Sieger-Titel jetzt verkaufen

Illustration: Nicolas Bischof

Illustration: Nicolas Bischof

Mehrere Aktien sind so stark gestiegen, dass Sie jetzt die Gewinne mitnehmen sollten.

> Trotz einer mehr als durchzogenen Handelswoche gibt es von mir empfohlene Aktien, die das Sieger-Gen in sich haben – und das nicht erst seit gestern: etwa den Basler Dentalhersteller Straumann. Doch auch bei ihm wachsen die Bäume nicht in den Börsenhimmel. Mit dem erstmaligen Kursstand von 305 Franken sind meine kühnsten Hoffnungen für Sie in Erfüllung gegangen. Jetzt ist der Titel gemäss meinen Modellen aber überteuert. Seit dem Amtsantritt des neuen CEO Marco Gadola im März 2012 vollzog das Papier inklusive reinvestierter Dividende eine Wertsteigerung von +124,84%. (Totalverkauf)

> Sorgen machten sich meine Leser, als nach der Aufhebung des Euro-Schweizer-Franken-Mindestkurses Mitte Januar 2015 die Papiere des Zentralschweizer Milchproduzenten Emmi kurzfristig abstürzten. Heute ist der Titel fast auf Allzeithoch, und ich kann Ihnen nun locker vom Hocker die Verkaufsempfehlung abgeben. Obwohl ich grosse Stücke auf den CEO Urs Riedener gebe, würde ich hier das Papier hoch erhobenen Hauptes verkaufen. (Totalverkauf)

> Erstmals seit langem werden die Aktien der Ems-Chemie wohl in diesem Jahr an der Börse mit einer negativen Matchbilanz abschliessen. Hintergrund ist, dass die enorme Kurssteigerung der letzten zehn Jahre verdaut werden muss. Das stolze Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 27 wird auch nicht mehr als sakrosankt betrachtet, um den Titel auf diesem Wert zu kaufen. Nächste Haltestelle für ein mögliches Investment liegt bei 360 Franken. (Abwarten)

> Einen Tag zu früh habe ich das Verkaufssignal in Sachen Galenica gegeben. Nun wird dieser fulminante Lauf kurzfristig abgebremst. Verschiedenste Banken haben relativ grosse Optionspakete im Spiel, die bei einem signifikanten Kursrutsch des Titels die Talfahrt kurzfristig beschleunigen könnten. Mir gefällt die Ausrichtung des Unternehmens, aber der neuerliche Einstieg müsste bei weit unter 1125 Franken stattfinden. (Einen billigeren Einstandskurs abwarten)

> Zu einem Rabattpreis ist der österreichische Chiphersteller Austriamicrosystems an der Schweizer Börse zu haben. Trotz einem verlockenden Kurs-Gewinn-Verhältnis von historisch ultratiefen 15 Punkten heisst es weiterhin: Hände weg. Spannungsmomente kommen erst wieder am 20. Oktober 2015 auf, wenn die nächsten Quartalszahlen publiziert werden. Erst bei einem Kurswert von unter 30 Franken würde ich den Titel näher wieder unter die Lupe nehmen. (Abwarten, unter 30 Franken wieder möglich)

> Der einstige italienische Börsenferrari Cosmo Pharmaceuticals, der dank der steilen Performance reichlich Geld für meine Leser einbrachte, mutiert gegenwärtig zum lahmen Gaul. Doch unter der Haube des Biotechunternehmens steckt einiges an Potenzial für einen zukünftigen Aufschwung. Aber noch müssen Sie nicht zuschlagen: Die Bewertungsprämien für Biotechfirmen reduzieren sich auf kontinuierlicher Basis. Für das Jahr 2016 wird der grosse Durchbruch erwartet und die Pipeline ist sehr gut gefüllt. (Abwarten, Einsteigen möglicherweise unter 140 Franken)

> Unser indischer Pharmawert Lupin hat einen glänzenden Einstand an der Börse gehabt, am Donnerstag gab es in der Spitze ein Tagesplus von 8 Prozent. Trotzdem würde ich schnell den Ausgang wählen, Werte aus den aufstrebenden Märkten stehen momentan nicht in der Gunst der Investoren. (Totalverkauf)

> Von kurzer Dauer war die Euphorie bei Sulzer nach dem Abgang des CEO und dem klaren Bekenntnis des Mehrheitsaktionärs Victor Vekselberg zur Firma. Ich warte gespannt auf eine allfällige Neuausrichtung der Firma. Leider ist die Angsthasenstrategie auf diesem Kursniveau nicht möglich. Die notwendige Optionsvolatilität für dieses Unter-fangen fehlt momentan. (Mehr Volatilität abwarten)

> Der ganz grosse Wurf bei den Halbjahreszahlen von Glencore ist ausgeblieben, doch stehen ein paar Finanzhaie Gewehr bei Fuss, um bei unter 145 Pence den Zuger Rohstoffgiganten unter die Lupe zu nehmen. Die grosse Frage lautet, wie schnell die Handelspositionen abgebaut werden und in welchem Ausmass die Kapitalausstattung erhöht wird. Ein Kauf drängt sich nicht auf, aber ein intensiver Augenschein. (Vertiefte Analyse)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper

Artboard 1