Nicht mal eine Stunde brauchte ich, um das Zahlenwerk des ostdeutschen Solarproduzenten Roth&Rau AG zu analysieren und zu einem vernichtenden Verdikt zu kommen: Der Kauf durch das aufstrebende Thuner Solarunternehmen Meyer Burger ist völlig überteuert. Die Gewinnwarnung vom Freitagmorgen deckt eindrücklich auf, dass Firmenchef Peter Pauli sich in der Jagd nach Umsatzwachstum veräppeln liess. Aufgrund eines Konkurrenzvergleiches komme ich nun auf einen Unternehmenswert von gut gefühlten 11.78 Euro. Er liegt massiv unter den 22 Euro, welche die Thuner bezahlt haben (must sell).

Verkaufen Sie weiterhin MondoBiotech. Die Aktie ist erstmals unter die 30-Franken-Kursmarke gerutscht und ein Befreiungsschlag ist weit und breit nicht in Sicht. Die Kosten laufen aus dem Ruder, die Marktkapitalisierung, die einst die Milliardengrenze gesprengt hat, schrumpft im Wochentakt: –17,51% innert vier Wochen (weiterhin: must sell).

Nochmals tiefer getaucht ist die Aktie der Bank am Bellevue: –10,88% innert einer Woche – und dies trotz freundlichem Börsenumfeld. Das Unternehmen ist weiterhin überteuert und die Kosten laufen aus dem Ruder. Verlockend ist die hohe Eigenkapitalquote, die den Kunden eine grosse Sicherheit gibt.

Die Warnung zur kleinkapitalisierten Swissmetall war ein Blattschuss: –58,22% innert Monatsfrist. Damit sind jene Zocker so richtig an die Wand gefahren, welche die Anleger in eine Börsenfalle locken wollten (weiterhin: must sell).

Begeistert bin ich von der «nahen Bank», der ZKB, im Zürcher Immopoker: Nur noch eine 60%-Belehnung wird für die Luxus-Wohntürme im trendigen Kreis 5 ausgesprochen. Für den Platzhirsch im Hypothekensektor haben die schwindelerregenden Quadratmeterpreise von 20000 Franken aufwärts einen Stand erreicht, der nicht mehr nachvollziehbar ist, wie informierte Kreise sagen.

Der Autopilot bei der Gerlafinger Von Roll ist weiterhin auf Sinkflug eingestellt: –26,67% innert dreier Monate. Die von Ex-CEO Thomas Limberger propagierten neuen Geschäftsfelder im Energiebereich haben sich noch nicht zum Umsatzrenner entwickelt. Weiterhin abwarten!

Pech für diejenigen, die auf den Luxusimmobilien-Entwickler Peach Property gesetzt haben: –17,75% innert dreier Monate. Viel Lifestyle ist zwar hip, behagt mir aber nicht. Und die Banken sind auch nicht mehr so aggressiv, die teuren Immobilien und qualitativ hoch stehenden Objekte bis unters Dach zu finanzieren. Hier zeigt sich, dass die Warnungen des Nationalbankchefs Philipp Hildebrand betreffend Immobilienblase an ausgesuchten Toplagen am Zürichsee für bare Münze genommen werden und mit akribischer Konsequenz umgesetzt werden (not for us).

Trotz einer Dividendenrendite von 5,44% geht der Börsensinkflug von Bachem weiter: –3,44% innert vier Wochen. Die Baselbieter Firma lockt die Börsianer aufgrund mangelnder Zukunftsperspektiven nicht hinter dem Ofen hervor – die zu breit diversifizierte Produktpalette ist nicht elektrisierend für einen Kursaufschwung (weiterhin: must sell).

Nicht zu bremsen ist der Kursreinfall der in Steinhausen am Rheinfall ansässigen Lifewatch: –13,26% innert vier Wochen. Hier ist mit einem Kurswert von 4 Franken ein neuer Tiefststand erreicht worden und die Anzahl der Fans in den einschlägigen Internetforen wird immer kleiner (weiterhin: must sell).

Trotz dem brutalen Kurssturz des Bekleidungskonzerns Charles Vögele ist weiterhin nicht an ein Engagement zu denken. Die Betriebsrenditen fallen aufgrund der erstarkten Konkurrenz. Und ein schwacher Euro sorgt nicht für Glamour. Nicht mal die unter Vertrag stehenden Topmodels Penélope und Monica Cruz vermögen das Gesicht des arg gebeutelten Anlegers aufzuhellen. Verschieben Sie Ihr Engagement auf den Herbst. Kursziel nach unten: 36 Franken.

Nun habe ich im Internet eine neue heisse Adresse für Billigsteinkäufe von fabrikneuen Wagen entdeckt: www.autokunz.ch. Ein Rabatt von bis zu 45% auf den Listenpreis wird laut der firmeneigenen Homepage offeriert. Der Umweg über Deutschland lohnt sich nicht mehr.

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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