Ein alter Bekannter auf Absturzkurs: –17,3% beträgt der Wochenverlust für Samih Sawiris Orascom Development, dem Ersteller des Andermatt Resorts. Eigentlich tut mir der rührige Ägypter leid, nur mit einem tiefen Griff in seine eigene Schatulle kann noch Schlimmeres verhindert werden. Derjenige Aktionär, welcher einst im Mai 2008 zum Emissionspreis von 153 Franken zugegriffen hat, sitzt fast auf einem Totalverlust. Meine Dauerempfehlung: Warten Sie das nächste Quartalsergebnis ab, doch Besserung ist bis Anfang 2014 nicht in Sicht. (No go, bis auf weiteres)

> Mega in einer schwachen Börsenwoche: +6,7% für den Milchverarbeiter Emmi. +24,4% beträgt das bisherige Jahresergebnis. Nehmen Sie die Gewinne mit, obwohl das Unternehmen mit Pauken und Trompeten die Auslandexpansion antritt. Wenn sogar das Massenblatt «Blick» die Innerschweizer äussert prominent präsentiert, was per se nichts Schlechtes darstellt, so ist dies ein unweigerliches Zeichen, die Koffer im übertragenen Sinn zu packen. (Must sell)

> Swiss Re: +20,6% seit dem 1. 1. 2013. Maximal gut. Auch beim Rückversicherungsgiganten vom Mythenquai sollten Sie Ihre Börsenschäfchen ins Trockene bringen. Der Titel mag nur noch auf 81 Franken (aktuell: 79.45) ansteigen, aber dann sind die Festspiele endgültig zu Ende. (Must sell)

> Hildebrands BlackRock ist auch im Segment der klein- und mittelkapitalisierten Werte in der Schweiz unterwegs. Fast 150 Millionen Franken wiegt das Anlagegefäss. Jetzt ist mir klar, weshalb der Fondsgigant beim Performancegigant Inficon herumturnt. Und dies mit gutem Grund: +29,9% seit Jahresanfang schlägt jeden Benchmark um Längen. Nehmen Sie auch hier die Gewinne mit. (Must sell)

> Basler Kantonalbank, sorry, Top-Aufräumarbeiten, aber hier geht es noch weiter nach unten. Die Transparenz vom obersten Management wie auch seitens der Presseabteilung ist mehr als bemerkenswert, doch dies hilft momentan nichts. Der Titel marschiert unaufhörlich Richtung technischer Wert von 88 Franken (aktuell: 94.30). Eines ist klar: Die Erfolgsmaschine Handel wird merklich zurückgestutzt, wie verschiedenste Basler Quellen zu berichten wissen. (Sell, leider)

> Jetzt hat es auch Martullo-Blochers Ems-Chemie erwischt: –6,4% innert Wochenfrist. Bis zum Donnerstag sah noch alles gut aus, doch dann kam der Dampfhammer. Rückblickend habe ich die Party zu stark ausgereizt, bei einer rollierenden Jahresrendite von 52,2% kann mir das ja niemand verübeln. (Must sell, jetzt kommt der Börsenkater ins Bündnerland)

> Sie werden sich wundern, weshalb ich so radikal auf eine Verkaufsstimmung umgeschwenkt bin. Ich war kürzlich in der Gegend von Marbella. Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen, die bei mir die höchste Alarmstufe ausgelöst haben. Eine spanische Grossbank wirbt mit Immofinanzierungen von bis zu 100%, was jenseits von jeder ökonomischen Logik ist. Noch erschreckender sind die acht freien Ladenlokale Puerto Banus im legendären Jachthafen von Marbella. Was bedeutet dies für den Schweizer Privatanleger? Die Wirtschaft in Europa brummt nicht mehr, Spaniens Banken machen weiterhin Harakiri-Finanzierungen und keiner stoppt sie. Nicht jede Nationalbank hat halt einen besonnenen Finanzstrategen wie die Schweiz mit Thomas Jordan, der im passenden Moment die Banken an die Kandare nimmt. (Thomas Jordan, frei nach Tina Turner, «simply the best»)

> Das UBS-Trendradar hat gekehrt in Sachen DKSH: –4,3% innert Wochenfrist. Mein Bauchgefühl sowie meine Modelle sagten deutlich, bei 86 Franken die Reissleine bei meinem Lieblingstitel zu ziehen. Doch die Toptrefferquote des UBS-Trendradars sorgte für einen Stimmungsumschwung. Ich ziehe meine Konsequenzen: Hände weg unter dem alten Börsenmotto: Hin und her macht Taschen leer. (Sell, die Party ist vorüber)

> Null auf null ist die Wochenbilanz bei der Basler Roche: Hier gilt es abzuwarten, mit einem gedeckten Call auf drei Monate könnte man die Wartezeit gewinnbringend überbrücken, die anvisierte Marke von 228 Franken ist im aktuellen Umfeld ausser Kraft. (Abwarten)

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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