–8,22% ist die Wochenbilanz der kursmässig arg geschüttelten Berner Regionalbank Valiant. Und ohne sorgfältig gestreute Gerüchte einer allfälligen Übernahme durch die Liechtensteinische Landesbank würde die Aktie zum Wochenschluss unter der 100-Franken-Marke verharren. Am 20. Mai 2011 anlässlich der Generalversammlung in Luzern findet nur eine konsultative Abstimmung statt, die über die satten 800000 Franken befindet, die VR-Präsident Kurt Streit für seine Tätigkeit im Jahre 2010 erhält.

Den Kleinaktionären sei nur der Kursverlust über ein Jahr von –46,23% in Erinnerung gerufen. Unter dem Titel «Vergütungsumfeld» wird vermerkt: «Im Berichtsjahr ist das Finma-Rundschreiben 2010/1 ‹Vergütungssysteme› in Kraft getreten. Der Verwaltungsrat der Valiant Holding AG hat sich entschieden, sämtliche Grundsätze ab dem Jahre 2012 für ihr Vergütungssystem freiwillig anzuwenden, obwohl Valiant zum heutigen Zeitpunkt dazu nicht verpflichtet wäre.» (Aus der Einladung zur 14. ordentlichen GV.)

VR-Präsident Kurt Streit würde nun Charakter zeigen, wenn er schon für das Jahr 2010 nur 300000 Franken für sein Mandat erhielte (vorgeschlagene Lohnsumme für das Jahr 2011). Ich bin seit dem Kursstand von 170 Franken negativ auf diese Aktie eingestellt.

Mit grossem Gewinn können die Positionen zugemacht werden, die auf einen Kursverlust des Euro gegenüber dem Schweizer Franken gesetzt haben. Das Kursziel von 1.26 ist in der Spitze
bei 1.2560 erfolgreich eingetreten («Der Sonntag», 1. Mai 2011).

Zum Kampf der Titanen mutiert die Jagd nach asiatischen Anlageberatern zwischen der ostdeutschen Trägerrakete Ossi Grübel und dem jugendlichen Überflieger Boris Collardi, Julius-Bär-Chef. Der Wettkampf im stark wachsenden Marktsegment der asiatischen Millionäre hat eine gewisse Ironie: Boris Collardi arbeitet eine Zeit lang als Assistent von Ossi Grübel. Die UBS möchte unter anderem ihren Personalbestand in China innert vier Jahren auf 1200 Leute verdoppeln. Rund 490 Leute hat Julius Bär in Asien auf ihrem Lohnzettel, Tendenz steigend. Einziger Nachteil: Die Margen im hart umkämpften Privatebanking-Markt werden damit nochmals zurückfallen, da die Gehaltspakete in schwindelerregende Höhen steigen werden (weiterhin: Verkauf Julius Bär).

Unentwegt aufwärts geht es beim Immobilienwert Mobimo: +24,70% innert zwölf Monaten. Mit der sachten Verlagerung des Investitionsschwerpunktes auf Wohnimmobilien wird der zukünftigen Blase im Gewerbeimmobilienbereich energisch entgegengewirkt. Insbesondere deutsche und englische Anleger verdienen dank Währungsgewinnen zusätzliches Geld. Falls die Nationalbank die Zinsen im Juni nicht erhöht, werden die Gewinne dank der sorgfältigen Hebelwirkung des Fremdkapitals zusätzlich nach oben katapultiert (halten).

Weiterhin «Freude herrscht» beim feinen Traderclub, der sich stark bei Swissmetal engagiert hat: +5,56%. Jedenfalls wird die sehr kleinkapitalisierte Aktie in den letzten Wochen regelrecht nach oben gestossen (Hände weg).

Still und heimlich Richtung Höchststand geht es wieder mit der SwatchAktie: Insbesondere asiatische Fonds kaufen erstmals in grosser Stückzahl Wertpapiere des Bieler Uhrenherstellers. Die letzten Umsatzzahlen aus dem Luxussegment in Asien erreichen Rekordzahlen. Das verspricht ein neues Spitzenjahr. Damit wird die fundamental teure Aktie wieder attraktiver (kaufen).

Keine Erholung findet der Mäuseproduzent Logitech: Auch auf reduziertem Kursniveau von Fr.11.46 würde ich kein Engagement wagen. Für mich ist das Projekt mit Google TV noch nicht der grosse Umsatzbringer (Status: no go).

Nun ist der Börsenmarkt gleicher Meinung wie ich und straft den innovativen Pay-TV-Komponenten-Hersteller Kudelski ein weiteres Mal ab. Rund 50% ging es innert eines Jahres nach unten. Institutionelle Käufer können auf diesem reduzierten Kursniveau nicht zukaufen, da die Marktkapitalisierung weit unter die Milliardengrenze gefallen ist (Status: no go).

In eigener Sache: Die UBS hat ihr Engagement bei Facebook bestätigt (siehe «Sonntag»-Ausgabe vom 8. Mai 2011).

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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