Millionenschwerer Börsenabsturz für den ehemaligen Zürcher Flughafenchef Josef Felder. Er ist seit 2007 Verwaltungsrat beim taiwanesischen Handyproduzenten HTC. Die einstige Wunderaktie hat nun die Kursuntergrenze von 330 Taiwan-Dollar durchbrochen und rund 63,70% über die letzten zwölf Monate an Wert eingebüsst. Obwohl nun mein Kursziel vollumfänglich erreicht wurde, gilt es weiterhin auf der Seitenlinie zu verharren (Kursziel von 330 TWD erreicht, abwarten).

Auf Hochtouren laufen die Maschinen in der Schaltzentrale der Schweizerischen Nationalbank: Seit Donnerstag 13.45 Uhr werden Euro in Milliarden-Paketen eingekauft. Der Grund ist die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank um 0,25%. Einzig gegenüber dem Schweizer Franken verhält sich der Euro stabil, gegenüber den anderen Währungen ging die europäische Einheitswährung um bis zu 1,2% in die Knie. Doch dies bedeutet faktisch und praktisch: Der Schweizer Franken ist zur Parallelwährung des Euros geworden. Geht es im gleichen Tempo weiter, wird die Swiss European Nationalbank zusätzlich rund 42,7 Milliarden Euro per Ende Juli 2012 in ihrem Bestand haben – und dies notabene innerhalb eines Monats!

Feststimmung für die Fans von Austriamicrosystems: +7,72% innert Wochenfrist. Mit dem phänomenalen Verkaufserfolg des neuen Wunderproduktes, dem Samsung Galaxy S3, wird der Umsatz für die Lichtsensoren, die das Handy benötigt, nochmals richtig in die Höhe schnellen. Damit es zu einem echten Börsen-Cappuccino kommt, sollte die längst fehlende Bestätigung eintreffen, dass die Nespresso-Geräte auch mit dem Oesi-Produkt ausgestattet werden (volatiler Börsenüberflieger, gestaffelt einkaufen).

Aus London, der Olympiastadt 2012, treffen im Wochentakt gezielte Kaufaufträge in Sachen Actelion ein. Unter dem Motto «Baselbiet, save us our performance», wird die Aktie nach oben gestossen. Knapp 30% beträgt das Jahrestotal. Nun gilt es, bei einem Kursstand von über 40 Franken mit gedeckten Callverkäufen auf sechsmonatiger Basis den Einstandspreis mit den erhaltenen Prämien zu verbilligen.

Auf Höchstkurs in diesem Jahr befindet sich die Swiss Re: + 33,72%. Die Kursrakete 2012 saust ohne Umwege Richtung 63 Franken. Ich gehe nun davon aus, dass wir bis Ende Juli 2012 so weit sein sollten (halten).

Die Börsensaat in Sachen Syngenta geht voll auf: 330 Franken wurden in der abgelaufenen Woche erreicht. Die zarte Performancepflanze gedeiht richtig prächtig (halten).

Einen Volltreffer landete ich bei Vontobel Holding: In einem zweiseitigen Interview mit der «Handelszeitung» vom letzten Donnerstag bestätigte CEO Zeno Staub, dass man von einem «gedämpften» Geschäftsgang sprechen könne. Nicht verstehen kann ich die Besetzung an der Spitze des Privatbankings per Anfang September 2012 – da gäbe es doch bessere Kandidaten (abwarten).

Die als langweilig verschrienen Beton-Goldaktien wie PSP Property brillieren, ohne dass die Chefs sich in mehrseitigen Beiträgen feiern lassen: +12,13% seit Jahresanfang. Vor kurzem konnte ein guter Teil des Liegenschaftsportfolios zu neuen, sehr guten Konditionen finanziert werden. Dies hat bei den aktuellen Hypothekenzinsen einen enorm positiven Einfluss auf die Gewinnsituation des Unternehmens (halten, keine Kursrakete, aber stabil nach oben).

Nicht mehr zu bremsen ist die Waadtländer Dividendenqueen BCV: +19,13% seit dem 1. 1. 2012. Eigentlich müsste die Aktie bei 500 Franken gedeckelt sein, nun grüsst diese von 507 Franken. Da kommt mir der legendäre Spruch des Schweizer Medienpioniers Roger 24 in den Sinn: «Who cares!» (halten, geniessen, nicht zukaufen).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!