Schlusskurs Freitagabend: Fr. 59.55 für die Swiss-Re-Aktie. Damit ist das Kursziel von 60 Franken haarscharf verpasst worden. Nun hat das Powerhaus mit dem smarten David Blumer als Anlagechef den Turbo gezündet – die Aktie läuft sich für die Sommerrally warm. Das Kursziel liegt neu bei 63 Franken. Laut meinen Modellen gibt es eine positive Gewinnüberraschung. Fundamental um rund 8,2% unterbewertet (halten, Verkaufsauftrag bei 60 Franken stornieren).

Nicht zu halten ist der norwegische Lachsgigant Marine Harvest: plus 62,34% seit Jahresanfang 2012. Doch aufgepasst: Jetzt ist sogenanntes «fast money» im Spiel. Damit wird eine Kategorie von professionellen Anlegern umschrieben, die auf kurzfristige Trends setzt und sich bei erstbester Gelegenheit und einer entsprechend hohen Gewinnmarge vom Börsenroulette verabschiedet (halten, gedeckte Calloptionen auf zwei Monate schreiben).

Im richtigen Moment habe ich zum Rückzug bei Forbo geblasen: –8,28% innert Wochenfrist. Der Tessiner Bodenleger wird unter 500 Franken (aktuell: 541 Franken) zu einem interessanten Kaufobjekt, sprich Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 (Kauf unter 500 Franken).

Severin Schwan als CEO von Roche überzeugt mich immer mehr. Das Basler Pharmaunternehmen wird auf Hochglanz poliert. Die Dividende ist trotz Höhenflug an der Börse bei attraktiven 4,15%. Nun wird es langsamer nach oben gehen. Von einer Unterbewertung gegenüber der amerikanischen Konkurrenz wie Pfizer kann nicht mehr geredet werden (halten, sich freuen mit Gigi Oeri). Der Verdacht lässt mich nicht los: Die Schweizer National-Versicherung mit einer Marktkapitalisierung von 736 Millionen Franken ist ein mehr als idealer Übernahmekandidat. Bei einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7.24 handelt die am Basler Rheinknie ansässige Versicherung mit einem Abschlag von 12% gegenüber der Branchenkonkurrenz. Auch die Dividende von 5,4% ist oho. Marktenger Titel: Kurslimite bei maximal Fr. 34.50 (aktuell: Fr. 33.40).

Allen Widerständen zum Trotz habe ich mich vor längerer Zeit zu einer Verkaufsempfehlung beim Chemiezulieferer Clariant durchgerungen: –45,8% ist die Bilanz über die letzten zwölf Monate. Langsam reift in Analystenkreisen die Einsicht, dass der in meinen Augen überteuerte Kauf der Münchner Süd-Chemie nicht das Gelbe vom Ei war. Auch der Deinvestitionsprozess, der Verkauf von nicht mehr benötigten Betriebseinheiten, ist ins Stocken geraten: Die Preisvorstellungen zwischen Käufer und Verkäufer klaffen weit auseinander (abwarten).

Nun hat der Basler Saatgut-Gigant Syngenta die Börsenschallmauer von 320 Franken durchbrochen und Chart-Analysten, die den ganzen Tag nichts anderes als Kursgrafiken studieren, geraten ins Schwärmen: Die Aktie hat die Mauer durchbrochen und kann bis gegen 350 Franken nach oben marschieren. Die Firma hat noch ausbaufähiges Gewinnpotenzial und sitzt als Weltmarktleader auf einer Goldgrube. Heiss geworden ist eine US-Grossbank, welche die Aktie gezielt in 100 000er-Paketen zukauft. Der Lohn der Bemühungen: Sie besitzt 3,8% des gesamten Aktienkapitals – und dies ist nur der Beginn einer weiter reichenden Strategie. Fasten your seat belts: Syngenta ist im rasanten Steigflug (halten, Kursziel 350 Franken).

Operation Eigenkapital ist bei der Credit Suisse im Anrollen. Das ist gut so. Wie Topquellen zu berichten wissen, plant die Bank, sich von einigen sehr wertvollen Liegenschaften im Herzen von Zürich zu trennen und die entsprechenden Arbeitsplätze Richtung Üetliberg zu transferieren. Damit wird meiner Forderung nach mehr Eigenkapital, die ich schon vor Monaten gestellt habe, mehr als Rechnung getragen (das Credit-Suisse-Comback kommt).

Ein nettes Börsenschnäppchen erhalten Sie von der Credit Suisse: 7,75% pro Jahr, sofern das Trio der Schweizer Weltmarktführer Swatch, Swiss Re und Holcim nicht mehr als 51% über die nächsten zwei Jahre verlieren. Das Produkt (ISIN: CH0185997571) ist unter der aktuellen Konstellation mit massiv fallenden Optionsvolatilitäten viel zu billig (strong buy für den Geniesser).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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