VON BORIS FELDMANN

Normalerweise beflügelt die Ausrichtung einer Fussball-WM einen ganzen Kontinent. Der BB African Opportunities (Valor: 10264848) ist unser Produkt der Woche. Seit Jahresanfang ging es 26,49% nach oben, trotzdem gibt es noch viele unterbewertete Kursperlen dort zu entdecken (Kauf). Einziger Wermutstropfen ist das Fondsvolumen von nur gerade 16 Millionen Euro, welche «Bellevue Asset Management» in diesem Produkt verwaltet.

Nachdem die Börsenfachwelt vor kurzem begeistert in die Hände klatschte, als wir an dieser Stelle den UBS Inline Währungsoptionsschein mit sensationell anmutenden Konditionen präsentiert haben, folgt nun ein neues Produkt der Superlative im Währungsbereich: der Commerzbank €/Yen-Inliner (ISIN: DE000CM3K0F9). Wie der Name sagt, bedeutet «Inline»: «Du darfst nicht gewisse Barrieren berühren.» In diesem Fall darf der €/Yen-Kurs nicht unter 119 oder über 130 gehen, und dies bis zum 26. Mai 2010 (aktueller Kurs: 123.54). Falls dem nicht so ist, werden aus den aktuellen 6,02 Euro Ankaufskosten magische 10 Euro. Eine Rendite von fast 40% oder annualisiert satte 475% (!). Einziger Wermutstropfen: Werden die Ränder touchiert, heisst es «game over» und der Einsatz ist futsch. Technisch gesehen befindet sich der €/Yen-Kurs auf dem aktuellen Niveau in einem starken Aufwärtstrend, die Gefahr ist klein, die Barriere bei 119 zu treffen. (Must-buy für Profis)

Passen Sie auf, falls Sie auch einen Fax von «Swiss Money Report» mit dem Titel «Einmalige Kaufgelegenheit» erhalten. Da wird für die Skorpion Entertainment AG mit Hauptsitz in Zürich geworben, deren Aktie jetzt angeblich eine «exzellente Kaufchance» bietet. Jedenfalls wird mit Stolz verkündet, dass im Herbst 2010 der Blockbuster-Film «GOY» (www.goythemovie.com) starten wird. (Finger weg!)

Für «Otto Normalverbraucher» ist die Firma Vitoil mit Sitz im beschaulichen Genf ein Buch mit sieben Siegeln. Im weltweiten Ölgeschäft dreht diese Firma hingegen das grosse Rad (Bilanzsumme von bis zu 180 Milliarden Dollar). Dazu gibt es eine spannende Story zu erzählen: Vor kurzem wurde der Supertanker «Front Falcon» gemietet, welcher satte zwei Millionen Barrel Öl laden kann, dies entspricht zirka 318 Millionen Liter Öl. Ein noch verrückteres Spiel geht beim weltweit zweitgrössten Produzenten der Opec, Iran, ab. Elf Supertanker, prallvoll mit Öl, warten zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman auf weiteren Verwendungszweck. Sinn solcher Strategien ist, eine Angebotsverknappung durchzuführen und den Ölpreis Richtung $100 zu treiben. Um von dieser Strategie zu profitieren, empfehlen wir Ihnen den MC Russian Market Fund B (ISINLU0208183011) der Valartis-Gruppe mit Sitz in Zürich. Aushängeschild der Firma ist der bekannte Anlagespezialist Erwin Heri als VR-Präsident. (Wiederholter Kauf)

Manche Devisen-«Experten» schüttelten den Kopf, als wir in der Kolumne vom 11. April 2010 die Prognose stellten: «Ein netter Sprung des Dollars auf 1,0750 (1,0650) ist in den Bereich des Möglichen gerückt.» Nun ist der Profihandel auf dem falschen Fuss erwischt worden und der Kurs stand am Freitagmorgen bei satten 1.0830. Wir empfehlen den halben Gewinn mitzunehmen und als nächstes Kursziel den Stand von 1.0870 (1.0920) anzuvisieren. (Halten)

Der Mann mit der Fliege, Martin Ebner, hat es seit kurzem auf die Firma Galenica abgesehen – und im Schlepptau figuriert ein Broker mit dem direktesten Seeanstoss der Schweiz. Jedenfalls ist für uns das Kursniveau bei 414 Franken zu hoch und wir würden von weiteren Zukäufen absehen. (Finger weg!)

Der indische Subkontinent befindet sich in einer eindrücklichen Form und ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes wird für das Jahr 2010 auf satte 8% geschätzt. Daher empfehlen wir, auf das HSBC-Produkt Indian Equity AD (ISIN: LU006 690 289 0) zu setzen. Die Performance über ein Jahr war stolze 116%. Fondsmanager Sanjiv Duggal ist eine lebende Investmentlegende. (Kaufen)

Vorsicht! Die auch in der Schweiz zugelassenen «Superfunds» haben eine negative Performancebilanz (zwischen –8,3% und –12,0%) in diesem Jahr. Im Generellen haben so genannte Fund-of- Fund-Produkte 2010 bislang schlecht abgeschnitten. (Verkauf)

Haben Sie Fragen? Unser Geldberater beantwortet sämtliche Leserfragen. Schreiben Sie Boris Feldmann an: geld@sonntagonline.ch.
Redaktioneller Hinweis: Die Kolumne gibt die Meinung des Experten wieder. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung für allfällige Verluste. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.

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