Aber hallo UBS: +3,6% innert einer Woche und die Marke von 20 Franken (aktuell: 17.82) rückt immer wie näher. Nun schlägt die Personalaxt erstmals auch richtig bei den sogenannten «Untouchables» zu, den Managing Directors mit bester innerer Vernetzung (Lohnklasse: 400 000 Franken und aufwärts). Doch eines ist mir in der Kommunikation des Unternehmenschefs Sergio Ermotti aufgefallen: Die Investoren werden in homöopathischen Dosen darauf eingestimmt, dass es nicht zu einem Stellenabbau von 10 000 Mitarbeitern kommt, es werden wohl nur deren 5800 sein. Axel Weber, Verwaltungsratspräsident UBS, der Abbau von 10 000 Stellen wurde im letzten Herbst versprochen. Nicht auf halber Wegstrecke umkehren! (20 Franken, wir kommen)

> Sorry, UBS, für einmal müsst ihr der CS den Vortritt lassen: +4,7% innert Wochenfrist. Und es kommt noch besser: Brady Dougan ist im Planungsstadium einer weiteren Abbaurunde im administrativen Bereich. Zusätzliche 950 Arbeitsplätze aus der Schweiz und Amerika, speziell in den Sektoren IT und Administration, werden nach Polen und Singapur verlagert, wie gut informierte Quellen zu berichten wissen. Erstmals stehen auch analytische Funktionen in der Vermögensverwaltung zur Diskussion. (Halten)

> Wir sind Performance: +42,9%, seit dem Jahresanfang 2013 für den BB Biotech (CH0038389992). Am Montag gehen die Börsenfestspiele weiter. Der Bewertungsabschlag zum inneren Wert beträgt satte 22,3% per Freitagnachmittag. Das ist im historischen Durchschnitt zu hoch. (Halten)

> Basel in der Champions League: Nicht auf dem grünen Rasen, aber auf dem Börsenparkett mit den Aktien von Roche. Von nun an heisst es hier bis auf weiteres «never sell a winning team», sprich verkaufen Sie nie die Wertpapiere des Pharmagiganten. Trotz eines Zuwachses von 68% innert zwölf Monaten hat die Aktie noch Platz nach oben. Neues Kursziel 262 Franken (aktueller Kurs: 247.20)

> Eigentlich verfolge ich nicht kleinkapitalisierte Titel in der Grössenordnung von Kardex mit einem aktuellen Börsenwert von 262 Millionen Franken. Aber hier findet ein Schlachtfest der Sonderklasse im Hintergrund statt. In der Hauptrolle: Philipp Hildebrands Blackrock. Und als Zulieferer die versammelte Investmentbank-Gilde mit Morgan Stanley, Goldman Sachs, Barclays und UBS. Lassen Sie mich dies erklären. Normalerweise kauft ein normaler Investmentfonds, hier Blackrock sowie Hinz und Kunz, Aktien einer Firma und hofft, dass man einen Gewinn aufgrund der Kurssteigerung erzielen kann. In Ausnahmefällen werden Optionen gekauft, aber mehr zu Absicherungs- als zu Spekulationszwecken. Nun wird die Sache spannend. Man setzt in diesem Fall wie Blackrock sogenannte Contracts for Difference (CFD) ein. Ich zitiere aus Wikipedia: «Ein Differenzkontrakt ist eine Form eines Total Return Swaps. Hierbei vereinbaren zwei Parteien den Austausch von Wertentwicklung und Erträgen eines Basiswerts gegen Zinszahlungen während der Laufzeit. Er reflektiert damit die gehebelte Kursentwicklung des zugrunde liegenden Basiswertes. Differenzkontrakte gehören zur Gruppe der derivativen Finanzinstrumente. Sie sind hochspekulativ, bei ihnen besteht das Risiko des Totalverlusts des ursprünglich eingesetzten Kapitals und von Nachschusspflichten.» Rund 2% des Aktienkapitals sind nun mittels dieser hochspekulativen Instrumente in die Hände von Blackrock gelangt. 0,98% hat Blackrock auf normalem Weg gekauft, also wie Hinz und Kunz. Damit hat nun Blackrock die Meldeschwelle von 3% um 0,01% überschritten.

> Trotz eines Kurszuwachses von 43,9% im Jahr 2013 hat Kardex ein ultratiefes Kurs-Gewinnverhältnis von 9.16. Jede Kursbewegung des Kardex-Basiswertes in den kommenden Tagen wird eine extreme Hebelkraft auf die CFD auslösen. Damit müssen die Investmentbanken, die diese Finanzprodukte erstellt haben, ständig nachkaufen, um ihrer Lieferverpflichtung nachzukommen. Lassen Sie sich deshalb in dieser verkürzten Börsenwoche nicht überraschen, ein Kursplus von 10% auf Kardex ist nicht auszuschliessen. Doch bleiben Sie aussen vor. Auf dem Schlachtfeld der Börsengiganten haben wir nichts zu suchen. Das Gewinn- und Verlustpotenzial ist gigantisch. Wichtig: Blackrock macht nichts Verbotenes, der Einsatz der Finanzalchemie gehört zum Werkzeug erfolgreicher Fondsmanager.

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an:
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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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