VON BORIS FELDMANN

Das bekannte Familienspiel «Monopoly» müsste ergänzt werden. Was ist schon «Zürich Paradeplatz» oder «Basel Steinenvorstadt» im Vergleich zu einer neuen Immobilie im Zürcher Trendquartier Kreis 5? Dort steht nämlich die wohl teuerste Wohnimmobilie der Schweiz.

Ihr Geldberater war vor Ort – und ihm wurde fast schwarz vor Augen, als er hinter vorgehaltener Hand den Quadratmeterpreis für die exklusive Penthouse-Wohnung mit 560 Quadratmeter Wohnfläche im «Löwenbräu Black» erfuhr: bis zu 25000 Franken der Quadratmeter! Fertigstellung der superteuren Wohnimmobilie ist voraussichtlich 2012.

Gestern und vorgestern fand die erste Orientierung für Interessenten statt. Für Leute mit kleinerem Budget steht das Hofgebäude für 8000 Franken der Quadratmeter zur Verfügung. Aber die prächtige Aussicht über ganz Zürich hat halt ihren Preis.

Aufs neueste begeistert mich die EFG Financial Products mit einem Produkt (11352030) der absoluten Sonderklasse: Dabei kommen dieses Mal die ABB, CS und Novartis zum Zuge: ein maximaler jährlicher Coupon von 15,75% in Schweizer Franken und eine ultratiefe Barriere von 55%. Dieses Produkt ist laut meiner Berechnungsmaschine, welche in der Volllizenz über eine Million kostet, ein «must buy».

Dieser Tage erhielt man von einer bärenstarken Privatbank die freudige Kunde, dass man für Einlagen auf Callgeld in Schweizer Franken bis zu einer Million keine Vergütung erhält, ab einer Million sind es dann läppische 0,05% Zins. Warten Sie ab: Bald gibt es noch Strafsteuern, wenn Sie Ihr Geld auf einer Schweizer Bank parkieren. Swiss Banking ist wieder «en vogue».

Den Champagner ins Gefrierfach können diejenigen Leser legen, welche unserer Empfehlung gefolgt sind und auf das spektakuläre Bankentrio mit Banco Santander gesetzt haben. Die Investmentkanone des Jahres 2010 (Red.-Artikel 22. Mai 2010) ist über alle Kursberge: Seit Kursfixierung ist der «Wackelkandidat», welcher für die astronomische annualisierte Zinszahlung von über 32% sorgt, um satte 15% angestiegen.

Die Risikoprämie für eine fünfjährige Konkursabsicherung für die im Kanton Zug ansässige Transocean hat sich im Monatsvergleich um satte 316,40% erhöht. Obwohl sich die Aktie von den Tiefstständen erholt hat, können wir uns für den an der Schweizer Börse gehandelten Titel nicht erwärmen und lassen die Konkurrenz aussen vor (Hände weg).

CS Superstar Brady Dougan nützt die mediale Ruhe, um Schwachstellen im eigenen Hause auszumerzen, und dazu gehört die zum Teil schwache Performance der Aktienfonds. Dabei bin ich auf den CS EF Global Value (ISIN: LU0129338272) gestossen, welcher mit einer Jahresperformance von 40,04% brillant dasteht. Ich verstehe daher nicht, dass ein solches Hammerprodukt nur schlappe 350 Million Franken Anlagegelder aufweist. Mit einem Sharpe Ratio von 2,97 ist das Produkt absolute Weltklasse («must buy»).

Philipp Hildebrand, unser hochangesehener Nationalbankchef, stand diese Woche bildlich gesehen am Marterpfahl: Der Euro machte nochmals einen brutalen Taucher, und bei einem Kursstand von 1,3750 Fr. Mitte dieser Woche war das Schlimmste zu befürchten. Heute können wir Entwarnung geben: Die Hedge Funds aus London haben sich im Stile von Pitbulls von der Szenerie zurückgezogen und stürzen sich nun auf das englische Pfund. Erschütternd für mich war, in welcher Weise unser Nationalbankchef auf persönlicher Ebene diffamiert wurde, jedenfalls erreichten mich verschiedene bösartigste Karikaturen diese Woche.

Eigentlich sollte der starke Befürworter des Staatsvertrages CVP-Nationalrat Pirmin Bischof eine wichtige Abklärung treffen: Welche «Schrottpapiere» haben sich seit dem Staatseingriff bei der UBS besser entwickelt? Jene, die die UBS der Nationalbank abgetreten hat – oder jene, die die UBS behalten hat? Dreimal dürfen Sie raten. Dazu müsste man fast eine «Schrottpapier-PUK» durchführen. Herr Nationalrat, folgen Sie Ihrem Wahlcredo auf Ihrer Website («dä bringts!») und prüfen Sie diese Frage im Interesse der Steuerzahler.

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