VON BORIS FELDMANN

Aufgepasst, liebe Leser: Der Euro wird sturmreif geschossen. Die Kreditabsicherungen auf die Staatsanleihen Griechenlands haben diesen Donnerstag neue Rekordwerte erreicht. Wir haben für Sie das Produkt herausgefunden, das genau auf die Schwäche des Euros setzt und dabei maximale Gewinne erzielen könnte.

Das Zins-Festgeldzertifikat (ISIN NL0000110476) der RBS erzielte ein satte Rendite von 22,91% über ein Jahr (in Euro). Der Index fasst acht Hochzinswährungen zusammen, die alle «long» gegenüber dem Euro investiert werden, die entsprechenden drei Monatszinsen anrechnet – und fertig ist das Wunderding (Kauf).

Die UBS wartet mit einer gleich gelagerten Produktidee auf: Mit dem G10 Carry Trade (ISIN CH0028352638) konnte über ein Jahr eine Rendite von 14,02% erzielt werden. Damit haben die Dudelsackspieler aus Schottland den Alphornbläser von You&US mit der doppelten Rendite in den letzten sechs Monaten per Vuvuzela in die Flucht geschlagen.

Keine Freude herrscht mehr im Investmentbanking bei der UBS und Credit Suisse: Nach einem schwachen Mai wir auch der Juni 2010 nicht als Erfolgsmonat in die Bilanz eingehen. Verluste in dreistelliger Millionenhöhe müssen die Handelsabteilungen diese Woche laut Informanten gewärtigen. Unsere Gewinnschätzung für das 2. Quartal 2010 für die UBS haben wir auf 1,45 Milliarden Franken reduziert. Damit sind die kühnen Prophezeiungen der ostdeutschen Trägerrakete Ossi G mit einem prognostizierten Jahresgewinn von 15 Milliarden Franken in fünf Jahren reine Makulatur.

Auf der Suche nach einer Anlageperle wurde ich im hohen Norden Europas fündig: Der norwegische Fischproduzent Leroy Seafoood Group wartet mit umwerfenden Zahlen auf: Dividendenrendite von 5,36% und einem P/E von 6,37 ( weltweiter Schnitt: 15,6). Mit einer Rendite von über 20% auf das Eigenkapital müsste Ihre Angelrute diesen Fisch an Land ziehen (Kauf).

Die Commerzbank (Schweiz) möchte mit einer Produktidee die hiesigen Börsenzocker an sich binden: Mit dem Faktor 3 kann man die Kursbewegungen ausgewählter Titel mit dreifachem Hebel vollziehen. Aber aufgepasst: Geht der Basiswert in die falsche Richtung, ist ein grosser Verlust angesagt. Für Investoren, die im Hinblick auf die UBS-Quartalszahlen spekulieren möchten, gibt es die Varianten auf steigende Kurse (Valor 11380786) und auf sinkende Bewertungen (Valor 11380906).

Seit Mittwoch ist allen klar, dass unsere Befürchtungen über den US-Häusermarkt mehr als begründet waren. Die Preise sind im Sinkflug. Damit wird sich der Druck auf die Schweizer Bankaktien erhöhen. Wir schliessen nicht aus, dass die Credit Suisse einen Taucher unter 40 Franken machen könnte. Zum guten Glück haben die CS-Bonus-Banker ihr vierjähriges Optionsprogramm im März 2010 abgeschlossen, sonst wäre es um Milliarden weniger Wert. (Hände weg von Bankaktien!)
Das bei der Nationalbank zwischengelagerte Paket von US-Ramschhypotheken made by UBS hat weiter an Wert verloren. Ein Anbau von weiteren Positionen im Gewinn ist sehr schwer möglich.

Immer billiger werden die Aktien der Baloise – und geraten damit wieder ins Visier ausländischer Versicherungsgesellschaften. Falls die Aktie unter Fr. 73.50 taucht: ein klarer Kauf. In die gleiche Kategorie gehören die Valoren von Swiss Life, die fundamental immer interessanter werden: unter 100 Franken ein must buy.

Das aufstrebende Handelshaus Gunvor (Bilanzsumme ca. 60 Milliarden Franken) aus Genf konnte vor kurzem eine neue Kreditfinanzierungsrunde abschliessen. Die Banken haben dieser Firma das Geld regelrecht nachgeworfen. Die Kreditsumme konnte um satte 250 Millionen Franken erhöht werden. Mit dabei im Konsortium ist die Credit Suisse.

Die Erfolgsstory mit Logitech hat einen argen Dämpfer erhalten. Die phänomenalen Kurssteigerungen gehören der Vergangenheit an. Der Margendruck hält an. Und die Technologieveränderungen gehen zu rasant voran (Verkauf).

Auf den Zug aufgesprungen ist bei den Katastrophenbonds (Cat Bonds) die Swiss Re. Auch die fast untergegangene AIG mit Tochter Chartis ist voll bei diesem Roulette dabei. Diese Art von Finanzspekulationen gefallen mir nicht. Dies ist der Grund, die Swiss Re auf Verkauf zu setzen.

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