Nun haben die Valoren des Flughafens Zürich die Schallmauer von 600 Franken durchbrochen. Jetzt würde ich die Titel abstossen; knapp über dieser Marke wird wohl eine englische Grossbank peu à peu ihre Titel zum Verkauf empfehlen. Mit einem Kursgewinn von 26,8% über die letzten zwölf Monate ist die Bilanz ganz stark.

> Geschätzte Freunde von Myriad: +50,2% innert Wochenfrist ist ein eindrückliches Resultat für eine spekulative Kaufempfehlung. Jetzt heisst es zum zweiten Mal Abschied nehmen von der kleinsten Perle in Sachen gehandelte Marktkapitalisierung aus dem Fundus von Martin Ebner, der seinen zweiten Börsenfrühling erlebt. Festzuhalten bleibt, dass die Zukunftsaussichten, speziell für die Lowtech-Handyapplikation mehr als intakt sind. Das Zauberwort heisst Südamerika: Nach dem 22. September wird die Geschichte dieses Titels neu geschrieben werden. Obwohl ich mich heute vom Papier verabschiede, sind diese Woche nochmals sehr prominente Investoren als Trittbrettfahrer aufgesprungen. Für Spannung ist gesorgt: «to be or not to be», aktueller könnte das Zitat aus Shakespeares «Hamlet» nicht sein. (Verkaufen)

> –7,3% beträgt der Wochenverlust des Tessiner Reiseportals Bravo Rumbofly, und bis zur Bekanntgabe des Quartalsergebnisses am 16. September ist keine Hoffnung in Sicht. Immer utopischer wirkt die Kursschätzung von 36 Franken der verantwortlichen UBS-Analystin. Nun muss der Kurs um mehr als 100% vom aktuellen Kurs (Red: 17.65 Franken) innerhalb von zwölf Monaten ansteigen, damit die Prophezeiung in Erfüllung geht. Nun, jedes an dieser Stelle geäusserte Kursziel nach unten wurde bis anhin durchbrochen, und nicht einmal die Unterstützung der internationalen Investorenallianz, die mittels dezidierten Aktienkäufen versucht, dem freien Fall entgegenzuwirken, kann den Absturz verhindern. Neues Kursziel nach unten: 17 Franken. Zur Erinnerung: Der Ausgabekurs im vergangenen April lag bei 48 Franken.

> Martin Ebner zum Zweiten: Die Genfer Bankensoftwareschmiede Temonos ist nicht zu bremsen, und auch viele Leser haben damit gewonnen. Highlight für mich war, als mein Möbellieferant vor zwei Wochen bei einer Auslieferung im Attikageschoss oberhalb meiner Wohnung vor seinen Kollegen erzählte «ich habe viel Geld damit verdient» und fragte: «Soll ich verkaufen»? Hier erfolgt nun die Antwort: auf keinen Fall. Die Gewinnmargen sind im Steigflug, und kurz vor Weihnachten erwarte ich einen Megadeal, der annonciert wird. +41,1% in diesem Jahr, aber keine Sorge, bis Ende Jahr +50%. (Halten)

> Bisher konnte keine Kampagne dem Börsensturmlauf der Leonteq Securities etwas anhaben: +80,85% allein in diesem Jahr. Nun wird den Jungs von der Brandschenkestrasse 90 nachgesagt, dass sie starke Expansionsabsichten in Singapur hegen. Dort werden sie auf ihren lokalen Dauerkonkurrenten Vontobel Securities treffen. Beide setzen auf Innovationskraft als Qualitätsmassstab: So sympathisch kann Swiss Banking in der Ferne sein.

> Auf David Dean, den CEO des Zuger Schraubenherstellers Bosshard Holding, ist wirklich Verlass: +3,8% lautet die Wochenbilanz – nach einem mehr als respektablen Quartalsergebnis. In der Fussballersprache heisst mein Ratschlag weiterhin, «never change a winning team» oder ihr Bankkonto sagt ganz einfach Danke. (Halten)

> Zu früh gefreut haben sich manche Kommentatoren, als nach dem unerwarteten Millionenabschreiber die Aktien des Zentralschweizer Milchverarbeiters Emmi kurzfristig tauchten. Heute, im Wochenvergleich, lautet die Bilanz +1,05%, und das Ausland zögerte keine Sekunde, sich zu Tiefstpreisen einzudecken. +23% seit dem 1. Januar 2014, ist dies ein «kleiner Tolggen im Reinheft?» Aus meinem Blickwinkel nicht, aber man kann ja nicht allen Herren dienen. (Wiederholter Kauf)

> Gespannt bin ich auf die Quartalszahlen von IVF Hartmann an diesem Montag. Falls der Titel, was ich nicht annehme, heftig fällt; kaufen sie eine Waggonladung des «hidden champion» zu. Aufgepasst, es gehen im Tagesverlauf wenige Titel um. Bis jetzt gab es nur zufriedene Gesichter, +24,9% seit dem 1. Januar 2014: Bei diesem Ergebnis braucht es kein Wundpflaster. (Halten)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu
sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper