Die Saläre der Kantonalbankenchefs haben sich im Schatten der Grossen prächtig entwickelt. Der Lohnvergleich 2011 zeigt, dass sieben von elf Direktoren mehr verdienten als Ex-Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand. Dies geht aus Geschäftsberichten hervor, die teilweise diese Woche veröffentlicht wurden.

Der Vergleich zeigt auch, dass ein Gewinneinbruch nicht bei allen Kantonalbankchefs zu einem Lohnverlust führt: Credit-Suisse-Chef Brady Dougan kassierte nach einem Gewinneinbruch von 62 Prozent weniger als halb so viel, während der Chef der St. Galler Kantonalbank trotz eines Gewinnrückgangs von 7,2 Prozent keinen Lohnverlust hinnehmen musste. Zwar ist Roland Ledergerbers Bonus gesunken. Dies wurde jedoch elegant mit einer Fixlohnerhöhung um 100 000 Franken und höheren Pensionskassenzahlungen kompensiert. Die SGKB argumentiert, es sei bereits 2008 vertraglich festgelegt worden, das Fixsalär zu einem gegebenen Zeitpunkt zu erhöhen. Laut einem Sprecher überprüfe der Verwaltungsrat zudem regelmässig die Vergütungen anhand von Peergroup-Vergleichen und Studien.

Laut Vergütungsspezialist Axel May vom Beratungsbüro HKP gehen normalerweise Erhöhungen von Fixlöhnen mit einem grösseren Pflichtenheft einher. «Fixlohnerhöhungen konnten bei Kantonalbanken im vergangenen Jahr im Gegensatz zu Grossbanken aber eher nicht beobachtet werden.» Der «Sonntag»-Vergleich belegt weiter, dass 2011 die Zuger KB und die BCGE im Verhältnis zum Konzerngewinn die höchsten Saläre entrichteten: In Genf und Zug flossen satte 2,1 Prozent des Jahresgewinns auf das Konto der Kantonalbank-Chefs. In St. Gallen waren es 0,82 Prozent, in Zürich 0,21 Prozent und bei der Credit Suisse 0,3 Prozent. Zum Vergleich: Die Zuger KB sowie die BCGE machten zwölfmal weniger Gewinn als die ZKB und sind gemessen an der Bilanzsumme achtmal kleiner als diese.

Bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erfolgt die Entlohnung unabhängig vom Erfolg. Die Saläre orientieren sich dabei auch «an der Höhe der Entschädigungen, die bei anderen Unternehmen ähnlicher Grösse und Komplexität im Finanzsektor üblich sind», wie der Geschäftsbericht ausführt. Saläranpassungen seien trotz hohen Kantonalbanker-Löhne bei der SNB nicht vorgesehen, sagt Sprecher Walter Meier.

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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