenoptionsschein der UBS setzte, sollte mit einer annualisierten Rendite von über 100 Prozent ins Ziel rennen, da der Abstand zur tödlichen Knock-out-Barriere (Totalverlust!) von einst 3,7 Prozent auf über weit 6 Prozent angesprungen ist.

Der russische Aktienmarkt ist in den letzten Wochen förmlich explodiert. Doch noch immer gibt es Kaviarstücke, die der «Sonntag»-Leser nicht liegen lassen sollte. Die russischen Erdölgiganten Lukoil, Gazprom und Surgutneftegaz zum Beispiel werden zum halben Kurs/Gewinnverhältnis wie die amerikanischen Giganten Chevron und ExxonMobil gehandelt. Um von diesem Schnäppchen zu profitieren, gilt es nun auf den russischen Öl- und Gas-Index (WKN: AA0KEL) zu setzen (Kauf).

Freude herrscht für all unsere Leser, die trotz der Unkenrufe der medialen Konkurrenz eisern am Investment in Private-Equity-Holding festgehalten haben. Im Wochenvergleich ging es über 10 Prozent nach oben und dies bei steigenden Börsenumsätzen. Mit einem Abschlag von 53,19 Prozent auf den inneren Wert ist noch viel Platz nach oben. Im historischen Schnitt wird im professionellen Umfeld mit einem Abschlag von 30 bis 35 Prozent gerechnet, dies aufgrund der erschwerten Veräusserbarkeit der Investments. (Halten)

Interessant ist eine Meldung, die uns aus Deutschland erreichte: Axel Springer hat sich von der Tochter «Stepstone» getrennt, einem Anbieter von Talent Management Software – für satte 110 Millionen Euro (160 Millionen Franken). Damit ist wohl klar, wo dieses Geld hingewandert ist: nach Zürich an die Dufourstrasse, dem Sitz von Ringier – als «Mitgift» für das Osteuropa-Jointventure.

Dass es um die amerikanische Wirtschaft besser bestellt ist als angenommen, zeigt sich aufgrund des letzten Berichtes aus der weltweiten Kasinometropole «Las Vegas»: Der Kasinoumsatz stieg im Februar 2010 um 33 Prozent an und dies zeigt eindeutig auf, dass die amerikanische Bevölkerung nicht mehr auf dem letzten finanziellen Zahnfleisch läuft. Interessant in diesem Zusammenhang, dass sich das Volumen der Putoptionen auf den Schweizer Franken gegenüber dem US-$ innert einer Woche um 96 Prozent erhöht hat. Ein netter Sprung des $ auf 1,0750 (1,0650) ist in den Bereich des Möglichen gerückt.

Richtiggehend überschwemmt wurde Ihr Kolumnist mit positiven Kommentaren zur letztwöchigen Empfehlung der Flugbuchungsseite: www.flugsupermarkt.com. Nun offerieren wir allen Wien-Fans einen Zaubertrick: Geben Sie auf der Austrian-Webseite den Code AmexSummer10 ein und – schwupp-di-wupp – werden die Preise nochmals massiv reduziert. 15 Prozent Rabatt auf die Ticketpreise, Steuern und Bearbeitungsgebühren entfallen total. Dies kann im besten Fall bis zu 40 Prozent des normalen Ticketpreises ausmachen. Für einmal heben die Österreicher schneller und billiger von der Startbahn ab, da bleibt sogar unserem Gold-Simi das Nachsehen.

Unerklärlich tief gestellt (97,40 Prozent) wird der «Reverse Convertible» (Ticker: BSOER) der Basler Kantonalbank auf den mittelkapitalisierten Wert Oerlikon. Die tödliche Kursbarriere ist bei 16,83 (Kurs aktuell: 34,90), das Laufzeitende auf den 13. Juli 2010 angesetzt. Eine annualisierte Rendite von massiv über 20 Prozent ist verlockend. Oder wissen die Basler mehr, dass sie einen solch tiefen Preis stellen? Jedenfalls spielt die halbe Börsenzockerelite Europas auf diesen Titel: Mir ist dies des Guten zu viel, hoffentlich leiden nicht die Arbeitnehmer darunter, wenn die Big Players sich bei der Beute Oerlikon zerfleischen.


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Redaktioneller Hinweis: Die Kolumne gibt die Meinung des Experten wieder. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung für allfällige Verluste. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Boris Feldmann beantwortet alle Leserfragen.