VON BORIS FELDMANN

Schlag auf Schlag geht es in Sachen Brady Dougan, wenn es um die Besetzung des Chefpostens des weltweiten Bankgiganten Bank of America geht. Doch alles der Reihe nach – auch in einer Woche, in der sich die Ereignisse überstürzten.

Seit Mittwochabend ist bekannt, dass die Bank of America die staatlichen Rettungsgelder der USA (TARP, 45 Milliarden Dollar) kurz vor Jahresende zurückzahlen wird. Damit wird die zulässige Gehaltsobergrenze für Spitzenkräfte von bisher 999 999 auf rund 9 999 999 Millionen Dollar angehoben. Und so wird der Kreis der möglichen Nachfolger des aktuellen Chefs Ken Lewis massiv grösser.

Wie der «Sonntag» von höchster Stelle erfahren hat, wird kommenden Dienstag anlässlich einer Aufsichtsratsitzung der Name Brady Dougan als absoluter Topkandidat für den Chefposten fallen. Die Marktkapitalisierung des Giganten beträgt satte 140 Milliarden. Das ist mehr als das Doppelte des Werts von Dougans aktuellem Arbeitgeber CS. Erschwerend für einen Wechsel ist das Midas-ähnliche Mitarbeiterbeteiligungsprogramm der Credit Suisse, welches für Brady Dougan einen warmen Geldsegen bedeutet und von Ossi Grübel initiiert wurde.

Wie immer jagen sich die Dementis, und es wird behauptet, dass es Brady Dougan bei der CS supergut gefällt. Doch Chef zu werden über 282 408 Angestellte, ist eine goldene Gelegenheit für den 50-jährigen Superstar. Vielleicht muss sein Sohn schon bald nicht nur wie im Sommer sein Rennvelo in die Vereinigten Staaten verfrachten . . .

Nicht mehr erste Wahl für Amerikaner ist ein Schweizer Bankkonto, doch die Schaffenskunst von Schweizer Künstlern ist höher denn je im Kurs. Eine der besten Kunstgalerien von Amerika, Matthew Marks, zeigt die Werke der Schweizer Peter Fischli und David Weiss.

Richtig hoch zu und her geht es auch bei der Art Basel in Miami, die in vollem Gang ist. Der Kunstmarkt ist zurück in Champagnerlaune, seit die Bonusse in Amerika wieder sprudeln und die Kunstpreise für moderne Kunst nach oben tendieren. Und noch etwas: Dank der Art Basel beginnen sich die Immobilienpreise in Miami zu erholen, nach einem Preissturz von bis zu 40% im letzten Jahr.

Im kürzlich erschienenen Buch «Affaire Stern – Ein Prozess unter Kontrolle» von Valerie Duby und Alain Jourdan findet sich auf Seite 81 ein interessanter Textausschnitt. Dort wird behauptet, dass sich die Geliebte des französischen Megabankers Edouard Stern am 28. Dezember 2004 bei der Bank Pictet einfand, um ein Konto zu eröffnen, auf das eine Million Dollar überwiesen werden sollte. Doch Pictet sagte Nein aufgrund der «Ungewissheit der Herkunft» der Gelder.

Am 30. Dezember 2004 findet sich Cécile Brossard darum bei der Credit Suisse in Montreux ein, und das Konto wird eröffnet. Am 10. Januar 2005 trifft die Million Dollar von Edouard Stern ein. Der Rest ist Geschichte. («Ein Prozess unter Kontrolle», Seite 82. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung über den Wahrheitsgehalt der Information.)

Eine Dubaispekulation im wahrsten Sinne des Wortes ist der bis ins Jahr 2014 laufende Bond der Dubai Holding mit einem Coupon von 4,75%. Auf dem aktuellen Kaufkurs von 56% ergibt sich eine annualisierte Rendite von über 21%, was gigantisch ist. Der ISIN XS0285303821 ist nur etwas für hartgesottene Investoren.

Knapp verpasst, aber noch nicht zu spät für einen Einstieg sind die Valoren der Acino, die mit sehr attraktiven Bewertungen aufwarten, nachdem sich der Kurs in der Spitze auf 240 Franken festgesetzt hat. Ein Kurs unter 165 Franken ist eine gute Einstiegsmöglichkeit. Kursziel hier 185 Franken.

Mit einem weinenden Auge sehen wir, wie die einst von uns empfohlenen Aktien Gategroup und Uster Technologies (empfohlen bei Fr. 13.50, aktuell 26 Franken) zu neuen Höhenflügen ansetzen. Doch wir halten uns an unsere selbst auferlegte Zurückhaltung bei Empfehlungen in kleinkapitalisierten Werten, um nicht irgendwelchen Vorhaltungen der Konkurrenz Auftrieb zu geben (bitte keine Bestens-Aufträge geben).

Die Valoren der Lonza erreichen neue Tiefststände (aktuell: 76 Franken). Bei einem Absacken unter 71 Franken kann ein Engagement überlegt werden. Zu einer Kursrakete entwickelt sich der MC Russian Market Fund von Valartis. Die Novemberperformance von plus 3,9% lässt sich sehen – seit März 2009 mehr als 120% Kursgewinn ist mehr als magic. Die Aktien der Valartis-Gruppe sind im momentanen Kontext aber zu teuer, unser Kaufkurs befindet sich bei Fr. 26.50.

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