Seit dem 6. September 2011 Schlag 10.00 Uhr, als Nationalbankchef Philipp Hildebrand die Kursuntergrenze von 1.20 des Euros gegenüber dem Schweizer Franken «unter allen Umständen verteidigen möchte», frohlocken die Schweizer Banken. Mit dem EUR/CHF Discount Zertifikat (CH0137378300), das am 9. September 2011 durch die Bank Wegelin lanciert wurde, erhält der Kunde eine maximale annualisierte Rendite von 4%, sofern der Euro-Schweizer-Franken-Kurs am Verfalltag am 15. Dezember 2011 über der Marke von Fr. 1.20 steht. Emittent dieses Wunderproduktes ist die UBS.

Dies ist nur die Spitze des Eisbergs: Ein Hedge Fund, der mit mehr Leverage an die Sache geht, kann bei einem moderaten Hebel von 5 eine annualisierte Rendite von 20% herausholen! Also seien Sie nicht überrascht: Die Bilanz der Nationalbank wird sich auch in den kommenden Monaten massiv ausweiten. Eine sicherere Wette als die Verteidigung der 1.20-Marke gibt es weltweit nicht! Wetten, dass unsere Nationalbank in Bälde eine neue Kursuntergrenze bei 1.23 bekannt gibt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Devisenverluste der SNB kommen zum Schmelzen – und die Rücktrittforderungen Philipp Hildebrand verstummen.

Echt stark finde ich den Multi Barrier Reverse Convertible (Valor: 13636328) mit den drei Schweizer Zugpferden ABB, Swatch und Zürich Versicherung. Satte 12% aufs Jahr offeriert Clariden Leu, und dies mit einer ultratiefen Barriere von 49%. Wichtig in diesem Zusammenhang: Nur wenn keine der drei Aktien nicht mehr als 51% über ein Jahr verliert, ist ihr Kapitalerhalt garantiert (kaufen).
Steil bergab ging es mit unserer Verkaufsempfehlung Peach Property: –28,16% innert vier Wochen. Wir stellen die Berichterstattung zu diesem Titel ein. Die Marktkapitalisierung beträgt nur noch 62,5 Millionen Franken (sell).

Bei Meyer-Burger ist die Börsensonnenfinsternis eingetreten: –13,9% innert vier Wochen. Trotz der starken Innovationskraft der Thuner Solarboys hat sich die Konkurrenzsituation massiv verstärkt und die Renditen müssen stark nach unten angepasst werden (sell).

Der Kursverlauf unserer einstigen Kursrakete, der Bossard Holding aus Zug, enttäuscht mich gewaltig. Abwarten ist angesagt. Weil die Familie nicht bereit ist, zu verkaufen, handelt der einstige Highflyer unter dem Schnitt der Konkurrenz. Eine satte Dividendenrendite alleine sorgt nicht für ein «Trösterli».

Knüppeldick kam es für Valartis an der Börse. Trotzdem glaube ich, dass der begnadete Finanz-Professor Erwin Heri als VR-Präsident die notwendigen Schritte einleiten wird, um aus diesem Wert innert sechs Monaten eine Substanzperle zu machen. Die Firma wird unter ihrem Wert gehandelt (Kauf in sechs Monaten).

Der Milchverarbeiter Emmi kommt langsam wieder auf ein realistischeres Kursniveau (aktuell: 182 Franken), nachdem wir bei weit über 200 Franken ein Verkaufssignal gesetzt haben. Noch ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis nicht unter die Marke von 10 gefallen (Kauf bei 165 Franken).

Wer hat noch nicht, wer will noch mehr – unter diesem Motto werden fast im Monatstakt Doppelbesteuerungsabkommen mit einer Vielzahl von Ländern abgeschlossen. Nun ist ein Brocken im Anmarsch: Kanada. Die Schweizer Banken sind schon lange aktiv im Ahornland.

Während sich die Schweizer Parlamentarier vom heldenhaften Kampf betreffend Durchsetzung von «too big to fail» erholen, wird in England die Bankenregulierung massiv verstärkt. Die Drohungen einer Auslagerung nach London von gewissen Geschäftseilen an die Themse entpuppen sich als Schlag ins Wasser. Neuerdings plant London, eine Lohnobergrenze festzulegen. Die Schweizer Banken können sich glücklich schätzen, dass die volle Umsetzung von «TBTF»» erst bis ins Jahr 2019 erfolgen muss. (Zurich is much better than London.)

Gut gefällt mir der Multi Barrier Reverse Convertible (Valor: 13636341) auf die Saatguthersteller Monsanto, Potash und Syngenta. Hier sind 16,50% in Dollar aufs Jahr fällig – und vollständiger Kapitalerhalt, sofern die 55%-Barriere nicht getroffen wird. Diese Börsen-Saat sollte ihr Konto zum Blühen bringen (kaufen).

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