VON BORIS FELDMANN

Seit Freitagnachmittag muss die Schweizer Nationalbank zur Kenntnis nehmen, dass ihre Dollar-Positionen, welche in den letzten Monaten massiv aufgebaut wurden, zum nächsten Sorgenfall mutieren. Die Hoffnung auf baldige Genesung ist in weite Ferne gerückt und eine Ausweitung des milliardenschweren Bewertungsverlustes eine traurige Tatsache. Interessant sind die Aussagen eines absoluten Schweizer Topbankers im AHV-Alter, der bei Kamingesprächen die Vermutungen aufstellt, dass die Nationalbank einen dicken Gewinn auf der Position US-Ramschhypotheken erzielt hat. (Verkauf US-Dollar gegen Schweizer Franken).

Richtig Freude herrscht im herrschaftlichen Anwesen des ehemaligen Topmanagers von Crossair und Flughafen Zürich, Josef Felder. Sein Verwaltungsratsmandat beim taiwanesischen Handyproduzenten HTC sorgt für Champagnerlaune, stieg doch der Aktienkurs des Milliardenkonzerns um mehr als 70% in diesem Jahr an. (Kauf).

Auf dem Weg in die Champions League befindet sich das Allschwiler Unternehmen Actelion. Jedenfalls können sich meine Leser, die sich zum zweiten Mal beim strategisch wichtigen Niveau von 41 Franken eingedeckt haben, eines schönen Wochengewinns von 8.85% erfreuen. Trotzdem wird es nicht über 49 Franken (aktuell : 45.86) reichen.

Nachdem der Basler Wert Acino unter die neuralgische Marke von 100 Franken gefallen ist, kann man erste strategische Aufkäufer ausmachen. Das Bewertungsniveau von Acino wird vermehrt Konkurrenten aus der Reserve locken, die probieren, das kursmässig arg gebeutelte Unternehmen aufzukaufen. (Kauf).

Momentan steht die Bank Sarasin unter einem schlechten Stern und seit dem sehr hohen zweistelligen Millionenverlust auf Zinsabsicherungen ist die begründete Frage aufgetaucht, weshalb das Risikomanagement nicht früher eingegriffen habe und einen solch hohen Buchverlust entstehen liess. Sarasin Chef Joachim Strähle hat auch im Anlagebereich seine hohen Ambitionen im Personalbereich noch nicht erreicht. Die Einstellung von 50 neuen Anlageberatern für 2010 wurde bei weitem verfehlt. (Verkauf).

Auf einer Talfahrt befindet sich die kleinkapitalisierte Edisun Power Europe, und deren Zukunftsaussichten sind vorderhand nicht allzu berauchend. Jedenfalls hat der Konkurrenzkampf in diesem Sektor massiv an Intensität zugenommen und die Margen schmelzen dahin. (Verkauf).

Auf Erholungskurs befindet sich der Dentalhersteller Straumann, trotzdem konzentriert sich das Interesse in diesem Sektor auf Nobel Biocare, dabei werden vermehrt Optionen gekauft, um von einer allfälligen Übernahme zu profitieren. (Sehr spekulativer Kauf).

Richtig aggressiv und stark sind die Zinssätze der Swissquote Bank, seit kurzem wird ein Minimalzins von 1.53% aufs Jahr offeriert. Doch aufgepasst, bringen Sie mehr als 50000 Franken dorthin, reduziert sich die Rendite massiv. Bei mehr als 100000 Franken fällt der effektive Jahreszins auf schlappe 0,1014%.

Die Luft ist draussen bei Clariant und weiter müssen Angestellte über die Klinge springen. Jedenfalls wird der Konzern erneut auf «fit« getrimmt, bevor es zur grossen Übernahme kommt. Einen Strich durch die Rechnung machen stark anwachsende Rohstoffpreise, die nicht 1:1 auf Kunden abgewälzt werden können.

Mehr als 50% hat der Neuankömmling der Schweizer Börse Transocean seit der Kursspitze verloren, nun setzt der im steuergünstigen Steinhausen aufgestellte Konzern zu einer scharfen Gegenreaktion an der Börse (+20%) an. Die Finanzinstitute, die schon hypothetische Todesanzeigen versendet haben, müssen aufgrund ihrer Baissespekulation einen dutzendfachen Millionenbeitrag ans Bein streichen. Die Spekulationswelle auf diesem Titel hat gigantische Züge angenommen und lässt wenige strahlende Gesichter und viele grosse Verlierer zurück.

Flugwetter im wahrsten Sinne des Wortes herrscht bei den Aktien des Flughafens Zürich. Hier gilt es die Sitzgurte anzuziehen, nächste Marke auf den Börsenhöhenmeter ist bei 370 Franken. (Halten).

Nun haben die Rieter-Aktien die wichtige Marke von 330 Franken erreicht und erste Investoren, die SVP-Nationalrat Peter Spuhler mutigen Schrittes bei 170 Franken gefolgt sind, denken daran, ihre Gewinne in trockene Tücher zu bringen. Ein Gewinn von 100% ist mehr als beindruckend und zeugt von der Weitsicht des «charming man». (Verkauf).

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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