Das heisseste Börsengerücht am Finanzplatz Schweiz betrifft die UBS: Offenbar ist es dem Schweizer Bankengiganten gelungen, Anteile an der Social-Network-Plattform Facebook vorgängig zu erwerben, die beim Börsengang in Aktien umgewandelt werden können. In der Fachsprache werden diese Anteilsscheine als pre IPO bezeichnet.
Das Risiko für die «Frühzeichner» besteht darin, dass kein Börsengang stattfindet und ein grösserer Verlust in Kauf genommen werden muss. Trotz allem ist Ossi Grübel und seinem Team ein Coup der Extraklasse gelungen. Kommt das voraussichtliche IPO zustande, werden sie einen prozentual genialen Gewinn im Jahre 2012 verbuchen können (herzliche Gratulation!).

Trotz Umsatzwachstum von 13,6% gegenüber dem Vorjahr ist Vorsicht beim arg gebeutelten Hörgerätehersteller Sonova (Aktienkurs: –25,48% seit dem 1. 1. 2011) angebracht, verschlechterte sich doch die matchentscheidende Betriebsmarge von hohen 28% auf knapp 20%. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 20 ist die Aktie zum aktuellen Zeitpunkt überteuert und sollte für spekulative Anleger erst nach dem Ausblick vom 24. Mai 2011 näher in Betracht gezogen werden. Für mich daher unerklärlich, warum für die Aktie am Freitag über 5% mehr bezahlt wurden (abwarten).

Die Börsenschlacht zu Allschwil um den Baselbieter Biotech-Giganten Actelion hat bis jetzt nur Verlierer hervorgebracht: Der englische Herausforderer Elliott bediente sich der Wirtschaftspresse, um seine Forderungen durchzusetzen, und ist bislang kursmässig bös auf die Nase gefallen. Eines ist sicher: Elliott wird nicht lockerlassen, zu einem Comeback ansetzen und mit verstärkten Mitteln den Umsturz an der Firmenspitze wagen (abwarten).

Seit über zehn Jahren verfolge ich den chinesischen Waldbesitzer Sino-Forest, dessen Aktien an der Hongkonger Börse kotiert sind. Und nun bin ich begeistert: Umsatzwachstum von 60% im Jahr 2010. Aktuell umfasst die bepflanzbare Fläche rund 812 000 Hektaren. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10.1 ist diese Aktie ein klares must buy. Trotz einer durchschnittlichen Jahresrendite von 34% über die letzten zehn Jahre ist das Wertpapier fundamental billig (erstmals seit langem wieder: must buy).

Als einer der teuersten Transfers in der Finanzszene (Schätzungen des «Sonntags»: 14-Millionen-Franken-Package) galt der Wechsel von David Blumer von der Credit Suisse zum Rückversicherer Swiss Re als Investmentchef. Seit der Bekanntgabe des 1. Quartals-Ergebnisses 2011 mutiert er zum Messias am Mythenquai: eine Anlagerendite von 4% in den ersten drei Monaten des Jahres. Damit hat sich meine Prognose eines Topergebnisses seiner Division bewahrheitet (Kursziel trotz Kursaussetzern: 60 Franken).

Spannend wirds beim Börsengang des Baarer Rohwarenkönigs Glencore, der an der Londoner Stock Exchange und in Hongkong gleichzeitig im Mai 2011 stattfinden wird. Dabei bin ich auf interessante Zahlen gestossen. 2010 erzielte das Unternehmen eine Ebitda-Marge von knapp mehr als 3%. Mit dem Einsatz von Fremdkapital wird dann eine sensationelle Rendite von bis zu 38% auf das Eigenkapital hervorgezaubert, die jedermann in Euphorie bringt. Als «Bhaltis» werden die Aktionäre Ende August 2011 rund 400 Millionen Franken Dividende einkassieren. Eines ist klar: Mit den neuen zig Milliarden aus dem Börsengang wird die geografische Diversifikation nochmals verstärkt und die Marktdominanz zusätzlich vergrössert (zeichnen mit Kurslimite 5 Pfund, darüber zu teuer).

In einer Woche wird die Entscheidung gefällt, ob der CS Euroreal, ein Immofonds, nach mehr als einjähriger Wartezeit in der Börsenkühlbox wieder frei handelbar wird. Mit einem Wertzuwachs von unter 10% über die letzten drei Jahre konnte das fast 10 Milliarden schwere Produkt bis anhin keinen Lorbeer holen.

Mit der Stationierung des 7. Airbus am Euroairport auf den Dezember 2011 sind die Ambitionen des englischen Billigfliegers Easyjet nicht gesättigt: Der Basler Flughafen bringt nun die Abfertigungshalle 3 auf Vordermann, wo die Airline exklusiv ihre Flüge abfertigt. Nach bisherigen Informationen wird auf 2012 eine zusätzliche Maschine stationiert, um den Marktanteil der Engländer am Basler Euroairport auf über 50% zu erhöhen.

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