VON BORIS FELDMANN

Für die Herbstsession haben die Parlamentarier in Bern einen neuen Begriff in Sachen UBS zu erlernen: «Too successfull to fail» in Analogie zu «too big to fail». Die ostdeutsche Trägerrakete in Diensten der UBS, Ossi Grübel, konnte im Stile eines ausgekochten Toreros den kampfeslustigen SP-Stier mit einem gezielten Stich kampfunfähig machen, sodass der im Hintergrund agierende Bischof einen überwältigenden Sieg davontragen konnte. Damit auch der geschätzte Bürger von der wundervollen Auferstehung von «You&US» profitieren kann, greifen wir auf ein Produkt (10559670) von Goldman Sachs (Schweiz) zurück. Eine Kombination aus UBS, Credit Suisse und Roche ergibt einen netten Coupons von 16% mit einer Barriere von 57%. (Must buy).

Dass Dr. Philipp Hildebrand schon in jungen Jahren als Schwimmer ein hervorragender Taktiker war, ist schon fast «history», dass er nun mit der Strategie in der Nationalbank zu einem Geniestreich ansetzt, ist uns allen wohl noch nicht bekannt. Die Interventionen der Nationalbank in Sachen Euro haben merklich abgenommen. Der Grund ist einfach: Gleichzeitig mit der Euroschwäche ist der Wert des Goldportfolios bei der Nationalbank richtiggehend explodiert. Somit werden galant die Verluste auf den Europositionen ausgeglichen und step by step die strategischen Goldpositionen verkauft. Die Nationalbank wird erst bei einem Eurostand von 1,3560 (aktuell 1,3720) gegenüber dem Schweizer Franken intervenieren.

Die unter amerikanischem Heimatschutz stehende Transocean wird ein blendendes Debut als Bestandteil des SMI feiern dürfen. Auf diesem Kursniveau, welches rund 45% unter dem Höchststand ist, sollte nichts mehr anbrennen. Trotzdem würde ich gedeckte Calloptionen bei Ausübungspreis von 55 Franken auf einer 6-Monate-Basis schreiben. (Red. Kauf der Aktien und gleichzeitiger Callverkauf). Die Volatilität ist maximal. Ich bin selbst über die amerikanische Transocean mit einem Multiconvertible aktiv: 4,28% Coupons pro Monat mit einer Barriere bei 50%.

Auf Hochtouren laufen die Verhandlungen des FCB mit dem von den Fans sehnsüchtig herbeigesehnten argentinischen Mittelfeldspieler Mathis Delgado. Jedenfalls verlangt das noch in türkischen Diensten stehende Mittelfeld-Ass ein Jahressalär von 2 Millionen Franken. Damit würde die Lohnhierarchie auf den Kopf gestellt mit Alex Frei und seinen 1,5 Millionen pro Jahr.

Zum «innerschweizerischen Duell» kommt es zwischen Philipp Hildebrand, SNB, und Josef Ackermann von der Deutschen Bank. In dem von der Deutschen Bank emittierten WINWin-Zertifikat (ISIN: DE000DB2KVM9) erhält man nach Ablauf der fünfjährigen Laufzeit die absolute prozentuale Differenz zum Einstandsniveau, sowohl bei einer Auf- wie Abwertung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken. Das Produkt ist mit einer Ausgabekommission von 1,5% sowie einem schwachen Hebel von 1:1 völlig überteuert und überzeugt auch im historischen Kontext gar nicht. Einziger Gewinner: die Deutsche Bank, welche mit diesem Produkt zu billigem Geld kommt. (Finger weg)

Die satte Wochenperformance von +6,37% sollte ausgenutzt werden, um vorzeitig mit Gewinn bei Clariant auszusteigen. Die ansteigenden Rohstoffpreise können nicht vollumfänglich auf die Kunden überwälzt werden. (Verkauf im Gewinn)

Auf Kundenjagd in der Schweiz geht eine Londoner Eventagentur, welche die VIP-Loge der BP für das Qualifikationsspiel Schweiz - England am 7. September 2010 in Basel mit erheblichem Abschlag verkaufen möchte. Der englische Ölgigant mit temporärem Reputationsschaden geht auf «low profile». Auf den fahrenden BP-Zug springt ClaridenLeu auf: Ein dreijähriges Zinspapier mit dem strauchelnden Ölkonzern als Garantiegeber gibt einen relativ hohen Minimalcoupons von 5,50% pro Jahr in US-$. Das verlockende Angebot ist mit grossen Risiken verknüpft, denn falls BP zahlungsunfähig wird, ist das eingesetzte Kapital weg. (Valor: 11 392 581). Der Zeichnungsschein spricht Bände. (Hände weg)

Die Carsten-Maschmeyer-Börsenfestspiele in Swisslife sind schon seit längerer Zeit zu Ende und die internationalen Investoren setzen im Schweizer Assekuranz voll auf die Zürich-Versicherung. Jedenfalls ist die Luft draussen und auch die Baloise ist momentan nicht auf dem Einkaufszettel feindlicher Übernahmejäger.

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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