Beim traditionsreichen Industriekonzern Von Roll heisst die Devise weiterhin abwarten. 11% verlor die Aktie allein diese Woche, seit Jahresbeginn sind es minus 21,9%. Die notwendige Strukturbereinigung beim Solothurner Unternehmen, das auf Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung spezialisiert ist, kommt später als erwartet. Die Hinhaltetaktik des aktuellen Managements betreffend Zukunftsstrategie missfällt, sicherlich wird das prominent bestückte Aktionariat in den anstehenden Sommermonaten die Gangart verschärfen (no go).

Die letztwöchige Aufforderung: «Start your engines please» hat im besten Sinne für die Anleger in Sachen Oerlikon stattgefunden: +5,68%. Erwarten Sie keine weitere Höhenflüge an der Börse auf absehbare Zeit. Der Mischkonzern ist momentan fair bewertet (halten, Aktien verschreiben).

Nichts zu lachen haben die Wertpapierbesitzer und der smarte SVP-Nationalrat Peter Spuhler zur aktuellen Stunde bei der Rieter-Abspaltung Autoneum: Nun ist die Aktie unter die wichtige Marke von 40 Franken gekracht. Eine Kurserholung ist trotz einem dicken Minus von weit über 50% in den letzten zwölf Monaten in weite Ferne gerückt: Der minime prozentuale Betriebsgewinn kann die aktuellen Kapitalkosten nicht decken (weiterhin abwarten).

Der Sinkflug geht in die nächste Runde bei der Vontobel-Bank: –33,1% innert Jahresfrist. Der Gewinn tendiert zurzeit im Investmentbanking klar nach unten und die Devise heisst klar abwarten. Keine grosse Freude an seiner Minderheitsbeteiligung am edlen Zürcher Privatbankeninstitut hat momentan Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz: Die Kosten in einzelnen Abteilungen gehen wegen der Börsenflaute richtiggehend durchs Dach (weiterhin abwarten).

Noch in Geduld üben würde ich mich bei der Liechtensteinischen Landesbank: Mehr als halbiert hat sich der Aktienkurs innert einem Jahr. Obwohl die Valoren sich nahe bei meinem Kaufkurs von 35 Franken befinden, würde ich auch auf dem mehrjährigen Tiefstkurs nicht zugreifen. Einst musste man fast 135 Franken pro Aktie hinblättern (abwarten).

Auch unter 10 Franken würde ich nicht bei der Bank am Bellevue zuschlagen: Der neue CEO muss zuerst eine Erfolg versprechende Strategie vorweisen – und das ist ein schwieriges Unterfangen unter den aktuellen wirtschaftlichen Prämissen (abwarten).

Entspannt ist die Situation bei der Waadtländer Dividendenkönigin, der Banque Cantonale Vaudoise. Hier lautet die Devise: 6% alle Jahre wieder. Obwohl die Aktien bei 500 Franken gehandelt werden, dürfte das Wertpapier nur kurzfristig über dieses Niveau steigen. (6% Rendite geniessen).

Wieder in Richtung 60 Franken strebt die Bewertungsperle SwissRe. Bei diesem Kurs werden die Titel richtiggehend abgestossen. Das ist niemandem zu verübeln bei der aktuellen Performance von satten 26,76% seit dem 1. Januar 2012.

Lange ist es ruhig um die «Ösi»-Wunderaktie Austria Microsystems gewesen. Nun wird im Hinblick auf die Lancierung des iPhone 5 kräftig investiert, um vom neuen Nachfrageaufschwung der Lichtsensoren Made in Austria monetarisch zu profitieren. Seien Sie sich bewusst: Das Rückschlagpotenzial ist beim aktuellen Zugewinn von +71,22% seit Silvester mehr als ausreichend vorhanden (schrittweise kaufen, spekulativ).

Weiterhin gut im Schwung ist die Ems-Chemie. Leider ist der Gipfelsturm Richtung 180 Franken (aktuell: 174.20) aufgrund der weltweiten Konjunkturlage zurzeit nicht möglich. Die Strategie der Unternehmensführung betrachte ich als sehr stark (halten, geht länger als vorgesehen).

Auf Zielkurs befindet sich die Basler Roche: Sowohl die Champions-League-würdige Dividendenpolitik (hohe Ausschüttungsquote) als auch das Topmanagement sind erstklassig (halten).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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