Back on track mit Roche: +5,6%, mit dem Pharmaüberflieger aus Basel. Die Quartalszahlen am 25. Juli 2013 werden wieder einmal das Nonplusultra sein, aber der Höhenflug der Aktie ist begrenzt. Firmenlenker Severin Schwan wird sicherlich noch einmal die Dividende erhöhen müssen –
der erfolgsverwöhnte Oeri-Hoffmann-Clan gibt sich mit einer Dividendenrendite von aktuell 3,16% kaum zufrieden. (Halten, aber ohne grosses Kurspotenzial)

> Nichts zu lachen für den Fanklub von Meyer Burger: –13,6% auf Wochenbasis für den Thuner Solarkönig. Nicht einmal das verstärkte Engagement des norwegischen Staatsfonds konnte den Kurszerfall stoppen. Gut, dass auch die Credit Suisse keine grossen Stücke auf den einstigen Shootingstar der Schweizer Börse hält. Aufgepasst: Finanzspezialisten rechnen auch im Jahr 2014 mit einem Betriebsverlust des Unternehmens. Hier heisst es, trotz einem Kursverlust von –53,2% übers Jahr, Hände weg. Nächstes Kursziel nach unten: Fr. 5.35 (aktuell: Fr. 5.70).

> Down the river, trotz staatlicher Turboausbaufinanzierung fürs Skigebiet Andermatt: –7,7%, beträgt der Wochenverlust der Orascom Development Holding. Sehr prominente Namen sorgen für gutes Wetter in den Redaktionsstuben und bei der Vergabe von staatlichen Darlehen – zu Konditionen der Sonderklasse. Doch dies nützt alles nichts. Ich bin weiterhin äusserst negativ auf den Titel des Erstellers des Andermatt-Resorts gestimmt: –94,4% seit dem IPO, welches die UBS als Leadmanager im Frühling 2007 herausgab. Am 27. August 2013 sind die nächsten Quartalszahlen fällig. Bis dahin können Sie weiterhin in den Käuferstreik treten, die Aktie kommt nicht vom Fleck. (No go, bis auf weiteres)

> Im März 2010 wurde in den Finanzmedien Austrias von der neuen Schweizer Industrieperle Von Roll gesprochen. Heute, 3¼ Jahre später, ist der Weg zum Pennystock nicht mehr weit: –30% allein im Jahr 2013. Leid tun mir die prominenten Aktionäre des Unternehmens, die trotz aller Hoffnungen wacker an die Zukunft des Stahlkochers und seiner zugewandten Betriebe glauben. Hier heisst es, wie schon vor längerer Zeit geschrieben, last Exit, Breitenbach SO. Nur bekommen die Anleger immer wie weniger Geld für ihre Anteile. (Verkaufen)

> Ich sage es kurz und bündig: All time high bei Seadrill. Die norwegische Dividendenkönigin ist voll auf Kurs. Sie wirft auch zum erhöhten Kurs satte 8,4% Dividendenrendite ab. Nun empfehle ich Ihnen, gedeckte Calloptionen mit Ausübungspreis 250 NOK mit Verfall Dezember 2013 zu verschreiben.

> Mit der dicken Berta ging eine Bank gegen meine Kaufempfehlung in Sachen Nobel Biocare vor: +4,6% ist das Wochenresultat. CFO Oliver Walker könnte zum grossen Erfolgsstimulator des bis anhin unter Dauerdruck stehenden Dentalherstellers mutieren. Die Amis sind bei jeder Kursschwäche am Kaufen, nicht gross, aber recht fleissig. (Halten)

> Einst wurden meine Kaufempfehlung und der nachfolgende Kurssprung der Private Equity Holding spöttisch als Kleinanlegerhausse bezeichnete. Ist okay, aber: Wenn das Investment über drei Jahre mehr als 24% Renditevorsprung gegenüber dem Swiss Market Index erbringt, kann ich nun getrost in den Lehnstuhl liegen und sagen: Kleinanleger sind Weltklasse.

> Hallo Börsen-Comet aus Freiburg: +27,9% im Jahr 2013 ist allerhand. Eigentlich könnte der Titel noch weiter ansteigen, aber ein sogenanntes «sell into the profit», wie es die amerikanischen Börsenhändler zu sagen pflegen, ist bei diesem Resultat mehr als verlockend und angebracht. (Teilverkauf)

> Aufgepasst: Die schleichend ansteigenden Hypothekarzinsen gehen nicht spurlos an den Schweizer Immobilienaktien vorüber. Hier heisst es, die Zelte abzubauen: Mobimo Holding, PSP Property oder auch Swiss Prime Site. Das Management versteht sein Handwerk, aber gegen steigende Zinsen ist auch jahrzehntelang aufgebautes Know-how nicht gefeit. Eines muss klar hier festgenagelt werden: Das Betongold hat über lange Jahre für grossen Anlagegenuss gesorgt. (Verkaufen)

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@schweizamsonntag.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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